Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.09.2014

10:55 Uhr

Wirtschaftskrise hält an

Frankreichs Arbeitslosigkeit auf Rekordniveau

Die Zahl der Arbeitslosen in Frankreich ist im zweiten Quartal erneut gestiegen. Die Quote ist nun doppelt so hoch wie in Deutschland – und liegt mit 10,2 Prozent weiter auf Rekordniveau. 3,42 Millionen Bürger ohne Job.

3,42 Millionen Menschen sind in Frankreich ohne Job. Betroffene gehen auch in Internet-Börsen auf Arbeitssuche. dpa

3,42 Millionen Menschen sind in Frankreich ohne Job. Betroffene gehen auch in Internet-Börsen auf Arbeitssuche.

ParisIn der Wirtschaftskrise in Frankreich verharrt die Arbeitslosenquote kaum verändert auf einem Rekordniveau. Wie das nationale Statistikamt Insee am Donnerstag in Paris mitteilte, erreichte die Quote im zweiten Quartal 10,2 Prozent und lag damit um 0,1 Prozentpunkte über dem ersten Vierteljahr.

So steht es um die Wirtschaft der Euro-Krisenländer

Frankreich

Lage: Mit 0,3 Prozent wuchs die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone im vierten Quartal etwas schneller als erwartet. Sie befreite sich damit aus der Stagnation. Dennoch reichte es im Gesamtjahr 2013 nur zu einem Plus von 0,3 Prozent.

Aussichten: Für 2014 rechnet die Notenbank mit einem Wachstum von 0,9 Prozent. Frankreich leidet unter einer hohen Arbeitslosigkeit. "Steigende Arbeitslosigkeit und Steuererhöhungen wirken sich negativ auf die Einkommen aus", befürchtet deshalb die EU-Kommission. Das bremse den Konsum.

Italien

Lage: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Oktober bis Dezember um 0,1 Prozent zu. Das war das erste Wachstum seit Mitte 2011. Dennoch schrumpfte das BIP im Gesamtjahr um 1,9 Prozent.

Aussichten: Zwei Rezessionsjahren folgt eine kraftlose Erholung. 2014 wird von der EU-Kommission ein Wachstum von 0,7 Prozent erwartet, 2015 von 1,2 Prozent. Steigende Exporte dürften die Unternehmen zu mehr Investitionen ermutigen. Die Arbeitslosenquote soll 2014 noch einmal leicht steigen, was den Konsum dämpft.

Spanien

Lage: Der Notenbank zufolge ist das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 0,3 Prozent gewachsen. Trotzdem dürfte die Wirtschaft 2013 das zweite Jahr in Folge geschrumpft sein - voraussichtlich um 1,2 Prozent.

Aussichten: 2014 soll es ein mageres Wachstum von 0,5 Prozent geben, erwartet die EU-Kommission. Das Plus soll sich 2015 auf 1,7 Prozent erhöhen. Sowohl Unternehmen als auch Verbraucher dürften durch den Umbau des Bankensektors nach wie vor schwer an Kredite kommen. Die Exporte sollen dagegen gut laufen und stetig zulegen.

Griechenland

Lage: Im Vergleich zum Vorjahresquartal ging es Ende 2013 noch einmal um 2,6 Prozent nach unten. Immerhin: Zu Jahresbeginn war die Wirtschaftsleistung noch um mehr als das Doppelte eingebrochen.

Aussichten: Das BIP soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder wachsen, wenn auch nur um 0,6 Prozent. „2015 dürfte die Erholung an Kraft gewinnen, wenn die Investitionen zum Motor der Belebung werden“, erwartet die EU-Kommission. Schwachpunkt bleibt die Rekordarbeitslosigkeit von aktuell 28 Prozent, die den Konsum bremst.

Portugal

Lage: Das Wachstum beschleunigt sich im vierten Quartal auf 0,5 Prozent. Dadurch schrumpfte die Wirtschaft 2013 nur noch um 1,4 Prozent, nach 3,2 Prozent 2012.

Aussichten: 2014 soll nach drei Minus-Jahren wieder ein Plus folgen. Dann dürfte ein Wachstum von 0,8 Prozent herausspringen, das sich 2015 auf 1,8 Prozent erhöhen soll, erwartet die Regierung. Wachstumstreiber sind vor allem die Exporte, aber auch die Binnennachfrage soll 2014 wieder anziehen.

Zypern

Lage: Um voraussichtlich 5,5 Prozent ist die Wirtschaftsleistung 2013 eingebrochen. Ursprünglich war sogar ein Minus von 8,7 Prozent erwartet worden, doch lief der private Konsum besser als angenommen.

Aussichten: 2014 wird ein weiteres Minus von 3,9 Prozent erwartet. „Die zyprische Volkswirtschaft sieht sich starkem Gegenwind ausgesetzt“, so die EU-Kommission. Sowohl Konsum als auch Exporte dürften sinken. Erst 2015 wird mit einem Wachstum gerechnet, das aber mit 1,1 Prozent dünn ausfallen soll. Die Arbeitslosenquote dürfte 2014 auf 19,2 Prozent hochschnellen.

Ohne Überseegebiete der nach Deutschland zweitgrößten Euro-Volkswirtschaft gerechnet blieb die Quote bei 9,7 Prozent. Auf Jahresbasis verglichen sank die Quote um 0,1 Prozentpunkte. Das Arbeitsministerium hatte im August in Paris mitgeteilt, dass Ende Juli 3,42 Millionen Menschen ohne Job waren. Die Arbeitslosenquote ist doppelt so hoch wie in Deutschland.

Von

dpa

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Theo Gantenbein

04.09.2014, 11:19 Uhr

Welcher Unternehmer, der noch ganz bei Trost ist, sollte denn in F investieren. Das ist Sozialismus pur. Da kann man ja gleich nach Nord-Korea gehen....

Frau Helga Trauen

04.09.2014, 12:56 Uhr

Die gewünschte Angleichung der französischen und der deutschen Wirtschaft schreitet voran. Dank Nahles und Siggi Popp. Im Ergebnis wird die Arbeitslosigkeit in Deutschland dramatisch steigen und in Frankreich geringfügig zurückgehen. Alles für das "politische Projekt". "Koste es, was es wolle..." - die paar Arbeitslosen, die machen doch gar nichts. Es geht immerhin auf die die EUSSR. Da kann man Geld drucken und umverteilen, wie es benötigt wird. Und vor allem die Steuern raufsetzen. Sozialisten können alles. Egal, ob braun, grün, rot oder schwarz!

Herr Theo Gantenbein

04.09.2014, 13:06 Uhr

Deshalb ist es so wichtig AfD zu wählen. Die EUdSSR muss verhindert werden!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×