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10.01.2005

09:43 Uhr

Zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen Disziplinarmaßnahmen

Israels Armee entlässt Dissidenten-Offiziere

Die israelische Armee hat am Sonntag sechs Reserve-Offiziere entlassen, die mit Befehlsverweigerung beim geplanten Abzug aus dem Gaza-Streifen gedroht hatten.

HB JERUSALEM. In einem offenen Brief hatten die Offiziere vergangene Woche angekündigt, sich Befehlen zur Räumung jüdischer Siedlungen im Gaza-Streifen widersetzen zu wollen. Eine Militärsprecherin sagte, die Betroffenen seien nicht bereit gewesen, sich von dem Schreiben zu distanzieren. Gegen die anderen der insgesamt 34 Unterzeichner würden zu einem späteren Zeitpunkt Disziplinarmaßnahmen ergriffen. Alle Betroffenen sind jüdische Siedler im Westjordanland.

„Die israelische Armee betrachtet es als sehr schwerwiegend, zur Befehlsverweigerung aufzurufen und den militärischen Rang zu politischen Zwecken zu gebrauchen“, sagte die Militärsprecherin weiter. Einer der betroffenen Offiziere, Oberst Chaim Morad, sagte, die Maßregelungen würden andere Soldaten nicht davon abhalten, ebenfalls mit Befehlsverweigerung bei der Räumung jüdischer Siedlungen zu drohen. Der Brief war der bislang deutlichste Hinweis auf einen möglicherweise massiven Widerstand in den Reihen der Armee gegen den Gaza-Abzugsplan von Ministerpräsident Ariel Scharon.

Der Plan sieht die Räumung aller 21 Siedlungen im Gaza-Streifen und vier der 120 Siedlungen im weitaus größeren Westjordanland bis Ende des Jahres vor. Israel hält die Palästinenser-Gebiete seit dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 besetzt. Die Palästinenser begrüßen grundsätzlich einen Abzug aus den besetzten Gebieten, kritisieren jedoch, dass Scharon an den größeren Siedlungen im Westjordanland festhalten will.

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