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30.10.2014

10:54 Uhr

„Wladiwostok“ aus Frankreich

Russen müssen weiter auf ihr Kriegsschiff warten

Ursprünglich sollte Russland den Hubschrauberträger „Wladiwostok“ bald bekommen, doch noch gibt es kein grünes Licht. Die Französische Regierung sieht die Bedingungen noch nicht erfüllt. Das Tauziehen geht somit weiter.

Die „Wladiwostok“, ein Kriegsschiff der Mistral-Klasse. Für die Lieferung an Russland gibt es von französischer Seite kein grünes Licht. AFP

Die „Wladiwostok“, ein Kriegsschiff der Mistral-Klasse. Für die Lieferung an Russland gibt es von französischer Seite kein grünes Licht.

ParisDas durch Russlands Rolle in der Ukraine-Krise verursachte Tauziehen um die Lieferung eines französischen Kriegsschiffs an Moskau geht weiter: Einen Tag nach Angaben aus der russischen Regierung, wonach der Hubschrauberträger „Wladiwostok“ in zwei Wochen übergeben werden solle, bestritt Paris eine entsprechende Einigung. „Heute sind die Bedingungen nicht erfüllt“, sagte Finanzminister Michel Sapin am Donnerstagmorgen dem Sender Radiosender RTL.

Gegen das milliardenschwere Rüstungsgeschäft gibt es erhebliche Einwände von Frankreichs Partnern in der Nato. Paris hatte die Auslieferung daraufhin im September auf Eis gelegt. Staatschef François Hollande machte aber deutlich, dass geliefert werde, wenn bestimmte Bedingungen wie ein Waffenstillstand in der Ukraine erfüllt seien. Derzeit werden aus dem Osten der Ukraine noch fast täglich Kämpfe zwischen ukrainischen Regierungstruppen und pro-russischen Separatisten gemeldet.

Die Schiffe der Mistral-Klasse sind die größten französischen Kriegsschiffe nach dem Flugzeugträger „Charles de Gaulle“. Sie können unter anderem mehrere Landungsboote, 16 Hubschrauber, 13 Panzer und 450 Soldaten unterbringen. Die baltischen Staaten und andere Nachbarländer Russlands fürchten, dass Russland die Schiffe für Landeoperationen einsetzen könnte.

Putin spricht...

über Krieg und Frieden

„Russland hat keine Absicht, Krieg gegen das ukrainische Volk zu führen.“
am 4.3. in einer Pressekonferenz

„Wenn ich will, kann ich in zwei Wochen Kiew einnehmen.“
am 01.09. in einem Telefonat mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, das dieser öffentlich machte. Die russische Seite erklärte im Anschluss, das Zitat sei aus dem Zusammenhang gerissen worden.

über Rüstung

„Die Militarisierung des Weltraums und die US-Stützpunkte in Europa und Alaska, direkt an unserer Grenze, nötigen uns zu einer Reaktion.“
am 10.09. in einer Pressekonferenz

über die Zukunft der Ostukraine

„Russland behält sich das Recht vor, alle vorhandenen Mittel zu nutzen, sollte es in östlichen Regionen der Ukraine zu Willkür kommen.“
am 4. 3. in einer Pressekonferenz

„Diese Gebiete (im Süden und Osten der Ukraine) waren als Neurussland historisch ein Teil des Russischen Reiches. Erst in den 1920er Jahren wurden die Territorien von den Bolschewiken der Ukraine gegeben. Gott weiß warum.“
am 17. 4. im russischen Staatsfernsehen

„Es müssen umgehend substanzielle inhaltliche Verhandlungen anfangen - nicht zu technischen Fragen, sondern zu Fragen der politischen Organisation der Gesellschaft und der Staatlichkeit im Südosten der Ukraine.“
am 31. 8. vor dem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe

über die Führung der Ukraine

„In der Ukraine gibt es bislang keine legitime Macht, mehrere Staatsorgane werden von radikalen Elementen kontrolliert.“
am 18. 3. in der Rede an die Nation

„Sind sie da jetzt völlig verrückt geworden? Panzer, Schützenpanzerwagen und Kanonen! (...) Sind sie total bekloppt? Mehrfachraketenwerfer, Kampfjets im Tiefflug! (...) Sind sie dort jetzt völlig bescheuert geworden, oder was?
am 17. 4. im russischen Staatsfernsehen

über den Westen

„In der Ukraine überschritten die westlichen Partner die rote Linie, verhielten sich grob, verantwortungslos und unprofessionell.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

„Die Vereinigten Staaten dürfen in Jugoslawien, Irak, Afghanistan und Libyen agieren, aber Russland soll es verwehrt sein, seine Interessen zu verteidigen.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

über Russen im Ausland

„Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden die Russen zu einem der größten geteilten Völker der Welt. Millionen von Menschen gingen in einem Land ins Bett und erwachten in einem ganz anderen und wurden zur nationalen Minderheit.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

„Ich glaube daran, dass die Europäer, vor allem aber die Deutschen, mich verstehen werden (...). Unser Land hatte das starke Bestreben der Deutschen nach Wiedervereinigung unterstützt. Ich bin sicher, dass sie das nicht vergessen haben und rechne damit, dass Bürger Deutschlands das Bestreben der russischen Welt, ihre Einheit wiederherzustellen, (...) ebenfalls unterstützen werden.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

Seit Juli werden bereits insgesamt rund 400 russische Marine-Soldaten in Saint-Nazaire für die „Wladiwostok“ ausgebildet. Moskau hatte auf der Lieferung der Mistral-Schiffe bestanden und mit Schadenersatz-Forderungen gedroht.

Von

afp

Kommentare (2)

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G. Nampf

30.10.2014, 11:27 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Teito Klein

30.10.2014, 18:35 Uhr

Kein Kriegsschiff für Putin
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Die französischen Hubschrauberträger kommen - das hat Russland am Mittwoch bekanntgegeben. Paris meldet nun jedoch, die Bedingungen für eine Auslieferung seien noch nicht erfüllt.

Und Warlord Putin provoziert die Nato.
■ Kampfjets über Ost- und Nordsee und vor Portugal
■ U-Boot vor Schweden
■ Lettland meldet ein russisches Kriegsschiff vor der Küste

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