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04.09.2013

17:53 Uhr

Wikileaks-Informantin

Chelsea Manning reicht Gnadengesuch ein

Wegen der Weitergabe von Geheimdokumenten wurde Chelsea Manning zu 35 Jahren Haft verurteilt. Derzeit sitzt sie im Militärgefängnis Fort Leavenworth ein. Nun hat ihr Anwalt ein Gnadengesuch beim Präsidenten eingereicht.

Wikileaks-Informantin Chelsea Manning sitzt derzeit im Militärgefängnis Fort Leavenworth. ap

Wikileaks-Informantin Chelsea Manning sitzt derzeit im Militärgefängnis Fort Leavenworth.

WashingtonDie zu 35 Jahren Haft verurteilte Wikileaks-Informantin Chelsea Manning hat ein Gnadengesuch bei US-Präsident Barack Obama eingereicht. Mannings Anwalt David Coombs teilte mit, den Antrag am Dienstag im Namen seiner Mandantin gestellt zu haben. Die 25-Jährige stand als Bradley Manning vor Gericht, nahm nach dem Urteil aber eine weibliche Identität an.

Manning war wegen der Weitergabe von hunderttausenden Geheimdokumenten an die Enthüllungswebsite Wikileaks schuldig gesprochen worden. Derzeit sitzt sie im Militärgefängnis Fort Leavenworth im Bundesstaat Kansas. Bei guter Führung hat Manning die Möglichkeit, in etwa neun Jahren auf Bewährung freizukommen.

Die Folgen der Wikileaks-Enthüllungen

Disziplinarstrafen

Nicht nur gegen Manning wurde ermittelt. Insgesamt verhängte das Militär Disziplinarstrafen gegen 15 weitere Soldaten. Namen sind nicht bekannt und auch bei den geahndeten Vergehen selbst und den Strafen halten sich die Streitkräfte bedeckt. Ein Sprecher begründet dies mit den strengen Vorschriften zu den Persönlichkeitsrechten des Personals.

Augenzeugenberichte und Gerichtsunterlagen lassen jedoch einige Mutmaßungen zu, gegen wen Strafen verhängt worden sein könnten. So geht aus Dokumenten beispielsweise hervor, dass Mannings Vorgesetzte dessen Verhaltensauffälligkeiten ignoriert haben sollen. Unter anderem schickte ihnen Manning offenbar ein Foto von sich selbst in Frauenkleidung. Mannings Einsatz im Irak hätte vor diesem Hintergrund niemals stattfinden dürfen, argumentiert die Verteidigung.

Strengere Computersicherheit

Das US-Verteidigungsministerium arbeitet an einer Verbesserung der Sicherheitsvorkehrungen im EDV-System. Inzwischen ist es für Einzelne schwieriger, als geheim eingestufte Daten allein auf mobile Datenträger zu überspielen. Die Verwendung von mobilen Speichermedien und CDs muss nun von Abteilungsleitern genehmigt werden. Manning hatte damals eine wiederbeschreibbare CD mit der Aufschrift „Lady Gaga“ zur Speicherung der Daten verwendet, die er anschließend an Wikileaks weiter gab.

Zugang zu Websites limitieren

Derzeit arbeitet das Ministerium daran, Aktionen einzelner Nutzer leichter zurückverfolgen zu können. Außerdem soll mit einer Chipkarte der Zugang zu Webseiten mit heiklen Informationen limitiert werden.

Angst um nationale Sicherheit

Zwar hat die Veröffentlichung von diplomatischen Depeschen und Videos die USA und ihre Verbündeten zutiefst blamiert, doch darüber hinaus gibt es keine Anzeichen für eine konkrete Gefährdung der häufig beschworenen nationalen Sicherheit. Unmittelbar nach den Enthüllungen durch Wikileaks vor drei Jahren hatten die US-Behörden vor schlimmen Folgen gewarnt.

Tatsächlicher Schaden

Eine Prüfung durch das Pentagon im August 2010 ergab jedoch, dass keine Quellen oder Praktiken des Geheimdienstes bekannt geworden sind. Seither wurde keine weitere Beurteilung der Folgen veröffentlicht.

Mannings Anwalt Coombs hatte unmittelbar nach Prozessende am 21. August angekündigt, sich um eine Begnadigung bemühen zu wollen. Das Weiße Haus erklärte damals, einen Antrag „wie jedes andere Gesuch“ zu prüfen.

Von

afp

Kommentare (1)

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deutlich

05.09.2013, 11:16 Uhr

Manning ist doch völlig fertig, soviel ist deutlich. Möchte nicht wissen, was sie mit dem gemacht haben, dass er sich jetzt eine neue Identität zulegen will.

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