Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.01.2014

17:00 Uhr

Wulff tritt in der Schweiz auf

Der deutsche Jimmy Carter

VonHolger Alich

Der Prozess gegen den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff neigt sich dem Ende zu. Ein Freispruch ist wahrscheinlich. Schon denkt der 54-Jährige laut über seine Zukunft nach – am Rande einer Tagung in der Schweiz.

Christian Wulff will auch wieder als Anwalt tätig sein. ap

Christian Wulff will auch wieder als Anwalt tätig sein.

InterlakenNein, zu der laufenden Gerichtsverhandlungen und seinen Affären, dazu werde sich Christian Wulff nicht äußern. Das stellt Tagungsmoderator Stephan Klapproth gleich vor dem Vortrag des deutschen Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff klar. Zum ersten Mal seit Prozessbeginn stellt sich der CDU-Politiker einer breiten Öffentlichkeit. Dazu wählt er das Internationale Alpensymposium im malerischen Interlaken.

Wulff wirkt entspannt, als er an das Rednerpult im gut besetzen Saal im Victoria-Jungfrau-Hotel tritt. Die präsidiale Geste hat er nicht verlernt. Dunkles Tuch, am Revers die „Sonderstufe des Großkreuzes“, die höchste Stufe des Verdienstordens. „Ich habe mich mein ganzes Leben für Weltoffenheit eingesetzt“, beginnt er seinen Vortrag zum Thema „Grenzen überwinden – Offenheit für Fremde und Fremdes“.

Mit seinem Plädoyer für Integration und offene Grenzen mischt sich Wulff ganz bewusst aus der Schweiz heraus in die innerdeutsche Debatte um Einwanderung in die Sozialsysteme ein. Diese hatte die CSU mit einem Strategiepapier losgetreten, das in dem Satz gipfelt: „Wer betrügt, der fliegt.“

Zur Debatte um Armutseinwanderung sagt Wulff: „Der Schaden für Rumänien und Bulgarien, ihre besten Köpfe zu verlieren, ist für beide Länder sicher größer, als der Schaden, dass einzelne versuchen könnten, unsere Sozialsysteme zu missbrauchen.“ Deutschland habe durch Einwanderung mehr zu gewinnen als zu verlieren.

Christian Wulff: Ein Steckbrief

Geburt

Christian Wulff ist am 9. Juni 1959 in Osnabrück als Christian Wilhelm Walter Wulff geboren.

Ausbildung

Sein Abitur bestand Wulff 1980 mit der Note 1,9. Danach studierte Wulff bis 1986 Jura in seiner Heimatstadt Osnabrück.

Beruf

1990 Niederlassung als Rechtsanwalt in Osnabrück .

Partei

1975 CDU-Eintritt, 1978-1980 Bundesvorsitzender Schüler-Union, 1994-2008 Landesvorsitzender in Niedersachsen, seit 1998 stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender.

Abgeordneter

Von 1986 bis 2001 im Rat der Stadt Osnabrück, von 1994 bis 2010 im niedersächsischen Landtag

Wahlen

Niederlagen: 1994 und 1998 erfolglose Kandidatur gegen Gerhard Schröder (SPD) um das Amt des Ministerpräsidenten in Hannover.

Wahlsiege: 2003 Gewinn der Landtagswahl und Ministerpräsident Niedersachsens bis 2010, im gleichen Jahr wird Wulff im dritten Wahlgang zum Bundespräsidenten und somit zum Staatsoberhaupt gewählt.

Familie

Verheiratet: Von 1988 bis 2006 mit Rechtsanwältin Christiane; von 2008 bis 2013 mit Journalistin Bettina.

Kinder: aus erster Ehe Tochter Annalena (geb. 1993), gemeinsam mit Bettina Sohn Linus Florian (geb. 2008); Bettina Wulff hat aus früherer Beziehung Sohn Leander (geb. 2003).

Sein Bekenntnis zu Integration ist wohl das wenige, das neben Skandalen um dubiose Privatkredite und Urlaube auf Einladungen von Wulffs Präsidentschaft bleibt. Bei der 20-Jahrfeier zur Deutschen Einheit hatte Wulff Aufsehen mit dem Satz gesorgt, dass „der Islam inzwischen zu Deutschland gehört“.

Daran will Wulff nach dem erhofften Freispruch offenbar wieder anknüpfen. Er wolle seine Arbeit in Stiftungen fortsetzen, und „meine Kontakte in die islamische Welt nutzen“, sagt Wulff nach seinem Vortrag zu Handelsblatt Online. Im März werde er auf einer großen Konferenz im türkischen Bursa sprechen, kündigt er schon mal an. „Die deutsch-türkischen Kontakte werden ein Schwerpunkt meiner Arbeit sein“, so Wulff weiter. Auch seine Anwaltstätigkeit wolle er wieder aufnehmen.

Moderator Klapproth sagte er zuvor, dass er im Ex-US-Präsidenten Jimmy Carter ein Vorbild sieht. „Auch dessen Präsidentschaft war recht kurz“, danach habe Carter aber sich in 33 Jahren einen Namen als Vermittler bei internationalen Konflikten gemacht. Bevor Wulff aber als Friedensengel seine Reputation wieder aufpolieren kann, muss er noch das Strafverfahren mit einem Freispruch bestehen.

Kommentare (12)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

15.01.2014, 17:20 Uhr

Irgendwo schon komisch das ein Freispruch wahrscheinlich sein soll - in den letzten Tagen waren doch nur Dinge zu lesen die jeden Normalbüger jede Aussicht auf Freispruch geraubt hätte. Sogar seine eigene Ex-Frau hat ihn schwer belastet und es scheint alles nicht so stimmig gewesen zu sein. Wie kommt man jetzt zu der Ansicht das ein Freispruch wahrscheinlich ist, hab ich was verpasst?

compact-magazin_com

15.01.2014, 17:30 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

15.01.2014, 17:36 Uhr

FDP steht für totale Unglaubwürdigkeit und Veralberung der Bevölkerung in Deutschland.

Ob sie nun wieder neue Clowns präsentiert und immer wieder medienwirksam "etwas fordert" geht den Leuten in Deutschland "voll am Ars.. vorbei". Und das bleibt hoffentlich noch lange so !

Genscher mit seinen Forderungen nach "Mehr Europa" dient auch nur der Macht-Ergreifung von "EU in Brüssel" - dieser Slogan hat ausgedient genauso wie "Deutschland profitiert vom Export-Weltmeister und vom EURO". Genausolche Lügen sind das.

Frau Merkel mit den Fingern die Zeichen von "Zirkel und Winkelmass" haltend, dient doch einer ferngesteuerten Clique aus den Logen dieser Welt (Freimaurer, Illuminaten), die die Macht ergriffen haben und "von oben" ihre Getreuen überall postieren. Demokratien dienen nur noch als Abnick-Automat für diese "Alternativlose Abwärtspirale".

Übrig bleiben "reiche Weltverbesserer" und "abhängige, ausgeplünderte Lemminge".

Deutschland wird von einer ferngesteuerten Clown-Bande regiert, die man nicht mehr ernst nehmen kann.

Was ist denn Europa - wenn nicht der Machtzuwachs von "EU in Brüssel" ? Europa ist ein Begriff, wo niemand mehr weiss was damit gemeint ist. Soll man auch nicht. Es soll ein "rosaroter Schwamm-Begriff" sein für ferngesteuerte Lemminge, zu denen Brüssel uns machen will.

Wir sind die "durchgerührte medien-ferngesteuerte Suppenschüssel" vom (Kontinent-)Europa mit Helfersyndrom, von oben permanent zugeschüttet mit Schuld, ausgeplündert, belogen und mit weiblicher Politik als TeleTubbies abgestempelt - die anderen lachen sich krumnm und schief.

Linksextremismus in Hamburg wird weggeschwiegen (4500 schwarz-vermummte Radikale ziehen von schauplatz zu Schauplatz, die ungehindert alles kaputt schlagen dürfen mit Steinen iund Eisenstangen), NSU-Prozess zum Dauerkaugummi ausgedehnt als Medienspektakel. Ein irres Medienschauspiel das nicht mehr ernst genommen wird von den Deutschen. Irrenhaus Deutschland.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×