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08.09.2011

18:36 Uhr

Wirtschaftskrise

EU-Kontrolleure sollen Griechen-Krise stoppen

In der kommenden Woche reisen die Kontrolleure der EU und des IWF wieder nach Athen - und sie erwarten Fortschritte bei den Reformen. Denn der Zustand der griechischen Wirtschaft ist schlimmer als bislang befürchtet.

Die griechische Wirtschaft steckt in einer schweren Krise. dpa

Die griechische Wirtschaft steckt in einer schweren Krise.

Brüssel/AthenDie Budget-Kontrolleure der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) sollen in der kommenden Woche nach Athen zurückkehren. „Es gibt noch kein präzises Datum“, sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Donnerstag in Brüssel. „Es ist klar, das liegt vor allem in der Hand der griechischen Behörden.“ 

Inzwischen ist klar: Die wirtschaftliche Talfahrt in Griechenland ist noch schlimmer als befürchtet. Wie das griechische Statistikamt am Donnerstag mitteilte, ist die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal auf Jahressicht um 7,3 Prozent geschrumpft. Eigentlich waren die Statistiker von einem Rückgang von 6,9 Prozent ausgegangen. Für das erste Quartal revidierte das Amt die Zahlen zudem noch weiter nach unten - das Minus betrug demnach von Januar bis März satte 8,1 Prozent. 

Die griechische Regierung geht für das Gesamtjahr derzeit von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 5,0 Prozent aus. Im vergangenen Jahr war die Wirtschaft im schuldengeschüttelten Mittelmeerland bereits um 4,5 Prozent zurückgegangen. Hintergrund für die tiefe Rezession sind stark sinkende Investitionen und Exporte, auch die von Sparmaßnahmen stark getroffenen griechischen Verbraucher haben ihre Ausgaben drastisch eingeschränkt. 

Die internationalen Geldgeber hatten in der vergangenen Woche von Athen gefordert, den Haushaltsplan für 2012 zu überarbeiten und Strukturreformen anzugehen. Die „Troika“ aus EU, Europäischer Zentralbank und IWF hatten die griechische Hauptstadt verlassen.

Griechenland wird seine zugesagten Schuldenabbauziele trotz des verstärkten Drucks der internationalen Geldgeber in diesem Jahr nicht einhalten. „Das Defizit wird höher sein als vereinbart, aber das ist der Rezession geschuldet“, sagte Athens Wirtschaftsminister Michalis Chrisochoidis der „Stuttgarter Zeitung“ (Freitag). „Mit den neuen Maßnahmen wird das Defizit ein Stück niedriger ausfallen, aber es scheint unmöglich, die ursprüngliche Zielmarke von 7,6 Prozent zu erreichen.“ 

Trotz der verfehlten Zahlen rechne er mit einem positiven Zeugnis der „Troika“. „Das Problem ist nicht ein Prozentpunkt mehr oder weniger. Die Troika will sehen, dass wir voranschreiten und die Reformen anpacken.“ Dies sei der Fall: “Es kann keinen Zweifel daran geben, dass wir unsere Verpflichtungen erfüllen“. 

Die Kontrolleure prüfen die Umsetzung des Spar- und Stabilisierungsprogramms, das mit Griechenland im Gegenzug für Milliardenhilfen vereinbart worden war. Ohne die Kontrolle gibt es keine Auszahlung der nächsten Kredittranche für Griechenland von rund zwölf Milliarden Euro, die Ende September ansteht. Die Summe stammt aus dem bereits laufenden Hilfspaket für Athen der Eurostaaten und des IWF von 110 Milliarden Euro und hat nichts mit dem zweiten Rettungspaket zu tun, das die Euroländer bei einem Gipfel am 21. Juli beschlossen haben.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Pendler

08.09.2011, 18:54 Uhr

Griechenland ist lange abgeschrieben !!


selbst die Griechen wissen das und beschaffen sich gerade Gold in großen Mengen. Wenn Hellas schon den Abhang herunter rutscht, wollen die griechischen Politiker nicht mittellos sein.

Account gelöscht!

08.09.2011, 19:30 Uhr


die alte EU Kontroll-Garde bleibt aber in Brüssel, kennt ja nun alle "einschlägig bekannten Hotels".
Es wird gezahlt. Basta.

kurzda

08.09.2011, 21:52 Uhr

Frau Merkel,
wir wollen unser Steuergeld zurück,
alternativlos

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