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11.09.2011

16:16 Uhr

Wirtschaftsregierung

Euro-Zone plant eigenen Beamtenstab

VonRuth Berschens

ExklusivBislang übt Euro-Zonen-Chef Juncker sein Amt nur nebenbei aus, aber das soll sich bald ändern: Die Eurogruppe will ihre Arbeit stärker institutionalisieren. Im Gespräch ist sogar ein eigener Beamtenstab in Brüssel.

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker steht nicht mehr für die nächste Amtszeit zur Verfügung. dpa

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker steht nicht mehr für die nächste Amtszeit zur Verfügung.

BrüsselDie Euro-Zone will ihre Finanzminister-Gruppe institutionell deutlich aufwerten. Voraussichtlich werde die Eurogruppe einen eigenen Beamtenstab in Brüssel erhalten, erfuhr das Handelsblatt von EU-Diplomaten. Zudem werde die Eurogruppe eventuell ab Mitte nächsten Jahres von einem hauptamtlichen Vorsitzenden geführt. Der derzeitige Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker übt das Amt nur nebenbei aus. Hauptamtlich ist er luxemburgischer Premierminister.

Junckers vierte Amtszeit an der Spitze der Eurogruppe läuft Mitte 2012 aus. Nochmals verlängern will er nicht. Das hat er selbst signalisiert und einen hauptamtlichen Nachfolger ins Gespräch gebracht.

Über mögliche Kandidaten für das Amt wird bereits heftig spekuliert. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble steht nach eigenen Angaben dafür nicht zur Verfügung. Anderslautende Gerüchte wies er gestern als „haltlos“ zurück. Die spanische Finanzministerin Elena Salgado wird in Brüssel als weitere mögliche Kandidatin genannt. Es gibt aber auch Gerüchte, dass EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy in Personalunion zusätzlich zu den geplanten regelmäßigen Euro-Gipfeln auch die Euro-Finanzministerräte leiten soll. Die Entscheidung über den nächsten Eurogruppen-Chef könnte beim EU-Gipfel Mitte Oktober fallen.

Die institutionelle Reform sei notwendig, um eine reibungslose politische Führung der Währungsunion zu gewährleisten, hieß es in Brüssel. Die Eurogruppe war wegen ihrer Zerstrittenheit und ihrer teilweise chaotischen Öffentlichkeitsarbeit im Laufe der Euro-Schuldenkrise immer wieder in die Kritik geraten. Mit dem bisherigen Provisorium könne die Währungsunion nicht weitermachen, hieß es in Brüssel. Der Euro-Finanzministerrat müsse professionalisiert werden.

Deutschland und Frankreich wollen voraussichtlich noch in dieser Woche einen gemeinsamen Vorschlag zur künftigen wirtschaftspolitischen Steuerung der Währungsunion vorlegen. Das kündigte Schäuble am Rande des G-8-Finanzministerrates in Marseille an. Die Niederlande verlangen einen unabhängigen EU-Haushaltskommissar in Brüssel, der Sparmaßnahmen in den Euro-Staaten notfalls erzwingen kann. Ein derart mächtige EU-Kommissar sei bei der Mehrheit der Euro-Staaten allerdings nicht durchsetzbar, hieß es in Brüssel.

Kommentare (23)

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rxm

11.09.2011, 16:27 Uhr

Bin für Barroso. Oder Oettinger. Sind beide peinlich genug für dieses Amt.

Account gelöscht!

11.09.2011, 16:32 Uhr

Um Gottes Willen nicht noch eine Institution mit sicher hochbezahlten "Experten" die dumm rumlabert, um uns am Ende das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Account gelöscht!

11.09.2011, 16:38 Uhr

Großer Gott verschone uns vor dieser Sorte Beamten.
Werden sie überhaupt gebraucht???
Es gibt schon viel zu viele Beamte in Brüssel und der EU.
Woher soll die kommen?
Und wer muss für diese unnützen Kosten aufkommen???
Keine weiteren Beamte für die EU und Brüssel.
Danke

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