Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.08.2012

08:44 Uhr

Zerstörte Schreine

Sorge vor religiös motivierter Gewalt wächst

Radikale Islamisten haben in den vergangenen Monaten mehrfach Sufi-Schreine zerstört. Nun wachsen die Spannungen zwischen den Religionsgruppen. Der Innenminister trat am Wochenende zurück.

Ultrakonservative Angreifer zerstören einen Sufi-Schrein in Tripolis mit einem Bulldozer. dpa

Ultrakonservative Angreifer zerstören einen Sufi-Schrein in Tripolis mit einem Bulldozer.

Tripolis In Libyen wächst die Sorge vor religiös motivierter Gewalt und einem Abgleiten des Landes ins Chaos. Nachdem muslimische Hardliner am Wochenende zum wiederholten Mal einen Schrein zerstört hatten, trat am Sonntag Innenminister Fausi Abdel Al zurück. Mitglieder des neu gewählten Parlaments hatten zuvor seine Sicherheitskräfte beschuldigt, untätig zugesehen zu haben, als ultrakonservative Angreifer einen Sufi-Schrein in Tripolis mit einem Bulldozer zerstörten. Erst am Freitag war auch in der Stadt Sliten ein 500 Jahre alter Schrein niedergerissen worden.

Zusätzlich erhöht wurden die Spannungen durch die unsichere Sicherheitslage in dem Land, in dem es bisher keine starke Regierung und kaum funktionierende Polizei oder Streitkräfte gibt. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen beorderten Vorgesetzte von Polizei und Milizen in Tripolis wegen der Kritik der Parlamentarier an ihrer Untätigkeit ihre Leute von der Straße. Die Abgeordneten forderten ihrerseits die Sicherheitskräfte auf, ihre Befehle zu ignorieren und wieder der "Heimat zu dienen", wie die amtliche Nachrichtenagentur LANA berichtete.

Auf den Straßen von Tripolis waren am Sonntag keine Sicherheitskräfte zu sehen. Am späten Abend meldete ihr Sprecher aber 17 Festnahmen im Zusammenhang mit der Entweihung der Schreine. Gleichzeitig dementierte er, dass Polizei und Milizen abgezogen worden seien.

In den vergangenen Monaten hatten Radikale mehrfach Sufi-Schreine im Libyen zerstört. Der Sufismus ist eine Strömung im Islam, die eher asketisch und spirituell orientiert ist. Auch in Mali war es zu ähnlichen Zerstörungen von Schreinen durch radikale Islamisten gekommen.

Von

dapd

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

27.08.2012, 09:35 Uhr

Wir sind vor allem in D auf dem besten Wege dahin

Account gelöscht!

27.08.2012, 09:37 Uhr

Solange Extremisten zu Wort kommen, wird sich garnichts ändern. Solange die muslimische Welt und deren Vertreter nicht in der Lage sind, ihre Glaubensgenossen dahin zu bringen, das Staat und Glauben getrennt gehört, wird sich nichts ändern, der nächste Extremist und Sektenjünger wartet schon um dieses weltweite Vakuum zu füllen.
Allah wirds richten, sicher doch. Er wird Brot vom Himmel werfen.

karma

27.08.2012, 09:44 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: (http://www.handelsblatt.com/impressum/netiquette/)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×