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02.01.2006

12:28 Uhr

Zeitungsbericht

Scharon will Road Map aufkündigen

Israels Ministerpräsident Ariel Scharon will einem Zeitungsbericht zufolge dem internationalen Nahost-Friedensplan nicht mehr folgen. Grund sei das Versagen der Palästinenser-Führung beim Kampf gegen radikale Gruppen.

Ariel Scharon während der wöchentlichen Kabninettssitzung am Sonntag in Jerusalem. Foto: dpa dpa

Ariel Scharon während der wöchentlichen Kabninettssitzung am Sonntag in Jerusalem. Foto: dpa

HB JERUSALEM. Die Zeitung „Maariv“ berichtete ohne Angaben von Quellen, Scharon werde sich stattdessen darum bemühen, die Unterstützung der US-Regierung für die Annexion von Teilen des besetzten Westjordanlandes zu bekommen. Ein Sprecher des Ministerpräsidenten lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Road Map sieht einen eigenen Palästinenser-Staat vor. Öffentlich hat sich Scharon wiederholt zu diesem Plan bekannt. Doch zugleich wächst seit einiger Zeit die Ungeduld Israels mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas, dem es zu geringe Fortschritte bei der Bekämpfung israel-feindlicher Gruppen vorwirft. Auf der anderen Seite hat auch Israel sein in der Road Map eingegangenes Versprechen bislang nicht eingelöst, den Siedlungsausbau im Westjordanland zu stoppen.

Dem Bericht zufolge will Scharon, der sich im März zur Wiederwahl stellt, nach den Palästinenser-Wahlen in diesem Monat seine neuen Pläne publik machen. Erste Gespräche mit Vertretern der US-Regierung hätten bereits stattgefunden. Konkret will Scharon der Zeitung zufolge Dutzende Siedlungen im Westjordanland aufgeben, um im Gegenzug große Teile des besetzten Gebietes und Ost-Jerusalems annektieren zu können.

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