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19.06.2015

07:37 Uhr

Wirtschaftsforum in St. Petersburg

Putin und Tsipras verhandeln über Gas-Projekte

Beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg will Kremlchef Putin seine Gas-Projekte vorantreiben – und holt sich dafür den griechischen Regierungschef ins Boot. Für Tsipras könnten dabei zwei Milliarden Euro herausspringen.

Die Regierungschefs beraten in St. Petersburg über ein mögliches gemeinsames Projekt. Reuters

Alexis Tsipras und Wladimir Putin

Die Regierungschefs beraten in St. Petersburg über ein mögliches gemeinsames Projekt.

St. PetersburgNach der überraschenden Ankündigung zum Ausbau der Ostsee-Pipeline Nord Stream trifft Kremlchef Wladimir Putin am Freitag den griechischen Regierungschef Alexis Tsipras. Bei ihren Gesprächen in St. Petersburg geht es auch um ein weiteres Gas-Projekt: den Bau der Schwarzmeer-Leitung Turkish Stream.

Nach Ankündigung des russischen Energieministers Alexander Nowak wollen Putin und Tsipras am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums eine Beteiligung Griechenlands an dem Projekt beschließen. Beide Länder würden dann eine Absichtserklärung über die geplante Gasleitung Turkish Stream unterzeichnen, sagte Nowak.

Nach Ansicht von Experten könnte Russland dem vom Bankrott bedrohten EU-Land rund zwei Milliarden Euro für den Pipelinebau in Aussicht stellen. Der russische Finanzminister Anton Siluanow betonte indes, es liege keine offizielle Kreditanfrage aus Griechenland vor.

Der Chef des Staatsmonopolisten Gazprom, Alexej Miller, sprach am Donnerstag beim Forum bereits mit dem griechischen Energieminister Panagiotis Lafazanis über Turkish Stream.

Vor internationalen Wirtschaftsvertretern will Putin bei dem Forum zudem über die Krise der Rohstoffmacht sprechen. Das Riesenreich steckt wegen des niedrigen Ölpreises und der andauernden Rubelschwäche in einer tiefen Rezession. Die Strafmaßnahmen des Westens wegen Russlands Ukraine-Politik verschärfen die Lage.

Die politischen Spannungen mit dem Westen überschatten das Forum. Beobachter gehen davon aus, dass Putin in seiner Rede auch auf die Ankündigung der EU reagieren wird, ihre Sanktionen zu verlängern.

Kommentare (7)

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Herr Walter Gerhartz

19.06.2015, 13:25 Uhr

Auf dem gestrigen Wirtschaftsforum in St. Petersburg wurden wichtige ökonomische zugunsten Russlands Verträge geschlossen.
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Ganz oben steht eine Handelsabkommen mit Saudi Arabien, die sich nun stark an Russland anlehnen wollen.....die USA sind empört, dass der langjährige Freund sich nun langsam von ihnen lösen will !!
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Auch Siemens konnte mit Milliarden Verträgen punkten.
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Trotz Sanktionen: Russen und Europäer bauen Pipeline Nord Stream aus (DWN)
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Der russische Energie-Riese will gemeinsam mit den europäischen Energiekonzernen Eon, OMV und Shell zwei neue Stränge für Nord Stream bauen. Russland setzt deshalb auf die Ostsee-Pipeline, weil das Land die Ukraine als Transitland für die Lieferung von Gas nach Europa umgehen möchte.

Herr Walter Gerhartz

19.06.2015, 13:27 Uhr

EU - Sanktionen - Demokratie
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Welt: Russland-Krise kostet Europa bis zu 100 Milliarden Euro - sagt die Wifo und begründet das. "Allein in Deutschland stehen den Berechnungen des Wifo zufolge mittelfristig knapp eine halbe Million Arbeitsplätze und rund 27 Milliarden Euro an Wertschöpfung auf dem Spiel."
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Die Kommission ist da anderer Meinung, begründet es mit kurzfristiger Betrachtungsweise... "Nach Recherchen der LENA-Reporter in Brüssel fragt die Kommission zwar streng vertraulich die wirtschaftlichen Folgen bei den EU-Staaten ab. Doch nicht einmal die Europaabgeordneten kennen diesen Bericht der Kommission.
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Sogar die Ministerien der Mitgliedsstaaten werden offenbar über besonders vertrauliche Berichte der Kommission zu den Folgen der Sanktionen nur mündlich unterrichtet".
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Soviel dann auch zu unserer wunderbaren EU-Demokratie !?!?!

Herr Walter Gerhartz

19.06.2015, 13:28 Uhr

Und während dessen lacht sich die USA kaputt und treibt weiter fleißig Handel mit Russland.
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Jetzt noch schnell TTIP/TISA/CETA unterzeichnen. Fr. Merkel hat ja gesagt, dass es eilt..... Griechenland und die Eurokrise passt da auch noch gut ins Konzept. Mitfinanzierung eines Krieges in der Ukraine und Ausspionieren der eigenen Bevölkerung und der Industrie.
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Wirklich hervorragende Arbeit, dass muss man unserer Regierung schon lassen.
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Frau Merkel hat sich die Goldmedaille von den USA wirklich verdient.

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