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28.01.2009

20:11 Uhr

Wirtschaftsbeziehungen

China: Firmen stellen sich auf Abkühlung ein

VonAndreas Hoffbauer und Andreas Rinke

Deutsche Manager in China müssen jetzt vor allem eines – umdenken. Ging es im bislang erfolgsverwöhnten Reich der Mitte um Neuaufträge, Kapazitätsausbau und Expansion, sind nun Vokabeln wie „Kurzarbeit“, „Fabrikschließung“ und „Entlassung“ gefragt.

BASF-Werk in China: "Alleingänge und Abschottung sind die falschen Rezepte", sagt BASF-Chef Jürgen Hambrecht dem Handelsblatt angesichts der weltweiten Krise und des Abschwungs in China. Foto: dpa Pressebild

BASF-Werk in China: "Alleingänge und Abschottung sind die falschen Rezepte", sagt BASF-Chef Jürgen Hambrecht dem Handelsblatt angesichts der weltweiten Krise und des Abschwungs in China. Foto: dpa

PEKING. Nach einer Umfrage der Deutschen Handelskammer Schanghai erwartet fast jedes zweite deutsche Unternehmen in China einen Rückgang beim Umsatz.

Am Rande des Besuchs von Premier Wen Jiabao am Donnerstag in Berlin werden zwar insgesamt zwölf Abkommen unterzeichnet, neue wirtschaftliche Großprojekte sind jedoch nicht darunter. Die Hoffnung, dass die globale Krise das Wirtschaftswunderland China nur kurz treffen werde, haben die meisten deutschen Manager inzwischen abgehakt. Dreiviertel der Kammer-Mitgliedsfirmen gehen davon aus, dass die Krise mindestens bis 2010 dauert. Deshalb hält Jürgen Hambrecht, Chef des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Industrie, einen gemeinsamen Kampf gegen die Wirtschaftskrise für wichtig. „Alleingänge und Abschottung sind die falschen Rezepte – in der EU wie in China“, sagte der BASF-Chef dem Handelsblatt.

Immerhin waren die Handelszahlen im Vorjahr noch sehr beachtlich.Von Januar bis November 2008 kletterte die deutschen Exporte um 14,3 Prozent auf 31,3 Mrd. Euro. Die Einfuhren aus China stiegen im selben Zeitraum um 5,6 Prozent auf 54,3 Mrd. Euro. Aus Deutschland werden vor allem Maschinen, Anlagen, Elektroprodukte und Autos nach China verkauft. Von dort kommt Elektrotechnik und Kleidung.

Das Geschäft brummte über Jahre. Nachdem die Volksrepublik im vergangenen Quartal aber nur noch ein Wachstum von 6,8 Prozent schaffte, werden ausländische Firmen im Reich der Mitte nervöser. „Bis auf die Firmen, die ihr Geld mit Infrastrukturprojekten verdienen, merken alle einen rapiden Einbruch des Geschäfts“, sagt Jörg Wuttke, Präsident der EU-Kammer in Peking. Betroffen sind Branchen wie Auto, Chemie, Bau und Textil. „Kaum einer macht momentan noch Investitionsprogramme für China“, sagt Wuttke. Er erwartet darum, dass nicht nur Hersteller und Zulieferer, sondern in der nächsten Welle auch deutsche Ingenieur- und Architektenbüros vor Ort Probleme bekommen.

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