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15.04.2011

11:50 Uhr

Wut auf Pleitestaaten

Euro-Krise macht Finnlands Rechtspopulisten stark

VonHelmut Steuer

Kein Geld mehr für Schuldenstaaten der Euro-Zone. Das ist das alles dominierende Thema im finnischen Wahlkampf. Wenn die „Wahren Finnen“ am Sonntag triumphieren, soll es keine EU-Rettungsschirme mehr geben.

Finnischer Wahlkampf: Jorma Alho, Mitglied der "Wahren Finnen", wirbt in Helsinkis Innenstadt für seine Partei. Quelle: dapd

Finnischer Wahlkampf: Jorma Alho, Mitglied der "Wahren Finnen", wirbt in Helsinkis Innenstadt für seine Partei.

Helsinki„Hullut Päivät“ – verrückte Tage. Die finnische Hauptstadt Helsinki ist dieser Tage in Gelb-schwarz getaucht, die Farben der alljährlichen „Verrückte Tage“-Kampagne des größten Kaufhauskonzerns Stockmann. Qualität zu Schnäppchenpreisen, so wirbt das Unternehmen, und es scheint, als würde die Botschaft ankommen.

Nur wenige Meter vom Haupteingang des Konsumtempels frieren unermüdliche Wahlhelfer und haben ebenfalls kaum Probleme, ihre Botschaften an Frau und Mann zu bringen. Am Sonntag wählt Finnland ein neues Parlament, und selten zuvor in der Geschichte des Landes kann der Ausgang der Wahlen das parlamentarische System so durcheinanderwirbeln wie dieses Mal.

Verantwortlich dafür ist Timo Soini, Vorsitzender der populistischen Partei „Perussuomalaiset“. So unaussprechlich der Name für viele ist, so einfach klingt die Botschaft von Soini. „Wir sind gewöhnliche Finnen“, sagt der korpulente 48-Jährige und liefert damit auch gleich die korrekte Übersetzung des Parteinamens. Für gewöhnliche Finnen trete er ein, für Menschen, die mit ihren Steuern nicht die Rechnungen der Portugiesen, Iren und Griechen begleichen wollen.

Timo Soini, Vorsitzender der populistischen Partei „Perussuomalaiset“ (Wahre Finnen). Quelle: Reuters

Timo Soini, Vorsitzender der populistischen Partei „Perussuomalaiset“ (Wahre Finnen).

Diese Botschaft ist in den vergangenen Wochen angekommen. Je nach Umfrageinstitut können die Wahren Finnen auf bis zu 19 Prozent kommen und damit ihren Wähleranteil gegenüber 2007 fast verfünffachen. Seine Partei, die im Ausland eigentlich fälschlicherweise als „Wahre Finnen“ bezeichnet wird, lehnt die Euro-Rettungspakete strikt ab.

„Der finnische Steuerzahler steht auf unserer Seite“, sagt Toini, der sich politisch selbst zwischen Sozialdemokratie und ländlicher Bauernpartei einordnet. Kein Geld mehr für bankrotte EU-Länder, ist das alles dominierende Thema im finnischen Wahlkampf.

Kommentare (12)

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15.04.2011, 13:35 Uhr

"Die Wahren Finnen verdanken ihren Erfolg einem Phänomen der finnischen Parteiengeschichte. "

BLÖDSINN! Den Erfolg verdanken die wahren Finnen mit der strikten Ablehnung des Rettungsschirms! Ich hoffe in Deutschland wacht man auch bald auf, bevor es zu spät ist.... Schluss mit Transferunion sonst ist die Europäische Union ernsthaft in Gefahr..

Vor dem 2. Weltkrieg wurden auch die Deutschen angezapft bis man sich gegen dcen VErsailler VErtrag gewehrt hat. Die GEschichte ist bekannt.
"Geschichte wiederholt sich zwar nicht, aber sie reimt sich!" - Mark Twain

EUSSR

15.04.2011, 13:54 Uhr

Hoffentlich gewinnen "Die Wahren Finnen" und stoppen die
Geldgeschenke an Griechenland, Irland, Portugal und Spanien!!!

Die deutsche Finanzpolitik treibt unsere Bevölkerungen in den Bankrott!

Das Experiment Euro verläuft nach Drehbuch:
Erst geht die Peripherie pleite, dann Deutschland.
Der Euro endet spätestens dann, wenn Deutschland insolvent ist.

Wie lange werden die Menschen in Deutschland dem noch tatenlos zusehen?


crash

15.04.2011, 14:00 Uhr

Schon der Begriff "Rechtspopulisten" für Leute, die entgegen den üblichen Gepflogenheiten von Politikern, auf den Bürger hören, ist eine Unverschämtheit.
Ich gönne den "Wahren Finnen" einen durchschlagenden Wahlerfolg, glaube aber nicht ernsthaft, dass sich dadurch in unserem Land etwas bewegt.
Ich sehe unsere Politiker wieder vor die Kameras und Mikrofone treten und verkünden, wie bedauerlich dieses Wahlergebnis ist und das es keinesfalls auf Deutschland übertragen werden kann.

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