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12.09.2012

13:35 Uhr

Wütende Proteste

US-Botschafter stirbt bei Attentat in Libyen

Ein mutmaßlich islamfeindlicher Film hat heftige anti-amerikanische Ausschreitungen in Ägypten und Libyen ausgelöst. In Bengasi ist bei einem Angriff der US-Botschafter Chris Stevens um Leben gekommen.

Libyen

Angriff auf US-Konsulat

Libyen: Angriff auf US-Konsulat

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KairoEin mutmaßlich islamfeindlicher Film hat zu wütenden Protesten gegen US-Konsulate in Ägypten und Libyen geführt. In der libyschen Stadt Bengasi sind nach Behördenangaben der US-Botschafter Chris Stevens und drei weitere Botschaftsangehörige bei einem Raketenangriff ums Leben gekommen. US-Präsident Barack Obama am Mittwoch bestätigt, dass Botschafter Chris Stevens zu den vier Menschen gehört, die beim Angriff auf das amerikanische Konsulat in der libyschen Stadt Bengasi getötet wurden. „Ich verurteile die empörenden Attacken auf unsere diplomatische Einrichtung auf das Schärfste“, hieß es in einer schriftlichen Erklärung des Weißen Hauses.

Als Reaktion schickt das Pentagon Marineinfanteristen nach Bengasi. Sie sollen nach dem tödlichen Angriff auf das US-Konsulat den Schutz der Diplomaten gewährleisten, wie der Sender CNN unter Berufung auf Ministeriumsbeamte berichtete.

In Kairo stürmten Demonstranten auf das Botschaftsgelände, rissen die US-Flagge herunter und hissten eine schwarze Fahne mit einem islamischen Glaubensbekenntnis: "Es gibt keinen Gott außer Gott, und Mohammed ist sein Prophet". Die Flagge, ähnlich einem von Al-Kaida genutzten Banner, wird häufig von Ultrakonservativen in der Region verwendet.

Der stellvertretende libysche Ministerpräsident Mustafa Abu Schagur verurteilte das Attentat auf Botschafter Christopher Stevens in einer Twitter-Nachricht als "feige Tat". Nach Auskunft der libyschen Behörden eröffneten Unbekannte mit Gewehren das Feuer auf das US-Konsulat, woraufhin sich die libyschen Sicherheitskräfte zurückgezogen hätten. Andere Angreifer warfen selbstgebastelte Sprengsätze auf das Gelände, wo kleinere Feuer brannten. Plünderer trugen auf dem verlassenen Gelände des US-Konsulats Tische, Stühle und Waschmaschinen fort.

Der libysche Regierungsvertreter sagte, der Botschafter und die anderen drei Botschaftsangehörigen seien auf dem Weg zu einem sicheren Ort gewesen, als sie angegriffen wurden. Die US-Botschaft habe ein Militärflugzeug damit beauftragt, die Leichen nach Tripolis zu bringen, um sie von dort in die USA zu fliegen. Nach Angaben der libyschen Behörden besteht ein Zusammenhang zwischen den Protesten in Kairo und Bengasi. Dagegen sagte ein US-Regierungsvertreter in Washington, er habe keinen Grund anzunehmen, dass es zwischen beiden Vorfällen eine Verbindung gebe.

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

12.09.2012, 02:15 Uhr

George Bush hatte schon vor Jahren zu einem Kreuzzug gegen die Barbaren aufgerufen. Es soll ja Leute geben, die in Ägypten "Urlaub" machen. Wer so verrückt ist, dem ist nicht mehr zu helfen.

Hagbard_Celine

12.09.2012, 08:22 Uhr


" Sam Bacile, der Amerikaner, der nach eigenen Angaben das Drehbuch für den zweistündigen Film schrieb, ihn produzierte und auch Regie führte, sagte, er habe mit solch einer Reaktion nicht gerechnet. "Es tut mir leid für die Botschaft", erklärte er . "Ich bin wütend." Er sei Jude und kenne die Region."

Mafia, oder gibt es ein passenderes Wort dafür ?

Wischniowski

12.09.2012, 09:07 Uhr

... und verbrennet auch die Filme, in denen "fehlgeleitete Individuen" schändlich über den einzig wahren Propheten berichten. Da auch die Botschaftsmitarbeiter unreinen Blutes sind, mag die Tat vor Gott dem Allmächtigen gerechtfertigt. Eine Mischung aus tiefstem Mittelalter und November 1938. Kein Wunder, dass ich in den arabischen Ländern gerne als Vertreter aus dem Land des "Hitler, good man" freundlich empfangen worden bin. Wahnsinn ist jedoch, dass die Europäer diese islamistischen Kräfte des "Arabischen Frühlings" unterstützten. Es ist krank, dass es keine massive Kritik an dem jungen Staatsaparat gibt, der solche rassistischen Übergriffe nicht verhindern will. An Waffengewalt fehlt es nicht, allein der Wille fehlt.

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