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12.01.2011

21:40 Uhr

Zensur

WikiLeaks-Gründer hält China für seinen wahren Feind

WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat die USA mit der Veröffentlichung geheimer Botschaftsdepeschen sowie Informationen über die Kriege im Irak und Afghanistan gegen sich aufgebracht. Den wirklichen Feind seiner auf Enthüllungen spezialisierten Internetplattform sieht er allerdings in China.

Assange: „China hat eine aggressive und moderne Abwehrtechnik." dpa

Assange: „China hat eine aggressive und moderne Abwehrtechnik."

HB LONDON. "China hat eine aggressive und moderne Abwehrtechnik, die sich zwischen jeden Leser in China und jede Information außerhalb Chinas stellt", sagte Assange in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der britischen Zeitschrift "New Statesman". WikiLeaks führe einen ständigen Kampf, um seinen chinesischen Lesern Zugriff zu den Informationen zu ermöglichen.

Assange hat die USA mit der Veröffentlichung geheimer Botschaftsdepeschen sowie Informationen über die Kriege im Irak und Afghanistan gegen sich aufgebracht. Die USA prüfen, ob sie juristisch gegen den 39-jährigen Australier vorgehen können, der von der schwedischen Justiz wegen zweier Sexualdelikte gesucht wird und Großbritannien deswegen nicht verlassen darf.

Der WikiLeaks-Gründer sagte dem "New Statesman" weiter, er habe noch Botschaftsdepeschen über den australischen Pressezaren Rupert Murdoch und dessen Konzern News Corp in der Hinterhand. Assange hatte am Dienstag angekündigt, die Veröffentlichung von Dokumenten über eine US-Bank zu beschleunigen. Allgemein wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um die Bank of America handelt.

Assange droht nach Darstellung seiner Anwälte in den USA die Todesstrafe. Deshalb dürfe er nicht nach Schweden ausgeliefert werden, erklärten Assanges Verteidiger. Es bestehe die Gefahr, dass die Nordeuropäer den 39-Jährigen an die USA überstellten, wo ihm zudem Folter drohe.

Über die von Schweden beantragte Auslieferung Assanges will ein britisches Gericht vom 7. Februar an für zwei Tage verhandeln. Das wurde bei einem kurzen Termin am Dienstag bekanntgegeben. Das Verfahren gegen den WikiLeaks-Chef kann sich aber über Monate hinziehen, weil ihm gegen eine mögliche Auslieferung Rechtsmittel zustehen. Die britische Polizei hatte Assange im Dezember festgenommen. Er kam nach neun Tagen Haft gegen eine Kaution von 200 000 Pfund (116 000 Euro) und Auflagen wie das Tragen einer elektronischen Fußfessel frei.

Am Rande des Gerichtstermins kündigte Assange an, die Veröffentlichung neuer Dokumente über die Medienpartner von WikiLeaks werde beschleunigt. Die Internetplattform WikiLeaks hatte im Dezember Pläne für die Veröffentlichung von Dokumenten bekanntgegeben, die unethische Praktiken einer US-Großbank belegen sollen. Es wird vermutet, dass es sich um die Bank of America handelt. In Deutschland erscheinen die Depeschen im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Kommentare (2)

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Peter Scholz

13.01.2011, 00:05 Uhr

Und mir werden die Chinesen immer symphatischer, so sich hier Parallelen mit dem Deutschen Kaiserreich auftun. Solange Deutschland mit sich selbst und den Franzosen beschäftigt war, konnte sich ein Wellington noch über blücher freuen.
Mit dem Kaiserreich entwickelte sich Deutschland dann aber zu einem Konkurrenten, kaufte keine Eisenbahn mehr, kopierte sogar Londons Kanalisation und leistete sich schlußendlich eine Kriegmarine. Da war die Feindschaft geboren.
Heute können wir uns keine Feindschaften leisten.

grenanke

13.01.2011, 00:46 Uhr

spätestens jetzt ist der beweis geliefert dass assange eine marionette ist!!!

es war zu erwarten dass irgendwann china kritisiert wird.

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