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24.03.2013

20:48 Uhr

Zentralafrika

Rebellen erobern Hauptstadt - Präsident flieht

Trotz reicher Rohstoffvorkommen gehört Zentralafrika zu den ärmsten Staaten der Erde. Jetzt hat die aufständische Seleka-Miliz die Hauptstadt Bangui eingenommen. Präsident Bozize ist auf der Flucht.

Regierungstruppen in Bangui, der Hauptstadt Zentralafrikas. Mittlerweile haben die Rebellen der Seleka-Miliz die Stadt in ihrer Gewalt. ap

Regierungstruppen in Bangui, der Hauptstadt Zentralafrikas. Mittlerweile haben die Rebellen der Seleka-Miliz die Stadt in ihrer Gewalt.

Addis Abeba/Bangui/ParisIn der Zentralafrikanischen Republik haben Rebellen die Hauptstadt Bangui erobert und Präsident Francois Bozize in die Flucht geschlagen. "Die Rebellen kontrollieren die Stadt", sagte ein Sprecher Bozizes am Sonntag. Er hoffe, dass es nicht zu Vergeltungsaktionen komme. Bozize, der sich 2003 an die Macht geputscht hatte, floh nach Angaben eines Beraters in die benachbarte Demokratische Republik Kongo.

Bei Gefechten mit den Rebellen wurden nach Beobachtungen eines Reuters-Mitarbeiters mindestens sechs südafrikanische Soldaten getötet. Sie gehörten zu einer 400 Mann starken Truppe, welche die Armee ausbilden sollte. Nach Angaben der UN bereiteten sie ihren Abzug vor.

Frankreich hat die Rebellen in Zentralafrika zum Dialog mit der Regierung des Landes aufgerufen. Die Allparteienregierung Zentralafrikas sei das Ergebnis des Friedensabkommens von Libreville vom 11. Januar, erklärte Staatspräsident François Hollande in einer Pressemitteilung am Sonntag. In dem Abkommen Anfang des Jahres hatten sich Vertreter des Präsidenten François Bozizé und der Rebellenallianz Séléka in der Hauptstadt Gabuns unter anderem auf einen Waffenstillstand sowie die Bildung einer Übergangsregierung geeinigt.

Die Zentralafrikanische Republik war 1960 unabhängig geworden. Das Land, das an andere Krisenstaaten wie den Kongo und den Sudan grenzt, ist seit langem von politischer Instabilität geprägt. Trotz reicher Rohstoffvorkommen an Diamanten, Gold und Uran gehört es nach wie vor zu den ärmsten Staaten der Erde.
"Wir haben den Palast", bestätigte ein Rebellensprecher die Einnahme des Amtssitzes von Bozize. Zunächst war unklar, wer Bozize nachfolgen wird oder ob die All-Parteien-Regierung von Ministerpräsident Nicolas Tiangaye im Amt bleibt. Nicht bekannt war am Sonntag auch der genaue Aufenthaltsort Bozizes.


Rebellen in Zentralafrika erobern offenbar Hauptstadt Bangui

Video: Rebellen in Zentralafrika erobern offenbar Hauptstadt Bangui

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Die Rebellen-Allianz hatte in der vergangenen Woche die Kämpfe wieder aufgenommen und am Samstag Bangui erreicht. Sie wirft Präsident Bozize vor, sich nicht an das Friedensabkommen vom Januar zu halten und entgegen der Vereinbarung ihre Kämpfer nicht in die Armee zu integrieren. Bereits Ende des vergangenen Jahres hatten die Rebellen kurz vor Hauptstadt gestanden, dann aber ihren Vormarsch gestoppt.

Nach einer ruhigen Nacht seien am Morgen schwere Kämpfe ausgebrochen, sagte ein Offizier der regionalen Friedenstruppe. In der ganzen Stadt seien Explosionen und Maschinengewehrfeuer zu hören. Bei ihren Vormarsch auf das Stadtzentrum durchbrachen die Rebellen nach Darstellung ihres Sprechers eine Linie südafrikanischer Soldaten. Sie hätten auf der Seite der Regierungstruppen gekämpft, verlautete aus Kreisen der Friedenstruppe. Südafrika bestätigte diese Darstellung nicht. Ein Armee-Sprecher sagte, die Soldaten hätten sich gegen die Angreifer gewehrt.

Die Zentralafrikanische Republik war 1960 unabhängig geworden. Das Land, das an andere Krisenstaaten wie den Kongo und den Sudan grenzt, ist seit langem von politischer Instabilität geprägt. Reuters

Die Zentralafrikanische Republik war 1960 unabhängig geworden. Das Land, das an andere Krisenstaaten wie den Kongo und den Sudan grenzt, ist seit langem von politischer Instabilität geprägt.

Ein Informant bei den Vereinten Nationen in Bangui sagte, die Südafrikaner hätten schwere Verluste erlitten und Frankreich um Unterstützung gebeten. Zur Sicherung des Flughafens von Bangui setzte Frankreich weitere 150 Soldaten in Marsch, wie es in diplomatischen Kreisen hieß. Die ehemalige Kolonialmacht, die bereits 250 Soldaten im Land stationiert hat, schloss die Entsendung weiterer Truppen aus. Das Außenministerium in Paris rief die rund 1.200 Franzosen im dem Land auf, ihre Aktivitäten auf ein Minimum zu beschränken.

Kommentare (2)

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puenktli

24.03.2013, 12:44 Uhr

Der nächste Kandidat, der von den Bankrotten West-Staaten ausgeraubt werden wird - insbesondere das Gold, das überall fehlt.

Skyjumper

24.03.2013, 15:59 Uhr

Da läuft unserem Kriegsminister de Maiziere sicher schon wieder der Sapper im Mund zusammen. Das nächste Land wo er ein paar Bundeswehrsoldaten zwecks realistischer Manöverausbildung hinschicken kann.

Die deutsche Freiheit wird sicher auch dort verteidigt werden müssen. Deutschland ist eben überall. Am Hindukusch, vor Somalia, im Kongo, im Kosovo, in Mali etc.

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