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07.04.2014

20:33 Uhr

Womöglich weiterer Atomtest

Auswärtiges Amt bestellt Nordkoreas Botschafter ein

Das Auswärtige Amt bestellt den nordkoreanischen Botschafter Ri Si Hong ein. Der Grund: Die kommunistische Führung in Pjöngjang kündigt einen weiteren Atomtest an, nachdem sie Hunderter Kurzstreckenrakete abfeuerte.

Nordkorea droht damit, eine neuartige Form eines Atomtests vorzunehmen. dpa

Nordkorea droht damit, eine neuartige Form eines Atomtests vorzunehmen.

BerlinDas Auswärtige Amt hat am Montag den nordkoreanischen Botschafter Ri Si Hong einbestellt, weil die kommunistische Führung in Pjöngjang einen weiteren Atomtest angekündigt hat. Der Abschuss mehrerer hundert Kurzstreckenraketen und mindestens zweier Mittelstreckenraketen seien weitere Gründe für die Einbestellung des Botschafters, teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Abend in Berlin mit. Zudem sei es vor wenigen Tagen an der Seegrenze zwischen Nord- und Südkorea zu einem offenen Schusswechsel gekommen.

Am Sonntag vergangener Woche hatte die nordkoreanische Regierung damit gedroht, eine „neuartige Form eines Atomtests“ vorzunehmen. Nordkorea regierte damit auf harsche Kritik des UN-Sicherheitsrates an seinen vorherigen Raketentests.

Nordkoreas Verbündete

China

Die Volksrepublik ist mit Abstand Nordkoreas größter Exportpartner. Nicht in den Statistiken tauchen umfangreiche Nahrungsmittel- und Energiehilfen auf. Peking hat mehr Einfluss auf Pjöngjang als jeder andere Staat. Allerdings hat auch China Nordkoreas dritten Atomtest verurteilt und den jüngsten Sanktionen des UN-Sicherheitsrats zugestimmt - das zeigt die Verärgerung über den jungen Machthaber Kim Jong Un.

Als Gastgeber organisierte Peking mehrere Runden der Sechs-Parteien-Gespräche zwischen Nordkorea, China, den USA, Südkorea, Japan und Russland. Für ein Ende des Atomwaffenprogramms standen diplomatische Zugeständnisse und Wirtschaftshilfen in Aussicht. Doch Nordkorea ließ die Verhandlungen 2009 platzen und setzt bis heute allein auf Konfrontation.

Iran

Nordkorea ist seit Jahren ein wichtiger Waffenlieferant für Teheran. Nach Angaben der Vereinten Nationen exportierte Pjöngjang auch für Atom-Sprengköpfe geeignete Raketen in den Iran. 2012 vereinbarten das Mullah-Regime und die kommunistische Diktatur eine noch engere Zusammenarbeit. Zu diesem Zweck unterzeichneten Vertreter beider Länder mehrere Kooperationsabkommen im Technologiebereich. Konkret geht es um Energie, Umwelt, Landwirtschaft und Lebensmittel, eine engere Zusammenarbeit bei der Forschung sowie um Austauschprogramme für Studenten.

Russland

Pjöngjang steht in Moskau noch aus sowjetischer Zeit mit rund elf Milliarden US-Dollar in der Kreide. Das Verhältnis der einst engen Verbündeten hat sich in den vergangenen Jahren deutlich abgekühlt. Noch im Sommer 2011 wollten der damalige Kremlchef Dmitri Medwedew und der bereits von Krankheit geschwächte nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il neuen Schwung in die Beziehungen bringen. Sie kündeten zahlreiche gemeinsame Projekte an, doch blieb es meist bei Absichtserklärungen. So scheiterte auch der Bau einer Pipeline, die russisches Erdgas über nordkoreanisches Gebiet nach Südkorea transportieren sollte.

Kuba

Nordkorea und Kuba kooperieren unter anderem in den Bereichen Energie, Landwirtschaft und Biotechnologie. Seit 1960 gibt es diplomatische Beziehungen zwischen Havanna und Pjöngjang. Auf den Tod des „Genossen Kim Jong Il“ im Dezember 2011 reagierte Kubas Regierung mit einer dreitägigen Staatstrauer.

Das Auswärtige Amt forderte die nordkoreanische Regierung nachdrücklich auf, Schritte zur Deeskalation und zur Wiederaufnahme des Dialoges zur Lösung der Atomfrage zu unternehmen. Sollte es durch einen vierten Nukleartest einen erneuten gravierenden Verstoß gegen die UN-Sanktionen geben, wäre „eine deutliche Reaktion der internationalen Staatengemeinschaft die Folge“, erklärte das Auswärtige Amt.

Von

rtr

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