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12.04.2012

14:05 Uhr

Wirtschaftskrise

Hälfte der griechischen Jugend ohne Arbeit

Bittere Zahlen vom griechischen Arbeitsmarkt: Die Hälfte der jungen Menschen ist arbeitslos, die Zahl der Arbeit und Angestellten hat ein Rekordtief erreicht. Dadurch steigen die Sozialausgaben des gebeutelten Landes.

Junge Griechen in Athen: Mehr als die Hälfte ist ohne Job. Reuters

Junge Griechen in Athen: Mehr als die Hälfte ist ohne Job.

AthenJeder zweite junge Grieche ist ohne Job. 50,8 Prozent der Menschen zwischen 15 und 24 Jahren gingen in dem rezessionsgeplagten Mittelmeerland im Januar keiner regulären Arbeit nach, wie das Statistikamt Elstat am Donnerstag mitteilte. Das sind doppelt so viele wie vor drei Jahren. Die Arbeitslosigkeit erreichte in dem Monat einen Rekordwert und stieg auf 21,8 Prozent. Das ist zweimal so hoch wie der Durchschnitt in der Euro-Zone. Nur in Spanien sieht es noch schlechter aus: Im ersten Quartal lag die Arbeitslosenquote hier bei 22,9 Prozent. In Deutschland waren im März 7,2 Prozent ohne Arbeit.

Im Zuge des drastischen Sparkurses der griechischen Regierung gingen die Staatsausgaben zurück, viele Unternehmen meldeten Insolvenz an oder entließen Teile der Belegschaft. Diese Situation hat sich zuletzt noch verschärft. 2010 lag die Arbeitslosenquote bei 12,5 Prozent, ein Jahr später waren es im Schnitt bereits 17,7 Prozent. Seit 2008 ist die griechische Wirtschaftsleistung um ein Fünftel geschrumpft. In diesem Zeitraum sind etwa 600.000 Stellen verloren gegangen.

Wegen der zunehmenden Anträge auf Arbeitslosengeld fällt es der Regierung in Athen zunehmend schwer, ihre Haushaltsziele zu erreichen. Insgesamt waren in dem Land im Januar 1,08 Millionen Menschen ohne Arbeit. Das sind nach Angaben des Statistikamtes 47 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Arbeiter und Angestellten fiel auf ein Rekordtief von 3,88 Millionen. Auch für viele Menschen mit Job ist es schwierig, den Lebensstandard zu halten. Der Staat hat den Mindestlohn um etwa ein Fünftel auf rund 580 Euro im Monat gekürzt.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

12.04.2012, 14:30 Uhr

Aber die Zerstörung der griechischen Wirtschaft war doch absehbar!

So blind kann doch kein Menschen sein, daß bei Kappung der Nachfrage nichts mehr produziert werden kann!! Die Löhne sind so dramatisch gesunken, daß nur noch das Überlebensnotwendige gekauft werden kann! Solange die Nachfrage nicht angekurbelt wird, bricht die Wirtschaft weiter zusammen.

Account gelöscht!

13.04.2012, 09:53 Uhr


.. die latente Jugendarbeitslosigkeit in Griechenalnd ist doch nicht Folge jüngster Sparmassnahmen. Seit Jahren ist das Problem auffälligt, die auf ihre "Geld-Freunde" ausgerichtete Regierung/Politik kümmerte sich einen Furz um das eigentliche Problem ( es galt währenddessen fleissig die eigenen Taschen zu füllen ) . Die Kinder der Parteigenossen kamen unter, der Rest studiert bzw. verdingt sich mit Billigjobs.
Die Bauwirtschaft boomte mit albanischen und slawischen Billigarbeitern, ein Grieche rührte in den vergangenen Jahren kaum den Mörtel an. Stolzierte allenfalls als "Aufseherfasan durch die Geld-Wasch-Anlage".

Das Ganze dann mit "getürkten Rechnungen" und EU Regionalfondzuweisungen ( Infrastruktur/Tourismusförderung/Regionalförderung) ergab den fettesten Gewinn aller Zeiten. Schluck auf, Jamas.

Wer Arbeitsplätze abbaut, muss sie für teueres Geld wieder aufbauen. Beide Male , bei den Zuschüssen, für die Freunde des leichten Geldes eine lukrative Angelegenheit.

Rainer_J

13.04.2012, 11:49 Uhr

Und das Geld für die Förderung liegt auf Privatkonten reicher Griechen in der Schweiz. Man kann ein Land nur von außen helfen, wenn die Strukturen stimmen und die Korruption niedrig ist.

Aber Griechenland hat ja bald Wahlen und kann sich seine Führungspersonen selbst aussuchen.

Dann wird sich zeigen, ob Leute an die Macht kommen, die wirklich Refomen durchsetzen (auch gegen Reiche und Superreiche) oder ob es weitergeht wie bisher und die "Schuldigen" im Ausland gesucht werden (vor allem in Deutschland).

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