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31.07.2012

21:21 Uhr

Wirtschaftsverbund Mercosur

Chavez erstreitet mehr Einfluss in Südamerika

Der südamerikanische Wirtschaftsverbund Mercosur erstreckt sich nun bis an den Karibikstrand. Möglich machte es die Aufnahme Venezuelas. Der wahlkämpfende linke Staatschef Chávez sieht sich in seinem Kurs bestätigt.

Südamerikas Präsidenten unter sich: Hugo Chávez (Venezuela), Dilma Roussef (Brasilien), José Mujica (Uruguay) und Cristina Fernández (Argentinien). dapd

Südamerikas Präsidenten unter sich: Hugo Chávez (Venezuela), Dilma Roussef (Brasilien), José Mujica (Uruguay) und Cristina Fernández (Argentinien).

BrasíliaSechs Jahre nach dem Grundsatzbeschluss ist Venezuela Vollmitglied des südamerikanischen Wirtschaftsverbundes Mercosur geworden. Das Ölland und OPEC-Mitglied wurde am Dienstag bei einem Sondergipfel in Brasília offiziell aufgenommen. Staatschef Hugo Chávez sprach von einem historischen Schritt. Die Aufnahme Venezuelas in den 1991 gegründeten „Gemeinsamen Markt des Südens“ (Mercosur) sei für ganz Südamerika von Vorteil. Die Erweiterung ist nicht unumstritten, denn sie wurde nur durch die Suspendierung von Paraguays Mitgliedschaft möglich, das sich bis zuletzt gegen die Aufnahme Venezuelas gesperrt hatte.

„Ich bin überzeugt: Heute beginnt ein neuer Zeitabschnitt für die Beschleunigung der Geschichte, die wir schaffen“, sagte der seit 1999 amtierende Chávez, der zum ersten Mal in diesem Jahr wieder international in Erscheinung trat. Der 58-Jährige hatte sich erst kürzlich vom Krebs als geheilt erklärt und kandidiert am 7. Oktober erneut bei der Präsidentschaftswahl. An dem Gipfel in Brasília nahmen neben Brasiliens Staatschefin Dilma Rousseff und Chávez auch Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner und Uruguays Staatschef José Mujica teil. Brasilien hat derzeit die Mercosur-Präsidentschaft inne.

Der Mercosur umfasst eine Bevölkerung von 270 Millionen Menschen. Auch andere Länder, wie Ecuador, signalisierten Interesse an einem Beitritt. Chávez hatte die Aufnahme auch als Niederlage des „Yankee-Imperiums“ (USA) bezeichnet, das mit seinem Versuch gescheitert sei, Venezuela mit Hilfe des paraguayischen Parlamentes zu blockieren. Die Mitgliedschaft Paraguays wurde am 29. Juni ausgesetzt, nachdem dort zuvor Präsident Fernando Lugo im Eilverfahren abgesetzt worden war. Der Mercosur beschloss schon 2006 die Aufnahme Venezuelas. Drei der vier Mercosur-Länder ratifizierten, nur Paraguays Senat nicht.

Von

dpa

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