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12.06.2012

21:19 Uhr

Wirtschaft und Politik

Krisenstäbe tagen wegen Griechenlandwahl

Am Sonntag wählt Griechenland und der in der Folge mögliche Euro-Austritt lässt Politik und Unternehmen zittern. Bei der Hypo-Vereinsbank tagt der Vorstand am Wochenende, in Brüssel tagen die Krisenstäbe.

Griechische Fußball-Fans demonstrierten vor dem Spiel gegen die Tschechische Republik Stärke. dpa

Griechische Fußball-Fans demonstrierten vor dem Spiel gegen die Tschechische Republik Stärke.

Berlin/BrüsselDie Hypovereinsbank stellt sich wegen der griechischen Wahlen am kommenden Sonntag auf alle Eventualitäten ein. Vorstandssprecher Theodor Weimer sagte am Dienstag in Berlin: „Wir haben heute in der Vorstandssitzung beschlossen, dass wir uns am Sonntag treffen für den Fall der Fälle“. Endgültig entschieden werden solle am Freitag, ob diese Vorstandssitzung tatsächlich angesetzt wird. Als den „Fall der Fälle“ bezeichnete er es, wenn die Gegner des Sparprogramms in Griechenland sich bei den Wahlen am kommenden Sonntag durchsetzen sollten.

Kommt es zu einer Sondersitzung des Vorstandes, so gehe es darum, Vorsorge für den Zahlungsverkehr zu treffen. Schließlich wolle man nicht der Letzte sein, der noch Euros in das Land überweist. Die Einschätzung, dass ein solcher Notfall eintritt, liege in der Bank aber bei „deutlich unter 50 Prozent“, sagte Weimer.

Wegen der Parlamentswahl gibt es auch in der Europäischen Union Diskussionen über Notfall-Szenarien für den Fall eines Euro-Austritts des Landes. „Es gibt solche Diskussionen und wir wurden beauftragt zu klären, was in den EU-Verträgen vorgesehen ist“, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Dienstag in Brüssel. Als Teil der diskutierten Notfall-Szenarien nannte der Kommissionssprecher Kapitalverkehrs- und Grenzkontrollen sowie die eingeschränkte Nutzung von Bankautomaten. Das bedeute aber nicht, dass die Kommission einen Plan habe, der den Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone vorsehe.

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Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Vítor Constâncio, rechnet allerdings nicht mit einem Ausstieg Griechenlands aus dem Euro und einer Rückkehr zur Drachme. „Griechenland wäre in einer schlimmen Lage, wenn es das täte, und wir gehen nicht davon aus", sagte er in Frankfurt. Bei den Wahlen im Mai erfuhren Parteien großen Zuspruch, die das Kürzungsprogramm der Troika aus EZB, EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) ablehnen. Nachdem eine Regierungsbildung scheiterte, sind die Griechen am Sonntag erneut zur Stimmabgabe aufgerufen.

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Sollte nach der Wahl etwa das Linksbündnis Syriza die neue Regierung anführen und dann die mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Sparvereinbarungen aufkündigen, droht dem Land ein Stopp der Hilfszahlungen und somit die Staatspleite. Griechenland könnte dann gezwungen sein, die Euro-Zone zu verlassen. Das wäre ein bisher einmaliger Vorgang, der in den EU-Verträgen nicht vorgesehen ist.

Der Syriza-Vorsitzende Alexis Tsipras sagte auf einer Pressekonferenz, dass die Sparvereinbarungen am Montag nach der Wahl der „Geschichte“ angehören würden, weil das griechische Volk seine eigene Geschichte schreiben werde. Es werde sicherlich „wirksame Verhandlungen“ mit den Kreditgebern geben.

Nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ bereitet sich die Eurozone auch auf Verhandlungen mit Griechenland über eine Lockerung des Sparprogramms vor. Um Griechenland in der Eurozone zu halten, müsse darauf eingegangen werden, hieß es unter Berufung auf EU-Kreise. Auch ein möglicher Verzicht auf einen Teil der von Euro-Ländern gewährten Kredite könnte folgen. Denn dies könnte der IWF zur Bedingung für eine Aufrechterhaltung des Programms machen.

Kommentare (6)

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merxdunix

12.06.2012, 22:00 Uhr

Dann bezahlen wir wohl demnächst mit US-Dollar?!

WAAhnsinn

12.06.2012, 22:23 Uhr

Erst werden Spanien alle Sanktionen erlassen, und es kann trotzdem abkassieren, dann wird dem verfassungswidrigen ESM zugestimmt, der den Deutschen die Finanzsouveränität raubt, und nun soll Griechenland mit seinen steuerlos abzockenden Oligarchen weiter Geld ohne Auflagen kriegen, und die Doofdeutschen können noch nicht mal mehr ihre eigene Infrastruktur, ihre Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten etc. zahlen, aber die PIIGS-F kriegen's reingeschaufelt. Es reicht! Raus mit Griechenland, Spanien und Italien, je eher, desto besser. Und weg mit Merkel und ihren rot-grünen Steibügelhaltern.

Account gelöscht!

13.06.2012, 04:27 Uhr

Sind unsere Politiker denn alle blöde? Die Griechen werden auf Teufel komm raus im Euros drin gehalten, egal was es uns kostet. Cui bono?
Der deutsche Michel arbeitet doch gerne bis der Sargdeckel zugeht, damit die Griechen weiter feiern können und weitermachen können wie gehabt. Müssen ja unsere "historische Schuld" abtragen, wenn ich auch nicht weiß, welche!
Spnaien bekam 100 Milliarden ("für die Banken") ohne Auflagen und ohne sich kontrollieren zu lassen, und den Griechen werden sicherlich die Milliarden künftig nicht als Kredite gewährt (die niemals zurück worden wären), sondern wir haben es ja, d.h. wir schenken denen das Geld.
O Gott, schmeiss Hirn runter vom Himmel ... und hoffentlich erreicht diese Gabe mal unsere Politiker!

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