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21.01.2014

20:40 Uhr

World Economic Forum

Der gute Gast aus Teheran

VonMarc Etzold

Die Stimmung beim Weltwirtschaftsforum in Davos besagt: Die Euro-Krise – zuletzt stets Topthema – ist abgehakt. Im Fokus stehen zwei andere Brennpunkte. Die Hoffnungen der Manager liegen auf Irans Präsidenten Rohani.

Irans Präsidenten Hassan Rohani kommt nach Davos – die Konzernlenker sind schon gespannt und wittern neue Geschäfte. Reuters

Irans Präsidenten Hassan Rohani kommt nach Davos – die Konzernlenker sind schon gespannt und wittern neue Geschäfte.

DüsseldorfWas für eine Vorstellung: Im idyllisch verschneiten Davos treffen sich der israelische Regierungschef und der iranische Präsident zu einem Gespräch im Hinterzimmer. Fern ab ihrer Heimatländer sprechen sie auf neutralem Boden über das iranische Atomprogramm. Danach wagen sie den Schritt in die Öffentlichkeit, reichen sich die Hände und lachen in die Kameras der internationalen Presse. Nur ein Hirngespinst. Aber theoretisch möglich. Denn sowohl der Iraner Hassan Rohani wie auch der Israeli Benjamin Netanjahu sind Gast beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos.

Es ist das Spitzentreffen der führenden Politikern, Top-Manager und Wissenschaftler. Mehr als 40 Staats- und Regierungschefs werden in dem Schweizer Kurort erwartet. 2500 Teilnehmer haben sich angemeldet, um die drängendsten Fragen aus Politik und Wirtschaft zu diskutieren. Ein Gradmesser für die weltweite Stimmung. Und der besagt: Die Euro-Krise – in den vergangenen Jahren stets Topthema – ist abgehakt. Oder zumindest an den Rand gedrängt von zwei anderen internationalen Brennpunkten: dem Bürgerkrieg in Syrien und dem Atomkonflikt mit Iran.

Die WEF-Höhepunkte am Mittwoch

9 Uhr - Digitale Welt

Am Morgen geht es ab 9 Uhr um den „Neuen Digitalen Kontext“. Marissa Mayer (Yahoo), John T. Chambers (Cisco), Marc R. Benioff (salesforce.com) und Randall L. Stephenson (AT&T) diskutieren, welche gesellschaftlichen, ökonomischen und technische Kräfte die digitale Welt neu gestalten.

10.45 Uhr - Europa und die Krise

„Ist Europa wieder da?“ Wie nachhaltig die wirtschaftliche Entwicklung in Europa ist, darüber debattieren um 10.45 Uhr der frühere Bundesbankchef und jetzige UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber, Martin Sorrell (WPP Group), Kenneth Rogoff (Harvard University), Pierre Nanterme (Accenture), Giuseppe Recchi (Eni) und Bobby Ghosh (Time Magazine).

17.45 Uhr - Japan

Die Neugestaltung der Welt aus der Sicht Japans. Um dieses Thema geht es am ersten Abend in Davos. Der japanische Regierungschef Shinzo Abe wird etwa eine Stunde lang zu dieser Frage sprechen.

Diese Gemengelage macht den Besuch des iranischen Präsident Rohani und des israelischen Ministerpräsident Netanjahu so brisant. Netanjahu hat aber bereits klar gemacht, dass es ein Treffen nur unter einer Bedingung geben könnte. „Wenn Rohani sagen würde: Wir erkennen den jüdischen Staat an und sind bereit, mit ihm Frieden zu schließen und wir wissen, dass Israel für immer existieren wird. Ja, das würde mein Interesse wecken“, sagte der israelische Ministerpräsident vergangene Woche in einem Interview mit dem kanadischen Fernsehsender CTV.

Der frühere iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte in seiner Amtszeit, die im vergangenen August endete, wiederholt gesagt, Israel müsse von der Landkarte ausradiert werden. Sein Nachfolger Rohani schlägt zwar deutlich moderatere Töne an. Direkte Gespräche zwischen den Erzfeinden finden aber nicht statt – von einer Anerkennung Israels ganz zu Schweigen.

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21.01.2014, 20:40 Uhr

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