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03.03.2004

14:14 Uhr

Zahl der Opfer auf 180 gestiegen

15 Festnahmen in Irak

Der irakische Regierungsrat hat aufgrund der allgemeinen Trauer die eigentlich für Mittwoch geplante feierliche Unterzeichnung der neuen Übergangsverfassung verschoben. Die Zeremonie werde voraussichtlichrst an diesem Freitag stattfinden, sagte Regierungsratsmitglied Radscha el Chusai in Bagdad.

HB BAGDAD. Vier der 15 Festgenommenen sprächen persisch und seien allem Anschein nach Iraner, sagte ein Beamter der US-Verwaltung am Mittwoch in Bagdad. Neun der Festgenommen seien im Gewahrsam der irakischen Polizei, der Rest, darunter die vier mutmaßlichen Iraner, sei in US- Haft, fügte der Beamte hinzu. US-Militärsprecher Mark Kimmitt hatte am Dienstag von sieben Festgenommenen gesprochen. Darunter sei auch ein Mann in Bagdad, dessen Sprengstoffjacke nicht detoniert war. Kimmitt hatte den Jordanier Abu Musab el Sarkawi als „Hauptverdächtigen“ genannt. Der mutmaßliche Terror-Planer, für dessen Ergreifung das US-Militär eine Belohnung in Höhe von zehn Millionen Dollar ausgesetzt hat, soll der Chef des irakischen Ablegers des Terrornetzwerks El Kaida sein.

Zahl der Opfer gestiegen

Bei den Selbstmordanschlägen sind nach neusten Angaben des arabischen Fernsehsenders El Dschasira 180 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt worden. Die bisher schlimmste Anschlagserie seit dem Sturz des Saddam- Regimes vor knapp einem Jahr fiel deshalb so verheerend aus, weil sich Hunderttausende von Gläubigen während des schiitischen Aschura- Festes bei den für sie heiligen Stätten versammelt hatten. Auch aus dem Iran, wo der schiitische Glaube Staatsreligion ist, waren zehntausende Pilger gekommen. Mehrere zehntausend Schiiten demonstrierten am Mittwochvormittag im Bagdader Außenbezirk Kadhimija, einem der beiden Anschlagsorte vom Vortag. Wie ein dpa-Mitarbeiter berichtete, verurteilten sie das Massaker und brachten ihre Abscheu für die Täter und deren Hintermänner zum Ausdruck, die im Umfeld von El Kaida vermutet werden.

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