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22.08.2012

16:55 Uhr

WTO-Beitritt Russlands

Chance für deutsche Investoren

Nach jahrelangen zähen Verhandlungen ist Russland Mitglied der WTO geworden. Bundeswirtschaftsminister Rösler forderte das Land auf, seinen neuen Verpflichtungen nachzukommen.

Die russische Ministerin für Wirtschaftsentwicklung, Elvira Nabiullina mit dem Generaldirektor der WTO, Pascal Lamy. AFP

Die russische Ministerin für Wirtschaftsentwicklung, Elvira Nabiullina mit dem Generaldirektor der WTO, Pascal Lamy.

Moskau/BrüsselDie Energiegroßmacht Russland ist rund 18 Jahre nach ihrem Aufnahmeantrag und nach zähen Verhandlungen am Mittwoch als 156. Mitglied der Welthandelsorganisation WTO beigetreten. Das sei ein „entscheidender Schritt zur weiteren Einbindung des Landes in die Weltwirtschaft“, sagte EU-Handelskommissar Karel De Gucht einer Erklärung vom Mittwoch zufolge.

Mit dem historischen Schritt verpflichtet sich Russland unter anderem, seine Märkte stärker zu öffnen. Auch Deutschland hofft als wirtschaftlicher „Schlüsselpartner“ des Riesenreichs auf einfachere Geschäfte und eine Modernisierung der oft noch sowjetisch geprägten russischen Industrie.

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Nach 18 Jahren Verhandlung ist Russland Mitglied der Welthandelsorganisation. Viele Unternehmen seien dennoch nicht auf Wettbewerbsdruck eingestellt, räumt Handelsminister Manturow ein - und kündigt Anpassungshilfen an.

„Wichtig ist nun, dass das Land seine eingegangenen Verpflichtungen zügig und in vollem Umfang umsetzt“, forderte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) in einer Stellungnahme. Investoren kritisieren immer wieder Korruption, Bürokratie und Rechtsunsicherheit im größten Land der Erde. Hingegen hatten Beitrittsgegner zwischen St. Petersburg und Wladiwostok gewarnt, der heimische Markt werde mit ausländischen Billigprodukten überflutet.

Die WTO-Aufnahme werde die russische Wirtschaft und auch die Konkurrenz stimulieren, schrieb der international angesehene Ex-Finanzminister Alexej Kudrin beim Kurznachrichtendienst Twitter. Russland ist mit Einfuhren aus der EU von 108 Milliarden Euro der drittgrößte Handelspartner der Gemeinschaft. Die EU importierte 2011 Waren - vor allem Öl und Gas - für knapp 200 Milliarden Euro und war damit Russlands größter Handelspartner.

Die EU zeigte sich „besonders besorgt“ darüber, dass Russland die Einführung einer Recycling-Gebühr für Autos plant. Dies sei eine Benachteiligung von Importfahrzeugen. Autos gehören neben Arzneimitteln und Autoteilen zu den wichtigsten EU-Exporten nach Russland. Russland muss nach dem WTO-Beitritt die Einfuhrzölle von durchschnittlich 10 auf 7,8 Prozent senken.

Von

dpa

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