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28.03.2016

18:01 Uhr

Xi Jingping in Prag

Proteste begleiten chinesischen Staatschef in Tschechien

Der tschechische Ex-Präsident Vaclav Havel pflegte Beziehungen zum Dalai Lama, sein Nachfolger hofiert nun dessen erbitterten Gegner: Chinas Staatschef Xi Jingping. Mit diesem Wandel sind nicht alle Tschechen zufrieden.

Zwei, die sich prächtig zu verstehen scheinen. AP

Xi Jinping mit Milos Zeman

Zwei, die sich prächtig zu verstehen scheinen.

PragBegleitet von Protesten hat Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping einen dreitägigen Besuch in Tschechien begonnen. Der mächtigste Mann der kommunistischen Volksrepublik landete am Montag auf dem Prager Vaclav-Havel-Flughafen. Der große Empfang für den 62-jährigen Xi ist in Tschechien wegen der Menschenrechtslage in China äußerst umstritten.

Die Polizei nahm ein Dutzend politische Aktivisten beim Versuch fest, Tibet-Fahnen an Straßenlaternen aufzuhängen, wie das das öffentlich-rechtliche Fernsehen CT berichtete. Hunderte Sicherheitskräfte, darunter auch Scharfschützen, waren im Einsatz. Der Luftraum über Prag war teilweise für Flugzeuge gesperrt.

Es ist die erste Prag-Reise eines chinesischen Staatsoberhaupts in mehr als 50 Jahren. Der tschechische Präsident Milos Zeman kündigte einen „Neustart“ in den Beziehungen zu Peking an. Tschechien sei in der Vergangenheit „zu unterwürfig gegenüber dem Druck der USA und der Europäischen Union“ gewesen, kritisierte er. „Wir werden uns nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einmischen“, kündigte der 71-Jährige im Gespräch mit chinesischen Medien an.

Der Oppositionspolitiker Miroslav Kalousek von der bürgerlichen Partei TOP09 sprach von „abstoßenden Äußerungen“. Er warf Zeman vor, die westliche Ausrichtung des Landes zu negieren. Unter dem 2011 gestorbenen Ex-Präsidenten Vaclav Havel war der Dalai Lama in Prag ein gern gesehener Gast gewesen. Peking wirft dem buddhistischen Würdenträger vor, auf die Loslösung Tibets von der Volksrepublik China hinzuarbeiten.

Xi wird von einer hochrangigen Delegation begleitet. Tschechien hofft auf massive Investitionen aus dem Reich der Mitte. Zeman sagte im Vorfeld, er rechne mittelfristig mit chinesischen Anlagen im Wert von bis zu 45 Milliarden Kronen (1,6 Milliarden Euro). Am ersten Besuchstag stand ein Besuch auf Schloss Lany bei Prag, der Sommerresidenz des Präsidenten, auf dem Programm. Dort sollte ein Baum als Zeichen der neuen Partnerschaft gepflanzt werden.

Von

dpa

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