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02.03.2013

11:20 Uhr

Zionismus-Äußerungen

Neuer US-Außenminister Kerry kritisiert Türkei scharf

Bei seinem ersten Besuch als US-Außenminister konnte sich John Kerry nicht sonderlich diplomatisch geben. In der Türkei nannte er die Äußerungen des dortigen Ministerpräsidenten „verwerflich“.

US-Außenminister Kerry: „Wir lehnen sie nicht nur ab, sondern finden sie verwerflich.“ AP/dpa

US-Außenminister Kerry: „Wir lehnen sie nicht nur ab, sondern finden sie verwerflich.“

Ankara
Die USA haben sich in scharfer Form von den Bemerkungen des türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan über den Zionismus distanziert. „Wir lehnen sie nicht nur ab, sondern finden sie verwerflich“, sagte Außenminister John Kerry am Freitag in Ankara in Anwesenheit seines türkischen Kollegen Ahmet Davutoglu.

Er habe das Thema gegenüber seinem Gastgeber angesprochen und werde es auch bei seinem Treffen mit Erdogan zur Sprache bringen. Auf einer UN-Konferenz in Wien hatte der türkische Regierungschef die jüdische Bewegung des Zionismus als Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezeichnet.

Kerry rief die Türkei und Israel auf, ihre Differenzen beizulegen. Beide sind enge Verbündete der USA. Davutoglu sagte, die Türkei habe den Antisemitismus stets abgelehnt. Wenn es aber um feindselige Handlungen gehe, müsse auch die Tötung von neun türkischen Zivilisten durch israelische Soldaten im Jahr 2010 als feindselig gebrandmarkt werden.


Seither ist das Verhältnis zwischen beiden Ländern angespannt. Die Türken waren an Bord eines Schiffes mit Kurs auf den von Israel abgeriegelten Gazastreifen. Zuletzt hatte es aber Zeitungsberichte gegeben, wonach die Türkei und Israel um eine Wiederannäherung bemüht seien.

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisierte die Äußerungen Erdogans. Sie seien „verletzend und spaltend“, erklärte Ban. Es sei unglücklich, dass der Kommentar auf einer UN-Konferenz gemacht worden sei.

Zuvor schon hatten Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und das US-Präsidialamt die Äußerungen Erdogans angeprangert. Dieser hatte am Mittwoch bei einer UN-Konferenz in Wien gesagt: „Genauso wie es bei Zionismus, Antisemitismus und Faschismus ist, wurde es nötig, auch Islamphobie als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzusehen.“ Der Zionismus war die Bewegung, die zur Gründung des Staats Israel führte.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) kritisierte die Bemerkungen des türkischen Ministerpräsidenten scharf. „Diese Äußerungen sind verletzend und nicht akzeptabel“, sagte Westerwelle am Samstag nach Angaben des Auswärtigen Amtes. „Der Anspruch und das Recht Israels auf einen eigenen Staat in sicheren Grenzen sind eine Selbstverständlichkeit und dürfen weder durch Handlungen noch in Reden in Frage gestellt werden.“

Kommentare (29)

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Erdodinedschad

02.03.2013, 03:13 Uhr

Der neue amerikanische Aussenminister ist aus einem anderen Holz geschnitzt, als unsere vor der Türkei kriechenden Politiker. Er scheint auch seinem Chef überlegen zu sein, was allerdings wohl keine große Kunst ist.

Rechner

02.03.2013, 04:01 Uhr

Erdogan hat zwar recht mit dem was er über den Zionismus gesagt hat.

Bloß ist es ein Witz, wenn das ausgerechnet vom Regierungschef eines Landes kommt das genauso wie Israel auf Völkermord und Landraub gegründet ist.

The pot calling the cattle black.

fridolinxski

02.03.2013, 07:50 Uhr

Wach auf Schäfchen aus deiner Traumwelt. Informier dich, eigne dir Wissen an und beginne erst dann zu labern wie Boxtrainer hinter dem Ring. Zionismus hat nichts mit dem Judentum zu tun!!!!! Die Juden sind selbst gegen den Zionismus, weil dieser dem Judentum ein schlechtes Image geben wird.

Du bist wahrscheinlich einer von den Frevlern!
Traurig, echt traurig.

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