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08.10.2011

17:16 Uhr

Wirtschaftsbeziehungen

Deutsche Firmen loben den Standort Polen

VonMathias Brüggmann

22 Milliarden Euro hat die deutsche Wirtschaft im Nachbarland Polen investiert – doch nun fließt auch viel Geld andersherum. Die Nachbarn verzahnen sich wirtschaftlich immer mehr.

Bestens: deutsch-polnische Verbindungen. dapd

Bestens: deutsch-polnische Verbindungen.

Obwohl Russland viel größer ist und zudem Deutschlands wichtigster Energielieferant, ist Polen der größte Handelspartner der Bundesrepublik im ganzen Osten Europas. Und so haben im ersten Halbjahr 2011 die deutschen Exporte in die Russische Föderation um 38,7 Prozent zugelegt und die Ausfuhren nach Polen „nur“ um 21 Prozent. Dennoch liegt der deutsch-polnische Handel mit insgesamt 37,5 Milliarden Euro vor den deutsch-russischen Außenhandelsbeziehungen mit 34,3 Milliarden Euro.

Denn das Land an Oder und Weichsel hat sich enorm gemausert, für die deutsche Industrie ist es mit Abstand der beliebteste Standort unter allen osteuropäischen EU-Staaten: Polen führt nach einer Umfrage aller deutschen Handelskammern unter ihren Mitgliedsfirmen in der Region diese Liste an mit  4,8 von sechs möglichen Punkten, vor der Slowakei mit 4,1 Punkten.

Dazu trägt auch das Dutzend Sonderwirtschaftszonen bei, die Investoren mit finanziellen Anreizen und guter Infrastruktur locken, aber auch gut ausgebildete Arbeitskräfte, eine wachsende Wirtschaft, die steigende Binnennachfrage. Und so haben deutsche Unternehmen 22 Milliarden Euro bei den östlichen Nachbarn investiert. Dabei sind die Erfahrungen fast durchweg positiv: 86 Prozent der deutschen Investoren würden laut der Umfrage der Deutsch-Polnischen Industrie- und Handelskammer in Warschau ihre Entscheidung wiederholen.

Der deutsche Unternehmer Hans-Jörg Otto, der bei Posen den System- und Kabelsatz-Lieferanten El-Cab gegründet hat, nennt seinen „Gang nach Polen die beste Entscheidung meines Lebens“. Gründe für den Standort PL sind laut Dagmar Linder von der Deutschen Bank die stabile wirtschaftliche und politische Lage, der große polnische Markt, die stetig steigenden Einkommen und „dass Polen neben Russland als einziges Land der Region einen florierenden Kapitalmarkt hat.“ Geldhäusern, wie der polnischen Commerzbank-Tochter BRE-Bank, bieten sich dabei sogar noch ungewohnte Wachstumsperspektiven: Jeder dritte Pole hat bis heute kein Bankkonto, ergab eine Untersuchung der Bank Pocztowy .

Kommentare (5)

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RogueTrader

08.10.2011, 18:22 Uhr

die Polen sind einer der groesst Netto Empfaenger in der EU. Nach Schaetzung der EU in Bruessel, wird Polen zwischen 2007 und 2013 ueber 87 Milliarden an zuschuessen erhalten, waehrend Deutschland fuer den gleichen Zeitraum 164 Milliarden in die EU Kassen einzahlt.
Die Polen koennen den Standort mit Gold auslegen;..und das mit den Steuergeldern der deutschen Bevoelkerung.

omontono

08.10.2011, 19:00 Uhr

Deutschland ist und bleibt der Zahlmeister für ganz Europa.

Ohne deutsches Geld funktioniert wenig in der Welt.

Dumme Stammtischparolen? Mitnichten!

Und Polen (wie zuvor Irland) werden uns (seitens medialer Herrschaftsgewalt), als 'Vorbilder' präsentiert.

Wir werden doch alle nur verarscht und können uns jetzt schonmal auf die Autobahnmaut einstellen, deren Einnahmen dann für den nächsten sinnlosen Rettungsschirm verbraten werden.

Auf deutsch: Ich könnte kotzen

Steuersubventionsabkassierer

08.10.2011, 21:08 Uhr

Allein schon die Überschrift ... DEUTSCHE Firmen loben den Standort Polen ist eine Frechheit gegenüber jedem deutschen Arbeitslosen!

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