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04.03.2012

14:52 Uhr

Zehntausende Soldaten

Massenkundgebung gegen Seoul in Nordkorea

Das kommunistische Nordkorea hat zu einer Kundgebung gegen die Regierung des südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak mobilisiert. „Lasst uns Lee Myung Bak zerreißen bis zum Tod", riefen die Teilnehmer.

Fernsehbilder vom Aufmarsch in Nordkorea. Reuters

Fernsehbilder vom Aufmarsch in Nordkorea.

Seoul/PjöngjangZehntausende Soldaten und Zivilisten waren zu der Kundgebung am Sonntag in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjangerschienen. Bei der im staatlichen Fernsehen übertragenen Massenveranstaltung riefen die Teilnehmer: „Lasst uns Lee Myung Bak zerreißen bis zum Tod!“. Nordkoreas Militärchef Ri Yong Ho verlas eine Erklärung vom Freitag, in der das oberste Truppenkommando mit einem „heiligen Krieg“ gegen Südkorea gedroht hatte.

Das Regime in Pjöngjang hatte zuletzt den Ton gegen den Nachbarn angesichts jährlicher Manöver der südkoreanischen Streitkräfte mit den USA verschärft. Die Manöver hatten in der vergangenen Woche in Südkorea begonnen. Auch hatte die Volksarmee südkoreanische Soldaten beschuldigt, Nordkoreas Führung durch sichtbar ausgestellte anti-nordkoreanische Parolen in Kasernen beleidigt zu haben. Bei der Kundgebung auf dem nach dem früheren Staatschef benannten Kim-Il-Sung-Platz in Pjöngjang wurde am Sonntag auf Plakaten zu „grausamer Bestrafung“ und „tausendfacher Rache“ aufgerufen.

Nach Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA rief Nordkoreas neuer Machthaber Kim Jong Un Soldaten einer Militäreinheit an der schwer bewachten innerkoreanischen Grenze zu dauerhafter höchster Alarmbereitschaft auf. Kim besuchte danach den Grenzort Panmunjom, der innerhalb der sogenannten demilitarisierten Zone (DMZ) zwischen beiden Ländern liegt.

Von

dpa

Kommentare (4)

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harlemjump

04.03.2012, 15:06 Uhr


Der Steinzeit-Stalinismus lässt grüßen.

Account gelöscht!

04.03.2012, 15:51 Uhr

"Auch hatte die Volksarmee südkoreanische Soldaten beschuldigt, Nordkoreas Führung durch sichtbar ausgestellte anti-nordkoreanische Parolen in Kasernen beleidigt zu haben."

In nordkoreanischen Kasernen hängen bestimmt keine anti-südkoreanischen Parolen herum.

hanji

05.03.2012, 11:48 Uhr

Was das NK Regime veranstaltet, mag auf den ersten Blick absurd und martialisch wirken. In der Sache muss ich den Nordkoreanern jedoch ausnahmsweise Recht geben: 10 Jahre lang hatte es eine Entspannungspolitik, vom Süden iniitiert gegeben, die immer erfolgreicher wurde; sowohl wirtschaftlich als auch humanitär und militärisch (keine gewaltsamen Zwischenfälle mehr!). Kaum war der US-orientierte Lee Myong Bak an der Regierung, gin es bergab: Tourismusprojekte gestoppt, Wirtschaftszone quasi eingefroren auf dem Status von 2007, mehrere Grenz-Zwischenfälle mit zahlreichen Toten. Vielleicht sollten die Hardliner im Süden und ihre US Army Freunde einfach damit aufhören, ständig Manöver mit scharfer Minition und in Sichtweite der nordkoreanischen Strände abzuhalten.

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