Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.06.2011

15:02 Uhr

Zinserhöhung

Europäische Ökonomen unterstützen EZB

VonNorbert Häring

ExklusivFührende europäische Ökonomen stützen den Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB), die signalisiert hat, den Leitzins in vorsichtigen Schritten weiter anheben zu wollen. Gleichzeitig werben sie für eine flexible Haltung

In vorsichtigen Schritten will die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins  weiter anheben. Quelle: ap

In vorsichtigen Schritten will die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins weiter anheben.

Der EZB-Schattenrat, dem 15 renommierte europäische Ökonomen angehören, sprach sich mit 14 zu eins gegen eine Leitzinserhöhung am kommenden Donnerstag durch die EZB aus. Jedoch halten zwei Drittel der Mitglieder eine weitere Zinsanhebung in absehbarer Zukunft für nötig. „Eine Zinserhöhung pro Quartal wäre ein vernünftiges Tempo", meinte Elga Bartsch, Europa-Chefvolkswirtin von Morgan Stanley. Die EZB hat ihren Leitzins zuletzt im April von einem auf 1,25 Prozent angehoben.

Die jüngsten schlechten Konjunkturnachrichten aus den USA und anderen Ländern machen allerdings viele der Experten nachdenklich. „Das Geschäftsklima in den USA, Großbritannien, China und Brasilien hat sich merklich abgekühlt", stellte Julian Callow bei der jüngsten Sitzung des EZB-Schattenrats fest. "Meine Neigung, eine weitere Zinserhöhung gutzuheißen, steht auf der Kippe", sagte er. Auch Andrew Bosomworth, Leiter Portfoliomanagement von der Fondsgesellschaft Pimco in München, der als einziger für eine sofortige Zinserhöhung eintrat, sieht die Eintrübung der Konjunkturperspektiven mit Sorge: „An der Einschätzung, dass der Leitzins zu niedrig ist, ändert das zwar nichts, aber ich würde jetzt weniger Zinsschritte für angemessen halten als zuvor."

Am Donnerstag wird sich EZB-Präsident Jean-Claude Trichet auch dazu äußern müssen, wie es in der zweiten Jahreshälfte mit den Sondermaßnahmen weitergehen soll, die die EZB im Zuge der Finanzkrise eingeführt hat. Die unlimitierte Liquiditätsbereitstellung an die Banken, welche die EZB zunächst bis zur Jahresmitte verlängert hat, sollte sie auf keinen Fall ersatzlos auslaufen lassen, sind sich die Schattenräte einig.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

04.06.2011, 21:15 Uhr

Es wird gerade aus den Wikileaks berichtet, also den veröffentlichten US Botschaftsnachrichten, das Irland bis zum letzten Mann kämpfen wird um sein Steuerdumping gegen die Interessen Deutschlands und Frankreichs durchzusetzen. Der Chef der Behörde für Wirtschaftsentwicklung in Irland "IDA" bezeichnet Deutschland als den schlimmsten und weltweit berüchtigsten Steuersünder. Die Deutschen werden mit ihrer Forderung nach einer gerechter europäischen Firmensteuer als heuchlerisch beschrieben.

Es ist sehr aufschlussreich zu erfahren was die Iren wirklich über ihre "Geschäfts- und Europapartner" denken.

Unter anderem berichtet der amerikanische Botscher in Irland über Milliarden an Subventionen für amerikanische Grossunternehmen die Irland zahlt um US Firmen anzulocken, deren Gewinne dann in Deuscthland und anderen Hochsteuerländern am Fiskus vorbeigeschleusen werden in sogenannte "European Headquarters" für Leistungen die in Deutschland erbracht werden.

Unter solchen Voraussetzungen wird es nie etwas werden mit dem Euro. Hat schon mal jemand ausgerechnet wieviel der deustchen Wirtschaft verloren geht durch solche virtuellen Steuerabrechenungsverfahren? Intel, Microsoft, HP usw die müssen doch Milliarden verdienen in ihrem europäischen Geschäft deren Gewinne dann in Irland versteuert werden.

*http://www.independent.ie/national-news/wikileaks/french-and-german-firms-notorious-tax-avoiders-2664943.html

Account gelöscht!

04.06.2011, 22:55 Uhr

Am 1.6. gab es harsche Kritik über unsere Finanzmaffia und die sie untersützenden Politiker von unserem obersten Korruptionskämpfer Hetzer:
"... Die Politik hat sich von der Finanzwirtschaft am Nasenring über die Weltbühne ziehen lassen. Die Finanzwirtschaft hat ihre Interessen in Milliarden-Höhe bei der Politik durchgesetzt. Zu diesem Ergebnis kam die vom US-Kongress eingesetzte Kommission zur Aufklärung der Umstände, die zur Finanzkrise geführt haben." http://bit.ly/kuwUAe

Account gelöscht!

05.06.2011, 04:33 Uhr

@Bartonitz wirklich traurig wie resigniert Wolfgang Hetzer hier klingt. Ich bin aber immer noch der Meinung dass man die Situation durchaus beeinflussen kann wenn man nur möchte. Trotz Veranwortung der Finanzindustrie sind in vielen Dingen die Griechen mit Schuld an ihrer derzeitigen witschaftlichen Lagen. Ich habe in den letzten Jahren beruflich eingige griechische Beamte kennen gelernt, alles nette Leute keine Frage, die aber selbst in niedrigen Rängen verhältnismässig in Saus und Braus leben. Und ich habe mich immer gefragt wie das denn geht während zur gleichen Zeit in Deutschland nur noch Zeitarbeit und staatliche Leistungskürzungen an der Tagesordnung stehen. Nun berichtet der Spiegel das die neue Griechenland-Hilfe über hundert Milliarden Euro kosten wird. Und ich weiss jetzt schon wo das Geld hinfließen wird. Es ist also an der Zeit darüber nachzudenken den den Euro wieder aufzugeben und nationale Währungen einzuführen. Das wäre nicht das erstmal und es währe auch kein Beinbruch das eine Währung nicht mehr funktioniert. Da stimme ich Dr Hankel ohne Vorbehalt zu. Und Nobert Blüm hat schon recht wenn er sagt das "der Staat sei zum Schmierensteher von Zockern geworden" und das Theater in Griechenland ist gewollt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,766645,00.html

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×