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04.02.2012

03:03 Uhr

Wikileaks

USA stellen Manning vor Kriegsgericht

Videoaufnahmen eines Hubschraubereinsatzes im Irak 2007 hat Wikileaks unter dem Titel „Collateral Murder“ veröffentlicht. Bradley Manning steht im Verdacht, Wikileaks diese und andere Informationen zugespielt zu haben.

Der mutmaßliche Wikileaks-Informant Bradley Manning. dapd

Der mutmaßliche Wikileaks-Informant Bradley Manning.

Hagerstown/WashingtonDer Wikileaks-Informant Bradley Manning wird vor ein US-Kriegsgericht gestellt. Das teilte das US-Heer am Freitag in Washington mit. Dem Obergefreiten wird der größte Geheimnisverrat in der US-Geschichte vorgeworfen.

Zu den 22 Anklagepunkten gegen den 24-Jährigen gehört auch Unterstützung des Feindes. Sollte er in diesem Anklagepunkt schuldig gesprochen werden, droht ihm eine lebenslange Gefängnisstrafe. Manning wird beschuldigt, mehr als 700.000 geheime US-Dokumente und der Geheimhaltung unterliegende Videoaufnahmen von Kampfeinsätzen an die Internet-Plattform Wikileaks weitergegeben zu haben.

Die Entscheidung, ihn vor ein Kriegsgericht zu stellen, traf der Kommandeur des Militärbezirks Washington, Generalmajor Michael Linnington. Als nächster Schritt wird ein Richter ernannt, der dann den Prozessbeginn festlegt.

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Die einen feiern ihn als Held, die anderen verdammen ihn als Verräter: Der Wikileaks-Informant Bradley Manning muss heute zu einer militärischen Anhörung. Für die Weitergabe der Informationen droht ihm lebenslange Haft.

Die Veröffentlichung der skandalträchtigen Unterlagen durch Wikileaks zwischen Juli 2010 und September 2011 sorgte weltweit für Wirbel. Manning soll die geheimen Daten während seiner Stationierung im Irak von Militärrechnern heruntergeladen haben. Im Mai 2010 wurde der Obergefreite auf seinem Stützpunkt nahe Bagdad festgenommen. Laut den Ermittlern wurden auf Mannings Computern Kontaktdaten für Wikileaks-Mitgründer Julian Assange und zahlreiche militärische Dokumente gefunden.

Kommentare (7)

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04.02.2012, 03:59 Uhr

Ja,wer die Mörder denunziert lebt gefährlich.Man läßt sich nicht gern Kriegsverbrechen nachweisen.
Immer schön die Reihen fest geschlossen halten,nicht wahr?Wrong or right my country.Sonst läßt sich irgendwann kein Krieg mehr führen.

christine

04.02.2012, 07:25 Uhr

Es ist schon bemerkenswert, wie „Kriegsverbrechen“ in den USA definiert und bewertet werden. Bradley Manning hatte den Mut auf unsägliche Brutalität aufmerksam zu machen, die mit der Verteidigung des Landes und dem Kampf gegen den Terror in keinster Weise zu rechtfertigen ist. Der gerne demonstrierte „saubere“ Krieg mit präzisen Schlägen gegen den Feind durch hochgelobte moderne Kampfmittel entpuppte sich als weitaus schmutziger als selbst die größten Kritiker vermutet hatten. Es wurde ja nicht nur das Collateral Murder Video veröffentlicht. Sieht man sich die übrigen „War Logs“ aus Irak und Afganistan an, steht man fassunglos vor dem Tun einer entfesselten und völlig ungehemmten Weltmacht. Unrechtsbewußtsein? Fehlanzeige!
Es ist richtig, daß Bradley Manning ein Gerichtsverfahren erwartet. Die Beweggründe sollten aber auf jeden Fall Einfluß auf den Prozeßverlauf haben und zu einer äußerst milden Strafe führen.
Dies wäre der gerechte Weg. Ob dieser aber in dem nun angeordneten Gerichtsverfahren eingehalten wird, ist so zweifelhaft wie die Militär-Gerichtsbarkeit der USA in ihrer Gesamtheit. Man muß sich ja nur einmal das jüngst ergangene Urteil gegen Frank Wuterich ansehen. Der wegen des Massakers an 24 unbewaffneten Irakern in der Stadt Haditha 2005 beschuldigter amerikanischer Unteroffizier muss nicht in Gefängnis. Er muß noch nicht einmal eine Geldstrafe zahlen – mit Rücksicht darauf, daß er Familienvater ist. Er wurde lediglich um einen Dienstgrad zurück gestuft! Es ist also weitaus sicherer Kriegsverbrechen zu begehen, als auf sie aufmerksam zu machen. Das darf niemanden kalt lassen.

Sven

04.02.2012, 08:49 Uhr

Was uns also hier Weisgemacht werden soll ist, das ein Hauptgefreiter Zugriffsrechte für classified Dokumente in den Computersystemen der "einzigen Superpower" hat ?! Wer das glaubt, dem kann man auch mit mehr Argumenten nicht helfen.....

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