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08.01.2015

16:08 Uhr

Wintereinbruch

Sturm bringt Kämpfe in Syrien zum Stillstand

Zum ersten Mal seit drei Jahren gibt es in Syrien wohl keine Todesopfer durch Kämpfe oder Bombardierungen. Ein Wintersturm verhinderte kurzzeitig das Töten. Für Flüchtlinge ist die Lage jedoch dramatisch.

Weiße Bescherung von oben

Ungewohnter Anblick: Wintersturm bringt Nahem Osten Schnee

Weiße Bescherung von oben: Ungewohnter Anblick: Wintersturm bringt Nahem Osten Schnee

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BeirutWas Diplomaten in Syrien nicht geschafft haben, ist dem Kälteeinbruch gelungen: Ein heftiger Wintersturm hat das Töten in dem Bürgerkriegsland zumindest für einen Tag gestoppt. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte registrierte am Mittwoch zum ersten Mal seit drei Jahren keine Todesopfer durch Kämpfe oder Bombardierungen, wie die Organisation am Donnerstag erklärte.

Seit Dienstag zieht ein Sturm mit starkem Regen und heftigem Schneefall über die Region. Der Wintereinbruch bringt jedoch vor allem die syrischen Flüchtlinge in eine dramatische Lage. Nach Angaben der Menschenrechtler starben bei Schnee und Kälte im Libanon vier Menschen und in Syrien zwei Menschen.

Die Grenzstadt Kobane

Warum ist Kobane für Kurden so wichtig?

Die syrischen Kurden haben den Bürgerkrieg im Land zum Aufbau eigener regionaler Machtstrukturen in den mehrheitlich von ihnen bewohnten Gebieten genutzt. Nachdem sich die Truppen des Regimes von Baschar al-Assad 2012 zurückgezogen hatten, übernahmen sie die Kontrolle und gründeten später im Norden des Landes drei „autonome Kantone“. An der türkischen Grenze kontrollierten sie wichtige Enklaven: im Nordwesten um die Stadt Afrin, im Nordosten um die Städte Hasaka und Al-Kamischli sowie im Norden um Kobane. Eine Übernahme Kobanes durch die Terrormiliz IS wäre nicht nur der Verlust einer strategisch wichtigen Versorgungsroute, sondern auch psychologisch eine schwere Niederlage.

Wer sind die kurdischen Kämpfer, die sich den Dschihadisten entgegenstellen?

Die etwa 5000 Milizionäre gehören vor allem den kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) an. Sie sind mit der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) verbunden. Volksschutzeinheiten und PYD stehen der kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe, die in der Türkei verboten ist. Im Kampf gegen den IS werden offenbar auch Selbstmordattentäter eingesetzt: Kurdische Aktivisten meldeten am Wochenende, dass eine Kämpferin mit einem Selbstmordanschlag Dutzende Extremisten getötet habe. Experten gehen davon aus, dass PKK-Kämpfer die syrischen Kurden unterstützen. Die kurdischen Milizionäre in Syrien sind nicht zu verwechseln mit den kurdischen Peschmerga-Kämpfern, die im Irak gegen den IS im Einsatz sind.

Wie ist die Lage der Zivilisten vor Ort?

Nach kurdischen Angaben ist die überwiegende Mehrheit der verbliebenen Zivilisten an die türkischen Grenze in Sicherheit gebracht worden. Kobane wurde von den Volksschutzeinheiten zur „Militärzone“ erklärt. Laut türkischer Regierung sind mehr als 185 000 Menschen in die Türkei geflohen.

Warum greift die Türkei nicht ein?

Die türkische Regierung hat den Kurden in Kobane Unterstützung zugesagt, zugleich aber klargemacht, dass sie damit in unmittelbarer Zukunft keinen Einsatz von Bodentruppen meint. Zwar hat das Parlament der Regierung ein Mandat für Militäreinsätze in Syrien und im Irak für ein Jahr erteilt. Allerdings verlangt Ankara für einen Einsatz von Bodentruppen eine umfassende internationale Strategie, die auch den Sturz des Assad-Regimes in Damaskus beinhaltet. Zugleich befürchtet Ankara, dass die Kurden an der türkischen Südgrenze die Keimzelle für einen eigenen Kurden-Staat legen könnten, sollte es ihnen gelingen, die Terrormiliz IS zurückzuschlagen.

Warum schaffen es die USA und ihre Partner nicht, den IS mit Luftangriffen militärisch lahmzulegen?

Die IS-Kämpfer passen sich schnell und geschickt an die Luftschläge an. Sie verlassen Ziele, die von den USA ins Visier genommen werden und bringen Waffen und Geiseln an neue Stützpunkte. Zudem mischen sich die Kämpfer unter die Zivilbevölkerung und lassen auch viele ihrer schwarzen Flaggen wieder verschwinden. Weil Angriffe auf die IS-Infrastruktur schwieriger werden, hat sich auch das Tempo der Luftschläge verlangsamt, sagt David Schenker vom Washington Institute for Near East Policy. Die US-Regierung hat mehrfach betont, dass der IS nicht allein aus der Luft besiegt werden kann. Dem unabhängigen US-Instituts CSBA zufolge hat der Kampf bereits zwischen 780 und 930 Millionen Dollar (620 bis 740 Millionen Euro) verschlungen.

Besonders hart getroffen hat es die Bekaa-Hochebene im Nordosten des Libanons. Dort leben nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks UNHCR rund 400.000 registrierte Flüchtlinge aus Syrien. In der Region lägen bis zu 50 Zentimeter Schnee, sagte UNHCR-Sprecher Ron Redmond der Deutschen Presse-Agentur. Lokale Behörden und Hilfsorganisationen seien dabei, Winterhilfe und warmes Essen zu verteilen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

09.01.2015, 08:28 Uhr

Zum ersten Mal seit drei Jahren gibt es in Syrien wohl keine Todesopfer durch Kämpfe oder Bombardierungen.

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Syrier die dem krieg entkommen sind...

weil diese aus Syrien als Flüchtlinge entfliehen konnten...

STERBEN JETZT IN DER KÄLTE IN NACHBARLÄNDER.

DARUNTER AUCH KINDER !

Und die Weltgemeinschaft ist angeblich so sozial ...

aber handelt nicht damit nicht weitere Flüchtlinge

dem Tod durch erfrieren entkommen ?????????????????????????





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