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16.10.2011

19:03 Uhr

Würdiging für Bürgerrechtler

Obama weiht Denkmal für Martin Luther King ein

Das Denkmal zur Würdigung des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther Kings steht. Es hat über vier Jahrzehnte gedauert, bis es so weit war. US-Präsident Obama nutzt die Gelegenheit für eine flammende Rede.

Die Statue von Martin Luther King in Washington AFP

Die Statue von Martin Luther King in Washington

Washington Gut 43 Jahre nach seinem Tod wird der schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King mit einem gewaltigen Denkmal in der US-Hauptstadt Washington gewürdigt. Präsident Barack Obama und sein Vize Joe Biden weihten das gut neun Meter hohe Granit-Abbild am Sonntag vor den Augen zehntausender Zuschauer ein. „An diesem Ort wird er für alle Zeiten stehen, umgeben von Monumenten für die Gründungsväter und Verteidiger dieser Nation“, sagte Obama.

In seiner Laudatio würdigte er die „moralische Vorstellungskraft“ und den „hoffnungsvollen Weitblick“ des am 4. April 1968 ermordeten Vorkämpfers für die Rechte der schwarzen US-Bevölkerung. Dank King seien Barrikaden gestürzt worden und der Fanatismus verblasst. Er habe das Gewissen geweckt und die Nation besser gemacht, sagte der Präsident.

King habe mit seinem Wirken einer ganzen Generation die Tür zu neuen Möglichkeiten eröffnet, sagte Obama. Durch ihn sei Amerika „fairer, freier und gerechter“. Doch Kings Arbeit sei längst nicht erledigt, die Ungerechtigkeit und Armut in den USA noch viel zu groß. „Wir können uns nicht entmutigen lassen von dem, was ist. Wir müssen dafür kämpfen, was sein sollte“, meinte der Präsident in einer energischen Rede. Das Land und die Welt müsse gerechter werden für „jedes einzelne Kind Gottes“.

Zu der feierlichen Zeremonie an der National Mall in der US-Hauptstadt waren rund 50.000 Gäste erwartet worden. Das riesige Monument in unmittelbarer Nähe des Weißen Hauses wurde an dem Ort gebaut, an dem King 1963 seine berühmte „Ich habe einen Traum“-Rede hielt.

Das Monument war am 22. August für die Öffentlichkeit freigegeben worden und hat seitdem Touristen aus aller Welt angezogen. Inmitten eines mit Wasser gefüllten Beckens steht auf einem kreisförmigen Podest der sogenannte Stein der Hoffnung. Darauf erhebt sich die neun Meter hohe Statue von King, die der chinesische Künstler Lei Yixin entworfen hat. Die Statue aus hellem Granit steht auf einem Gelände von der Größe mehrerer Fußballfelder mitten in der berühmten Museumszeile im Herzen der Stadt. Sie ist umgeben von zwei langen Mauern mit eingemeißelten Zitaten von King. Das Bauwerk kostete 120 Millionen Dollar (86,5 Millionen Euro) und wurde aus Spenden finanziert.

Für Kritik hatte vor der Eröffnung gesorgt, dass kein Amerikaner, sondern ein chinesischer Bildhauer die Statue erschuf. Er sei deutlich sichtbar von seinem kommunistischen Umfeld geprägt, hieß es in Zeitungskommentaren. Vieles an dem Denkmal erinnere an Bildnisse von Stalin.

Die Einweihungszeremonie war bereits für den 28. August geplant gewesen, den 48. Jahrestag von Kings weltverändernder „I have a dream“-Rede in Washington, in der er seinen Traum von der Gleichbehandlung aller Menschen beschrieb. Die Einweihung musste jedoch wegen des Hurrikans „Irene“ abgesagt werden, der damals an der US-Ostküste tobte.

Zur Ersatzveranstaltung bei strahlendem Sonnenschein machten sich nach Veranstalterangaben 50 000 Menschen aus den ganzen USA auf den Weg. Eine Riege amerikanischer Stars wie die Soulsängerin Aretha Franklin und der Musiker Stevie Wonder ehrten King mit bejubelten Bühnenauftritten. Auch seine Familie und Weggefährten waren bei der Feier vertreten. Das Programm bestand zudem aus Reden von Bürgerrechtlern, die aktuelle soziale Missstände anprangerten. Die „Dream“-Rede wurde noch einmal in voller Länge auf gezeigt.

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