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23.07.2014

07:19 Uhr

Xi Jinping

China verspricht Kuba neue Kredite

Ehrendienst unter alten Freunden: Die chinesische Führung sichert dem sozialistischen Bruderstaat Kuba neue Kredite zu. Staatschef Xi hatte auf seiner Lateinamerika-Reise mehreren Regierungen Finanzhilfen versprochen.

Führer unter sich: Chinas Staatschef Xi Jinping während seiner Kubareise mit dem greisen kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro. dpa

Führer unter sich: Chinas Staatschef Xi Jinping während seiner Kubareise mit dem greisen kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro.

HavannaZum Abschluss seiner mehrtägigen Lateinamerika-Reise hat Chinas Staatschef Xi Jinping auch dem sozialistischen Kuba neue Kredite zugesagt. Eine Kreditlinie in nicht genannter Höhe soll unter anderem dem Bau eines neuen Hafens in Santiago de Cuba im Osten der Insel dienen, wie Staatsmedien am Dienstagabend berichteten. In den vergangenen Tagen hatte Peking bereits Kredite mit den Regierungen Venezuelas und Argentiniens vereinbart.

Kuba und China unterzeichneten in der Hauptstadt Havanna insgesamt 29 Verträge, unter anderem in den Bereichen Erneuerbare Energien und Infrastruktur. Zudem würden chinesische Gelder in den Ausbau des Digitalfernsehnetzes auf der Insel fließen. Damit bekräftige China seine Stellung als wichtigster Handelspartner Kubas nach Venezuela, schrieb die kubanische Staatspresse.

Die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen

Handelsvolumen

China ist der nach Frankreich und den Niederlanden der größte Handelspartner Deutschlands. 2013 wurden Waren im Wert von mehr als 140 Milliarden Euro ausgetauscht. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht davon aus, dass China in etwa zehn Jahren zum Handelspartner Nummer eins aufsteigen wird.

Exporte

Die Exporte nach China summierten sich 2013 auf rund 67 Milliarden Euro. Exportschlager sind Maschinen, Fahrzeuge und chemische Produkte. Für Unternehmen wie Audi ist China bereits der wichtigste Absatzmarkt.

Importe

Die Chinesen schickten 2013 Waren im Wert von gut 73 Milliarden Euro hierher und damit etwa viermal so viel wie 2000. Vor allem Computer, Handys und Elektronik liefert der Exportweltmeister nach Deutschland. Weitere Verkaufsschlager sind Bekleidung und elektrische Ausrüstungen.

Investitionen

Mehr als 26,5 Milliarden Euro haben deutsche Unternehmen bislang in China investiert. Etwa 4000 Firmen sind dort aktiv. Allein 2012 stiegen die deutschen Investitionen in der Volksrepublik um 28,5 Prozent auf 1,45 Milliarden Dollar. Umgekehrt zieht es immer mehr Chinesen nach Deutschland. 98 Unternehmen siedelten sich 2012 hierzulande neu an - China ist damit Auslandsinvestor Nummer drei, nach den USA und der Schweiz. 2000 Unternehmen sind inzwischen hier ansässig.

Mit Xis Reise baut Peking seinen Einfluss in der Region aus. Im rohstoffreichen Venezuela sicherte sich die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt mit einem Milliardenkredit Zugriff auf die Erdölreserven. In Argentinien investiert China in Energie- und Verkehrsprojekte.

Der chinesische Staatspräsident kam am Dienstag mit seinem Amtskollegen Raúl Castro zu offiziellen Gesprächen zusammen. Am Rande des Besuchs war Xi auch bei Kubas greisem Revolutionsführer Fidel Castro (87) in dessen Haus zu Gast.

Der chinesische Staatschef wird am Mittwoch in Santiago de Cuba erwartet. Dort wird er voraussichtlich Infrastrukturprojekte besichtigen. Die Stadt war im Oktober 2012 von Hurrikan „Sandy“ stark beschädigt worden. Von Santiago aus soll Xi am Abend die Rückreise nach China antreten.

Von

dpa

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