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27.02.2013

21:48 Uhr

Wikileaks-Prozess

US-Armee veröffentlicht Dokumente zum Fall Manning

Im Prozess um den mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning hat die US-Armee Dutzende Dokumente freigegeben. Manning wird vorgeworfen, geheime US-Militärdokumente an Wikileaks weitergegeben zu haben.

Der mutmaßliche Wikileaks-Informant Bradley Manning. dapd

Der mutmaßliche Wikileaks-Informant Bradley Manning.

Fort MeadeDie US-Armee hat am Mittwoch Dutzende Dokumente zum Fall des mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning veröffentlicht. Es handelt sich dabei um Unterlagen aus der Voranhörung vor einem Militärgericht in Fort Meade im US-Bundesstaat Maryland. Mehr als 30 Medien und eine Nichtregierungsorganisation hatten die Herausgabe der Dokumente verlangt und sich auf das Gesetz zur Informationsfreiheit berufen.

Am Mittwoch wurden zunächst 84 Dokumente ins Internet gestellt. Neben Eingaben und richterlichen Entscheidungen finden sich darin auch verschriftlichte Teile einer Aussage Mannings unter Eid. Bei Verhandlungen vor zivilen US-Bundesgerichten ist die Veröffentlichung solcher Unterlagen gängige Praxis. Die US-Armee erklärte in einer Mitteilung, die Akten seien mit bislang mehr als 30.000 Seiten sehr umfangreich. Daher dauere es einige Zeit, sie durchzusehen, zu bearbeiten und die zur Veröffentlichung bestimmten Teile zugänglich zu machen.

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Manning wird vorgeworfen, geheime US-Militärdokumente zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie rund 260.000 vertrauliche Depeschen der US-Diplomatie an die Enthüllungswebseite Wikileaks weitergegeben zu haben. Er soll die Daten während seiner Stationierung im Irak von Militärrechnern heruntergeladen haben. Manning werden 22 Anklagepunkte zur Last gelegt. Ihm droht lebenslange Haft.

Der Prozess gegen den 25-jährigen Soldaten soll im Juni beginnen. Die Voranhörung können Journalisten per Videoübertragung verfolgen. Diese ist leicht zeitverzögert und kann unterbrochen werden, wenn sensible Informationen zur Sprache kommen.

Von

afp

Kommentare (1)

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Kamich

28.02.2013, 13:09 Uhr

Nun kann man mal abwarten, was da alles veröffentlicht wird. Bei mehr als 30000 Seiten Akten wird es auch für die Verteidiger lange dauern, bis klar ist ob wesentliche
Informationen zurückgehalten werden, aus Gründen der Sicherheit natürlich ... . Staatliche Institutionen
werden Alles versuchen, damit man ihnen keinen Rechtsbruch
beweisen kann oder Schadensersatzforderungen begründen
kann. Um zu erfahren ob wesentliche Informationen zurück-
gehalten wurden braucht man dann wieder einen mutigen
"Whistleblower" , wobei man dann wieder am Anfang eines
neuen gleichartigen Verfahrens steht. usw. Aber wie die
Veröffentlichung der Pentagon-Papiere durch D. Elsberg
gezeigt hat gibt es moralisch keine Alternative gegen
staatliche Willkür und das "Monopol der Geheimhaltung".

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