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21.04.2011

20:09 Uhr

Zollstreit

WTO-Chef warnt vor Scheitern der Doha-Runde

WTO-Generaldirektor Lamy hat eindringlich vor einem Scheitern der Doha-Runde zur Liberalisierung des globalen Handels gewarnt. Doch Schwellen- und Industrieländer streiten weiter über Zölle.

WTO-Generaldirektor Pascal Lamy befürchtet ein Scheitern der Doha-Runde. Quelle: dapd

WTO-Generaldirektor Pascal Lamy befürchtet ein Scheitern der Doha-Runde.

Genf Pascal Lamy, Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO) warnt vor einem Scheitern der Doha-Runde. Es bestehe das „ernsthafte Risiko“, dass die Gespräche über die Reduzierung von Zöllen nach zehnjährigen Verhandlungen zu keinem Ergebnis führten, schreibt Lamy im Vorwort zu einer Textsammlung über die Doha-Runde, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. 

„Ich glaube, wir haben es mit einem echten politischen Graben zu tun, der im Moment nicht zu überwinden ist“, heißt es in der Einleitung. Zuvor hatten die 153 Mitgliedsstaaten der WTO wochenlang über die Kürzung von Zöllen beispielsweise auf Chemieprodukte und Elektronik verhandelt. 

Das größte Hindernis für eine Einigung sind nach Angaben von Beobachtern die unterschiedlichen Auffassungen von Schwellenländern und Industriestaaten. So bestehen die EU und die USA darauf, dass Zölle auf Industrieprodukte spürbar gesenkt werden. China, Indien und Brasilien lehnen einen solchen Schritt hingegen ab. 

Lamy rief die Delegierten auf, die Osterferien zu nutzen, um über Wege aus der festgefahrenen Verhandlung nachzudenken, bevor die Doha-Runde am 29. April in Genf erneut zusammentritt. „Denken Sie an die Konsequenzen, wenn wir zehn Jahre multilateraler Arbeit wegwerfen“, sagte Lamy.

Von

dapd

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