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14.07.2017

14:29 Uhr

„Wir sind besorgt“

China kritisiert deutschen Übernahmeschutz

Der Schutz deutscher Unternehmen vor Übernahmen aus dem Ausland steht in China in der Kritik. Das Außenministerium hoffe, dass Deutschland protektionistische Tendenzen vermeide. Auslöser war eine Regierungsverordnung.

Die Regierungsverordnung ist eine Reaktion auf die Übernahme des Roboter- und Anlagenbauers Kuka durch den chinesischen Haushaltsgeräte-Hersteller Midea. dpa

Übernahmeschutz

Die Regierungsverordnung ist eine Reaktion auf die Übernahme des Roboter- und Anlagenbauers Kuka durch den chinesischen Haushaltsgeräte-Hersteller Midea.

PekingDer von der Bundesregierung verstärkte Schutz deutscher Unternehmen vor Übernahmen aus dem Ausland stößt in China auf Kritik. „Wir sind besorgt über die entsprechenden Schritte in Deutschland und Europa“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Freitag in Peking. Die Handels- und Geschäftsverbindungen der Volksrepublik mit Deutschland und der Europäischen Union hätten allen Seiten einen Gewinn gebracht und das Wirtschaftswachstum angekurbelt. China hoffe, dass Deutschland und die EU protektionistische Tendenzen vermeiden und keine „verworrene, negative“ Botschaft an die Welt sende.

Das Kabinett hatte am Mittwoch eine Regierungsverordnung verabschiedet, mit der einer Abwanderung wichtigen Know-Hows in Staaten außerhalb der EU leichter ein Riegel vorgeschoben werden soll. Dabei wird vor allem auf kritische Infrastruktur abgezielt – von Krankenhäusern bis zu Stromnetzen und Cloud-Computing-Diensten. Deren Betreiber sollen gegebenenfalls besser vor dem Einstieg von Investoren von außerhalb der EU geschützt werden, ebenso die Hersteller der zum Betrieb notwendigen Software.

Die Verordnung ist eine Reaktion auf die Übernahme des Roboter- und Anlagenbauers Kuka durch den chinesischen Haushaltsgeräte-Hersteller Midea. Im Dezember hatte ein Investor aus China den Kauf Chipanlagenbauers Aixtron abgeblasen, nachdem die Regierung in Washington die Übernahme des US-Geschäfts des Aachener Unternehmens wegen Sicherheitsbedenken blockiert hatte. Die Bundesregierung strebt eine Änderung der europäischen Übernahmeregeln an. Dazu wurde mit Italien und Frankreich eine entsprechende Initiative gestartet.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Karl Gross

14.07.2017, 15:04 Uhr

Ein Land das nur ausländische Beteiligungen von 49% zulässt mit der Verpflichtung eines Chinesischen "Partners" als Haupteigentümer (51%) regt sich auf das die Hürden höher werden. Das ist wirklich Lustig. ...Sollten wir Kopieren, denn dann geht das Know-How nicht verloren..

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