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02.05.2012

18:07 Uhr

„Zeichen der Solidarität“

Ukraine weiter unter Druck wegen Timoschenko

Aus dem Gefängnis heraus erreicht Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko die Welt. Boxweltmeister Klitschko fürchtet um ihr Leben. Deutschland droht der Ukraine, und der DFB sorgt sich um die Fußball-EM.

Die ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko bei einem Gerichtstermin im Sommer 2011. dpa

Die ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko bei einem Gerichtstermin im Sommer 2011.

Berlin/KiewDer ukrainische Oppositionspolitiker und Boxweltmeister Vitali Klitschko fürchtet um das Leben der in Haft erkrankten Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko. Er appellierte am Mittwoch in Kiew an die 51-Jährige, ihren am 20. April begonnenen Hungerstreik zu beenden. Die Bundesregierung setzte Präsident Viktor Janukowitsch derweil weiter unter Druck. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) drohte mit Konsequenzen für sein Land beim Streben nach einer EU-Mitgliedschaft.

Österreichs Regierung beschloss einen Boykott der Fußball- Europameisterschaft in der Ukraine, die zusammen mit Polen Gastgeber ist. „Das ist unser Zeichen der Solidarität mit Julia Timoschenko“, sagte Vizekanzler Michael Spindelegger. Österreichs Fußball-Nationalmannschaft hatte sich allerdings nicht für das Turnier qualifiziert.

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Die Ukraine reagiert mit Unverständnis auf Berichte, die Bundesregierung wolle der EM fernbleiben. Das seien Methoden des Kalten Krieges. Derweil plant auch die EU-Kommission einen Boykott des Turniers.

Westerwelle ließ einen Boykott durch die Bundesregierung offen. „Das entscheiden wir, wenn die Entscheidung ansteht“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Aber er betonte: „Die ukrainische Regierung muss wissen: Der Weg nach Europa führt über eine Brücke, die auf zwei Pfeilern steht: Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.“

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach kritisierte Politiker für Boykott-Forderungen. Er sagte der Nachrichtenagentur dpa in Köln: „Dass da jetzt einige ihre Statements abgeben wie zu einem x-beliebigen Thema, hat nichts mehr mit Vernunft zu tun. (...) Ein Boykott oder eine Verlegung der EM-Spiele macht keinen Sinn. Es wäre auch falsch, weil die ukrainische Bevölkerung dieses Turnier verdient hat und sich darauf freut.“

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Der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), sagte der „Saarbrücker Zeitung“, aus heutiger Sicht sei es ein Fehler gewesen, die EM an die Ukraine zu vergeben. Er warnte aber vor überzogener Kritik an dem osteuropäischen Land.

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