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05.11.2012

17:49 Uhr

Wirtschaftsreformen

Gutachten fordert heilsamen Schock für Frankreich

VonThomas Hanke

Ex-EADS-Chef Gallois fordert einschneidende Wirtschaftsreformen für Frankreich. Sein Gutachten kritisiert die Wettbewerbsfähigkeit – und setzt die französische Regierung mit anspruchsvollen Vorschlägen unter Zugzwang.

Louis Gallois überreicht Frankreichs Premier Jean-Marc Ayrault das Wirtschaftsgutachten. AFP

Louis Gallois überreicht Frankreichs Premier Jean-Marc Ayrault das Wirtschaftsgutachten.

Paris„Auf mich ist keinerlei Druck ausgeübt worden, man hat mich nicht gebeten, auch nur ein Wort zu ändern“, sagte Ex-EADS-Chef Louis Gallois heute Nachmittag bei der Vorstellung seiner Vorschläge für einen „Pakt für die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Industrie“.

Ein wenig schmunzeln musste er aber selber, als er nach der Reaktion des Premiers Jean-Marc Ayrault gefragt wurde, der den Gallois-Bericht kurz zuvor in Empfang genommen hatte: „Er hat mir versichert, er finde ihn sehr interessant.“ In Paris gilt es als ausgemacht, dass sich die Regierung nicht an die Vorschläge ihres wichtigsten Beraters halten wird und versucht hat, ihn zu einer weniger ambitionierten Empfehlung zu bewegen.

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Der Dissens besteht vor allem beim Tempo und der Höhe einer Entlastung der Industrie von Sozialabgaben, die anfangs durch höhere Steuern, dann durch Einsparungen finanziert werden sollen. Während die Regierung, die am Dienstag ihre Vorstellungen umreißen will, ist Gallois für eine „Schocktherapie“ für Frankreichs Industrie, die ihre „beschleunigte Abdrift“ stoppen und ihr mittelfristig zu mehr Wettbewerbsfähigkeit verhelfen soll.

Der Unternehmer, der bis Mitte des Jahres die Airbus-Mutter EADS führte, empfiehlt eine Verringerung der Lohnnebenkosten der Unternehmen um 20 Milliarden Euro in ein oder zwei Jahren, zusätzlich sollen die Sozialabgaben der Arbeitnehmer im selben Zeitraum um zehn Milliarden verringert werden.

Finanziert werden soll das unmittelbar über einen höheren Solidarzuschlag (CSG, eine ähnlich wie die Einkommensteuer wirkende Abgabe), sowie eine CO2-Steuer und einen erhöhten mittleren Satz der Mehrwertsteuer. Später dann sollen Einsparungen die Steuererhöhungen ersetzen. „Die Abgaben in Frankreich sind sehr hoch, weil die Staatsausgaben sehr hoch sind“, stellte Gallois in seinem typisch schnörkellosen Stil fest.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

05.11.2012, 18:57 Uhr

Hollande und Obama sind grandois gescheitert.

Kommunisten können nichts "erschaffen". Sie können nur Schulden machen und das Vorhandene verbrauchen und auf "Pump" weitermachen bis alles zusammenbricht unter der Krise. Sie enteignen diejenigen, die etwas haben - bereichern sich selbst damit - und füttern damit ihre Wähler in der sozialen Hängematte.

Mehr können sie nicht.

Martina

05.11.2012, 19:02 Uhr

aber aber, was macht denn Schäubele ... ?

Account gelöscht!

05.11.2012, 19:05 Uhr

Es ist schön, wenn sich die Menschen nicht nur um ihr eigenes egoistisches Wohl sorgen, sondern sich gesamtverantwortlich für das Wohl ihrer Volksgemeinschaft engagieren - wie es ein Gallois nun tat.

Auch für Deutschland würde ich mir wünschen, dass die Führung im Lande bewusst das Wohl der Nation, das Wohl des Deutschen Volkes sucht, diskutiert, umsetzt.

Viel zu sehr hat sich Deutschland mit Merkel auf eine pragmatische Linie eingelassen, in der stur und blindwütig versucht wird, alle Anforderungen und Interessen DER ANDEREN internationalen Partner gerecht zu werden - und hat dabei völlig vergessen, dass PRIMÄR UNSERE EIGENEN DEUTSCHEN INTERESSEN im Vordergrund, zumindest in Balance hierzu stehen müssten.

Per 2012 sind wir nur noch die Gefälligkeitsdeppen, die den Anforderungen der Anderen nachrennen. Warum stellen nicht WIR die Anforderungen, wieso rennen nicht die anderen UNS nach?

Als größte Wirtschaftsmacht der EU hätten wir ein anderes Standing verdient.

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