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15.07.2013

20:37 Uhr

Zu altmodisch

IWF zweifelt Finanztransaktionssteuer an

Laut IWF könnte es effizientere Systeme geben als die Finanztransaktionssteuer. Eine derartige Abgabe sei altmodisch und könnte negative Auswirkungen auf das Handelsvolumen haben.

Carlo Cottarelli hält andere Abgabenmodelle für effizienter. Reuters

Carlo Cottarelli hält andere Abgabenmodelle für effizienter.

MailandDer Internationale Währungsfonds (IWF) hegt Zweifel an der von Deutschland vorangetriebenen Finanztransaktionssteuer. Eine solche Abgabe sei altmodisch, sagte der Chef der IWF-Abteilung für Finanzangelegenheiten, Carlo Cottarelli, am Montag auf einer Wirtschaftskonferenz in Mailand. Effizienter könnten andere Systeme sein, so eine Mehrwertsteuer für den Finanzsektor oder eine Abgabe auf Bankvermögen. Erfahrungen in Frankreich und Italien, wo eine Börsensteuer bereits existiert, zeigten zudem negative Auswirkungen auf das Handelsvolumen, warnte Cottarelli.

Um die Folgen der Finanzkrise in den Griff zu bekommen, hatte der Fonds im Jahr 2010 Abgaben auf Bankgewinne, Managergehälter und Vermögen vorgeschlagen. Doch nur wenige Länder folgten dem Rat des IWF. Dagegen debattieren derzeit elf europäische Länder über die Einführung einer Steuer auf Finanzgeschäfte mit Aktien, Bonds und Derivaten, die vom kommenden Jahr an gelten soll.

Frankreich und Italien stemmen sich jedoch gegen Steuern auf Staatsanleihen, und Großbritannien will gerichtlich gegen das Vorhaben vorgehen. Die EU-Kommission hat deshalb signalisiert, die Abgabe auf bestimmte Anlageformen zu verringern und die Pläne insgesamt später umzusetzen.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Ludwig500

15.07.2013, 22:20 Uhr

"Die Märkte" wünschen weder Regulierung noch Abgaben. Das muss man respektieren. Regulieren und besteuern lassen soll sich doch bitte Hinz und Kunz, aber nicht diese Lichtgestalten, die mit Geld jonglieren und dabei Geld erzeugen. Dieses Kunststück darf man auf keinen Fall durch so profane Dinge wie Abgaben an die Allgemeinheit stören.

Wäre auch irgendwie sinnlos, das meiste Steuergeld landet ja eh wieder bei den Banken. Entweder als Zinszahlungen auf unsere Staatsverschuldung oder in Form von Rettungspaketen.

Account gelöscht!

15.07.2013, 23:24 Uhr

Die Verkürzung der Börsenöffnungszeiten von acht Stunden auf vier würde genügen, die Informationseffizienz um 40% zu steigern. 40% weniger Betrügereien, 40% weniger Insiderhandel.

Mazi

15.07.2013, 23:37 Uhr

Der IWF liegt vollkommen richtig.

Im Ergebnis kann nichts Besseres heraus kommen, als das was man hinein gibt.

Den politischen Akteuren mangelt es an Sachverstand und die Gier nach der Schlagzeile bringt eine Dummheit nach der anderen heraus.

Es ist gut, dass es wenigstens beim IWF Profis gibt. Wenn sie auch nichts zu sagen haben, so gehen Politiker wegen ihrer entlarvten Dummheit wenigstens einmal kurzfristig in Deckung.

Es sind übrigens die gleichen Politiker, die uns auch den ESM-Rettungsschirm und das Stimmen-/Kapitalungleichgewicht in der EZB beschert haben. Es agieren zuviele Juristen, denen bekanntlich von Berufswegen schon die Fähigkeiten der Mathematik allgemein abgesprochen werden.

Dieses Phänomen tritt erstaunlicherweise nur in Deutschland, nicht aber in den USA auf. Eigenartig!

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