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22.05.2013

12:52 Uhr

Wirtschaft wächst stärker

Japans Notenbank lässt die Druckerpresse laufen

Zuletzt sind die Zinsen für japanische Staatsanleihen deutlich gestiegen. Dennoch hält die Notenbank an ihrem Kurs fest und kauft weiter massiv eigene Papiere auf. Außerdem hat sie ihre Konjunkturprognose angehoben.

Japans Notenbankchef Haruhiko Kuroda erwartet nicht, dass die Zinsen für langfristige Anleihen steigen. Reuters

Japans Notenbankchef Haruhiko Kuroda erwartet nicht, dass die Zinsen für langfristige Anleihen steigen.

Japans Notenbankchef Haruhiko Kuroda gibt sich gelassen - trotz steigender Zinsen für inländische Staatsanleihen. „Ich erwarte nicht, dass die Zinsen für langfristige Anleihen steil ansteigen, wenn man den Abwärtsdruck bedenkt, den unsere quantitative und qualitative geldpolitische Lockerung ausübt“, sagte Kuroda nach einer Sitzung der Notenbank. Vielmehr betonte er, dass die Bank of Japan wie im April nach seinem Amtsantritt beschlossen geldpolitisch alles tun wird, um bis Ende 2014 eine Inflationsrate von zwei Prozent zu erzeugen.

Die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen (JGBs) haben sich zwar in den vergangenen Wochen auf 0,9 Prozent nahezu verdoppelt haben. Dieser rasante Anstieg hatte Unkenrufe provoziert, dass Japan eine Zinsexplosion bevorstehen könnte. Aber Kuroda widersprach am Mittwoch nach einer Sitzung der Notenbank ausdrücklich.

Eckpunkte der neuen japanischen Geldpolitik

Festes Inflationsziel

Die Bank von Japan legt sich fest: Innerhalb von zwei Jahren wird sie eine Inflationsrate von zwei Prozent erreichen.

Verdoppelung der Geldbasis

Die Geldbasis soll von jetzt 138 Billionen Yen auf 270 Billionen Yen im Jahr 2014 steigen. Umgerechnet geht es um eine Steigerung von 1,05 Billionen Euro auf 2,05 Billionen Euro.

Kauf von Staatsanleihen

Die Bank von Japan will 77 Prozent des frischen Zentralbankgelds in Staatsanleihen mit langer Laufzeit investieren. Die durchschnittliche Laufzeit ihrer Staatsanleihen soll von drei auf sieben Jahre steigen.

Dauer der Maßnahmen

Die Zentralbank legt sich darauf fest, so lange an der expansiven Geldpolitik festzuhalten, bis sie ihr Inflationsziel erreicht hat.

Aussetzung des Banknoten-Prinzips

Die Bank von Japan setzt zeitweilig das Banknoten-Prinzip außer Kraft, wonach sie nicht den Wert der im Umlauf befindlichen Banknoten überschreiten darf.

Die Notenbank hat daher ihrer Sitzung weder neue Geldspritzen noch Maßnahmen beschlossen, den Anleihemarkt zu beruhigen. Stattdessen signalisierte sie, dass sich die Zinsen noch im Wohlfühlbereich der Währungshüter befinden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwarte er nicht, dass der jüngste Anstieg einen signifikanten Einfluss auf die Realwirtschaft haben würde, meinte Kuroda.

Vielmehr verbesserte die Bank von Japan zum fünften Mal in Folge ihre Konjunkturbeurteilung. Die Wirtschaft beginne zu wachsen, lautete das Urteil. Außerdem sah sie erste Zeichen, dass ihre Politik aufgeht. „Einige Indikatoren legen nahe, dass die Inflationserwartungen steigen“, schrieb die Notenbank.

Japan hat ein einzigartiges Experiment gestartet, das die bisherige Krisenpolitik in Europa und den USA weit in den Schatten stellt. Innerhalb von nur zwei Jahren will die japanische Notenbank die Geldmenge des Landes verdoppeln und mit diesen Mitteln vor allem heimische Staatsanleihen kaufen. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Die japanische Notenbank pumpt bis 2014 eine Billion Euro in die Wirtschaft – 77 Prozent oder 770 Milliarden Euro davon sollen in japanische Staatsanleihen mit langer Laufzeit fließen.

Kommentare (2)

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Hagbard_Celine

22.05.2013, 12:56 Uhr

Wird auch langsam Zeit das die ihre Schulden durch den Schredder jagen.

Wenn die USA, die Euro Zone und Japan simultan Geld drucken haben sie die Marktmacht um erheblich negative Realzisen weltweit durchzusetzen.

Ich vermute mal daß wir genau das erleben werden.

Da sich die Verbindlichkeiten im Verhältniss zur Wirtschaftsleistung bereits im roten Bereich befinden sind positive Realzinsen in absehbarer Zeit kontraproduktiv, ja utopisch.

keeper

22.05.2013, 14:21 Uhr

"Die japanische Notenbank pumpt bis 2014 eine Billion Euro in die Wirtschaft – 77 Prozent oder 770 Milliarden Euro davon sollen in japanische Staatsanleihen mit langer Laufzeit fließen."

Monopoly mit Anschreibenlassen: die Eigner der Hotels können nun ihre Schuldzettel gegen Cash einlösen, und sich im In- wie im Ausland weitere Hotels damit kaufen und die Preise dadurch weiter antreiben.
Die "Märkte" jubeln.
Die Gesellschaft spaltet sich.

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