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26.11.2014

12:44 Uhr

Wirtschaftlicher Neustart gefordert

Russischer Minister wirbt um deutschen Mittelstand

Alexej Uljukajew will keine „Gans bestrafen, die goldene Eier legt“: Der russische Wirtschaftsminister will ein Enteignungsgesetz verhindern und wirbt um deutsche Mittelständler. Derzeit spricht er mit Bosch und Daimler.

Der russische Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew sprach sich für einen Neustart der Gespräche zwischen Russland und der EU aus. dpa

Der russische Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew sprach sich für einen Neustart der Gespräche zwischen Russland und der EU aus.

StuttgartDer russische Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew ist Sorgen vor einer Enteignung ausländischer Firmen entgegengetreten. Weder das russische Recht noch die russische Wirtschaftspolitik sähen eine Enteignung vor, sagte Uljukajew am Mittwoch bei einem Besuch in Stuttgart. „Eine Gans zu bestrafen, die goldene Eier legt, können nur Verrückte tun – ich zähle uns nicht zu dieser Kategorie“, ergänzte er. Zuletzt gab im russischen Parlament Forderungen, auf die Wirtschaftssanktionen der EU und der USA im Ukraine-Konflikt mit einem Enteignungsgesetz zu reagieren.

Uljukajew war einer Einladung von Klaus Mangold gefolgt, der früher den Ostausschuss der deutschen Wirtschaft leitete und inzwischen Honorarkonsul der Russischen Föderation ist. Der Minister nutzte die Stippvisite, um bei Firmen in Baden-Württemberg für ein Engagement in Russland zu werben. So traf er Vertreter von Daimler und Bosch sowie von Mittelständlern wie dem Maschinenbauer Trumpf.

Deutsche Firmen könnten von den gleichen Vergünstigungen wie ihre russischen Pendants profitieren, sagte Uljukajew am Mittwoch vor Journalisten. Voraussetzung sei allerdings, dass sie mit einem russischen Unternehmen kooperierten. So wolle die russische Regierung 15 Prozent ihrer Aufträge an kleine und mittelständische Firmen vergeben. Außerdem sei eine Agentur für Kreditgarantien geplant, von dem auch deutsche Unternehmen profitieren könnten.

Die deutschen Exporte nach Russland gingen von Januar bis August um 16,6 Prozent auf 20,3 Milliarden Euro zurück. Neben den Sanktionen trug dazu die schwache Wirtschaftsentwicklung in Russland bei. Die USA und die Europäische Union werfen Russland vor, die Rebellen in der Ost-Ukraine zu unterstützen und damit zur Destabilisierung des Landes beizutragen.

Uljukajew sprach sich für einen Neustart der Gespräche zwischen Russland und der EU aus. „Wir sind maximal offen für eine Kooperation mit der Europäischen Union“, hatte Uljukajew am Dienstagabend bei einer Veranstaltung der IHK Stuttgart gesagt und für eine Fortführung des wirtschaftlichen Dialogs geworben. „Es ist die Wirtschaft, die die Fehler der Politik ausbaden muss“, warnte er.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

26.11.2014, 12:49 Uhr

Na endlich geht Russland in die wirtschaftliche (marktwirtschaftliche) Offensive!
Russland könnte keinen besseren Zeitpunkt erwischen, als den jetzigen. Durch die Energiewende/EEG und dem EU-Schuldentopf (ESM) wird sich EU-Deutschland kurz-mittelfristig selbst schädigen. Nicht EU-Länder in Europa und Russland könnten davon sehr stark profitieren. Es kommt für diese Länder inkl. Russland jetzt darauf an die Weichen richtig zu stellen. Und am besten so, dass dies auch zu einer nachhaltig angelegten Mittelstandsoffensive im eigenen Land (Russland) führt. Wenn Deutschland unter Merkel und die EU unter Schulz/Junker so blöd sind, ihre Wirtschaft mit einen EEG (Energiewende/Energieeinsparparolen) und dem ESM Eigensabotage zu begehen.
Energiewende/EEG/ESM/Energieeinsparparolen = erst kommt die Lüge, dann der Betrug, dann der Mangel und zum Schluss die Armut.

Herr Paul Mueller

26.11.2014, 12:54 Uhr

Also die Franzmänner würde ich wegen Vertragsbruch mit den Hubschrauberträgern schon bestrafen. Man muss ja nicht alle gleich behandeln. Man kann ja mit zweierlei Maß messen. Das lernen wir doch gerade alle von Ober-Pinoccio Obama und IM Mutti.

Herr Paul Mueller

26.11.2014, 12:57 Uhr

Das ist nicht nett Herr Hofmann. Deutschland ist Exportnation. Wir brauchen auch Russland als Absatzmarkt. Da bekommen wir Öl und Gas für unsere Waren. Von den Amis gibts nur ungedeckte Checks.

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