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09.06.2011

14:27 Uhr

Zahlungsausfall droht

US-Schuldenkrise schürt Angst vor globalem Schock

Exklusiv Mehrere Rating-Warnschüsse gegen die USA schüren die Angst vor einer neuen globalen Krise. Dabei könnte die Weltwirtschaft einen möglichen US-Zahlungsausfall besser verkraften als gedacht.

Die Flagge der USA. Quelle: Reuters

Die Flagge der USA.

Düsseldorf/St. LouisKönnte eine Eskalation der Schuldenprobleme in den Vereinigten Staaten die Weltwirtschaft in arge Bedrängnis bringen? Ein führender US-Notenbanker hält dieses Szenario für durchaus realistisch. Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, sieht dagegen eine möglichen Zahlungsunfähigkeit der USA gelassen. "So sehr die USA wichtige Impulse für die Weltwirtschaft setzen, so sollte aber auch nüchtern gesehen werden, dass die Emerging Markets eine eigene wirtschaftliche Dynamik unabhängig davon besitzen", sagte Hüther Handelsblatt Online. "Die deutsche Wirtschaft sollte deshalb nur geringe Folgen einer US-Schwäche verspüren."

Der Präsident der Federal Reserve von St. Louis, James Bullard, warnte dagegen in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters: „Wenn die US-Haushaltslage nicht richtig gehandhabt wird, könnte sie einen globalen gesamtwirtschaftlichen Schock auslösen.“ Er mahnte zugleich Oppositionspolitiker in Washington, nicht mit dem Gedanken einer kurzzeitigen Zahlungsunfähigkeit zu spielen: „Die Idee ist gefährlich.“

Für einige republikanische Kongressabgeordnete wäre eine kurzzeitige Zahlungsunfähigkeit der Regierung ein Hebel, um Präsident Barack Obama und seine Demokraten zum Abbau des ausufernden Haushaltsdefizits zu zwingen. Die Zeit drängt: Bereits Mitte August könnte es eng werden, falls die Abgeordneten nicht vorher einer Erhöhung der nationalen Schuldengrenze von 14,3 Billionen Dollar zustimmen.

Die Bonitätswächter beobachten das Geschehen mit wachsender Sorge. Die Ratingagentur Fitch teilte mit, sie werde die Kreditwürdigkeit von US-Staatsanleihen vorübergehend auf Ramsch-Status herabstufen, sollte die Regierung Mitte August ihren Zahlungsverpflichtungen - wenn auch nur kurzzeitig - nicht nachkommen. Bislang gelten die US-Staatstitel als sichere Anlage mit Spitzenbonität. Die Sorgen über die weitere Entwicklung der Wirtschaft sorgten Mitte der Woche dafür, dass die Renditen für US-Staatsanleihen weiter nach unten gedrückt wurden.

Bullard ermahnte die Politiker zugleich, bei ihrem Vorgehen über den Tellerrand zu schauen und die Weltmärkte nicht außer Acht zu lassen. Nicht jeder Teilnehmer an den globalen Märkten sei schließlich mit den Winkelzügen der Politik in Washington vertraut: „Die Auswirkungen an diesen globalen Märkten wären sehr heftig. Dort liegen die wahren Risiken.“

Kommentare (2)

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Na_wenn_das_so_ist

09.06.2011, 12:51 Uhr

Wenn die Weltwirtschaft einen Zahlungsausfall der USA ohne wirklich schlimme Folgen wegstecken kann, wie der Artikel in der Headline behauptet, dann dürfte die Griechenlandpleite ja in die Rubrik "Peanuts" fallen. Lasst uns also damit anfangen, die Alimente an Griechenland einzustellen.

Account gelöscht!

09.06.2011, 15:47 Uhr

Man will in Berlin, Frankfurt, Luxemburg und Brüssel aber nicht zugeben, daß man gemeinsam auf ganzer Linie versagt hat... Die Zahl der "Baustellen" wächst und wird nicht weniger...

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