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08.01.2014

15:12 Uhr

Zeitungsbericht

USA bereiten mögliche Evakuierungen aus Sotschi vor

Der Skiverband der USA sorgt angesichts des Terrors in Russland vor: Laut einem Zeitungsbericht stehen fünf Flugzeuge für den Fall von Anschlägen bereit, um die Sportler aus dem olympischen Sotschi zu evakuieren.

„Normalerweise gibt es keine Wettbewerbe an Orten wie Sotschi“, sagte der Chef der beauftragten Firma Global Rescue, Dan Richards. dpa

„Normalerweise gibt es keine Wettbewerbe an Orten wie Sotschi“, sagte der Chef der beauftragten Firma Global Rescue, Dan Richards.

Washington/MoskauAngesichts von Anschlagsdrohungen gegen die Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi hat der Skiverband der USA laut einem Pressebericht einen Evakuierungsplan für seine Sportler aufgestellt. Eine private Sicherheitsfirma halte während der Spiele im Februar bis zu fünf Flugzeuge bereit, mit denen die US-Sportler ausgeflogen werden könnten, berichtete die Zeitung „USA Today“. Für die Moskauer Flughäfen traten am Mittwoch strengere Sicherheitsvorkehrungen in Kraft.

„Das ist ein einzigartiger Fall“, sagte der Chef der beauftragten Firma Global Rescue, Dan Richards, der Zeitung zu den Sicherheitsvorkehrungen. Das Unternehmen ist der Zeitung zufolge seit dem Jahr 2006 für die US-Skifahrer und -Snowboarder tätig, derartige Sicherheitsmaßnahmen habe es aber bisher nicht gegeben. „Normalerweise gibt es keine Wettbewerbe an Orten wie Sotschi“, sagte Richards.

Die Spiele von Sotschi finden vom 7. bis zum 23. Februar statt, vom 7. bis zum 16. März folgen die Paralympics. Seit Dienstag gelten die schärfsten Sicherheitsmaßnahmen in der olympischen Geschichte. Die russischen Behörden setzen Überwachungssatelliten, Drohnen, Boden-Luft-Raketen, Überwachungssatelliten sowie etwa 37.000 Polizisten und Soldaten ein, um die Stadt am Fuß des Kaukasus' zu schützen.

Am Mittwoch trat zudem eine neue Regelung für die Moskauer Flughäfen Scheremetjewo und Wnukowo in Kraft, über die der Großteil des internationalen Flugverkehrs in Russland führt. Demnach ist es Passagieren verboten, jegliche Flüssigkeiten mit in die Kabine zu nehmen. Betroffen sind nach Angaben der Moskauer Flughäfen auch kleinste Mengen sowie flüssige Medikamente. Bislang war die Mitnahme von Flüssigkeiten in Mengen bis zu hundert Millilitern erlaubt. Die Neuregelung soll bis zum 21. März gelten.

Terror in Russland – Bomben und Geiselnahmen

Oktober 2002

Tschetschenen überfallen ein Moskauer Musical-Theater und nehmen mehr als 800 Geiseln. Nach drei Tagen stürmt die Polizei das Gebäude. 129 Geiseln und alle 41 Terroristen sterben.

August 2004

Nahezu gleichzeitig stürzen zwei russische Passagiermaschinen ab. Alle 90 Menschen an Bord kommen ums Leben. In beiden Maschinen hatten Selbstmordattentäterinnen aus Tschetschenien Bomben gezündet.

September 2004

Bewaffnete überfallen eine Schule in Beslan (Nordossetien) und nehmen 1.100 Kinder, Eltern und Lehrer als Geiseln. Das Terrordrama endet mit 360 Toten. Als einer der Drahtzieher gilt der tschetschenische Rebellenführer Schamil Bassajew.

November 2009

Bei einem Sprengstoffanschlag auf den Schnellzug Moskau-St. Petersburg kommen mindestens 26 Menschen ums Leben. Der tschetschenische Terrorist Doku Umarow bekennt sich zu dem Anschlag und kündigt einen „Sabotagekrieg“ gegen die „blutige Besatzungspolitik“ Moskaus im Kaukasus an.

Januar 2011

Bei einem Selbstmordanschlag auf dem Moskauer Flughafen Domodedowo sterben mindestens 37 Menschen. Drahtzieher der Sprengstoffattacke ist wieder Doku Umarow, der der russischen Regierung per Video mit weiteren Anschlägen droht.

Oktober 2013

Mit einer Bombe in einem Linienbus in Wolgograd tötet eine Selbstmordattentäterin sechs Insassen und sich selbst. Mehr als 30 Menschen werden zum Teil schwer verletzt. Fahnder vermuten, dass Islamisten aus dem Nordkaukasus der Frau die Bombe übergeben haben.

Dezember 2013

Im Bahnhof der Millionenstadt Wolgograd zünden Terroristen am 29.12. eine mit Nägeln und Schrauben gefüllte Bombe. Bei dem Selbstmordanschlag sterben mindestens 17 Menschen. Nur einen Tag später sterben bei einer Explosion in einem Bus in Wolgograd weitere 14 Menschen. Auch hier gehen die Ermittler von einem Selbstmordanschlag aus.

Die Sorge vor Gewalttaten war kurz vor den Spielen durch zwei Selbstmordanschläge im 700 Kilometer entfernten Wolgograd gestiegen. Durch die Attentate wurden Ende Dezember 34 Menschen getötet. Russlands Staatsfeind Nummer eins, der islamistische Rebellenführer Doku Umarow, hatte im Sommer gedroht, das internationale Sportfest "mit allen Mitteln" zu verhindern.

Die Spiele sind das größte internationale Ereignis in Russland seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991. Staatschef Präsident Wladimir Putin ordnete Sicherheitsvorkehrungen an, die weit über das Maß bei den Sommerspielen in Peking im Jahr 2008 hinausgehen. Jedes Auto wird kontrolliert, der Schiffsverkehr auf dem Schwarzen Meer wurde eingeschränkt. Von der Überwachung sind auch die Sportler nicht ausgenommen.

Von

afp

Kommentare (4)

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N_K

08.01.2014, 16:01 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

neunundneunzigprozent

08.01.2014, 17:01 Uhr

Wer was vorbreitet,könnte was Wissen oder selber planen.Sage nur NSA oder Flase Flag

N_K

08.01.2014, 19:50 Uhr

"USA bereiten mögliche Evakuierungen aus Sotschi vor"

Sie Redaktions-EXBERDE! Hat der AMI mit Kriegsschiffen vor Haiiti zu "helfen" versucht oder nicht? Wenn Sie es nicht wissen, sollten Sie sich informieren, statt dämlicherweise den Löschknopof zu drücken - total UNSACHLUCH!

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