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01.12.2014

13:50 Uhr

Zu Gast bei der CDU?

Sarkozy sucht Merkels Nähe

Frankreichs Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy will kommende Woche nach Deutschland reisen. Ziel des konservativen Politikers, der gerade wieder zum UMP-Vorsitzenden gewählt wurde, ist Köln. Denn dort trifft sich die CDU.

Ein Bild aus Präsidentschaftszeiten: Nicolas Sarkozy begrüßt Kanzlerin Angela Merkel im Februar 2012 im Elysee Palast. Reuters

Ein Bild aus Präsidentschaftszeiten: Nicolas Sarkozy begrüßt Kanzlerin Angela Merkel im Februar 2012 im Elysee Palast.

ParisNicolas Sarkozy drängt es zurück auf die großen Bühnen der Politik. Am Wochenende ließ sich Frankreich früherer Staatschef zum Vorsitzenden der konservativen UMP wählen. Nun plant er offenbar für kommende Woche eine Deutschlandreise. Dort werde Sarkozy am CDU-Parteitag in Köln teilnehmen, verlautete am Montag aus seinem Umfeld.

CDU und UMP sind Schwesterparteien, in seiner Zeit als französischer Präsident (2007 bis 2012) arbeitete Sarkozy zudem im Kampf gegen die Euro-Krise eng mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen. Der Bundesparteitag der CDU findet am Dienstag und Mittwoch kommender Woche in Köln statt.

Begleitet werde Sarkozy von Ex-Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire, hieß es. Der Abgeordnete, der sehr gut Deutsch spricht, war bei der Wahl um den UMP-Vorsitz gegen Sarkozy angetreten und hatte mit knapp 30 Prozent ein überraschend gutes Ergebnis eingefahren.

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Sarko will's nochmal wissen: Die französischen Konservativen sollen den Ex-Präsidenten heute erneut zum Chef wählen – ein Schritt für ihn zurück in die Weltpolitik. Doch Sarkozys Tricks könnten nach hinten losgehen.

Sarkozy hatte bei der UMP-Wahl am Wochenende 64,5 Prozent der Stimmen erzielt und kehrte damit an die Spitze der Partei zurück, die er bereits zwischen 2004 und 2007 geführt hatte. Sarkozy will den Posten als Sprungbrett für eine Präsidentschaftskandidatur 2017 nutzen, wird sich aber Vorwahlen der Konservativen im Jahr davor stellen müssen. Als sein schärfster innerparteilicher Konkurrent gilt der Bürgermeister von Bordeaux und frühere Premierminister Alain Juppé.

Am Montag begann Sarkozy in Paris mit Konsultationen, um seine Führungsmannschaft zusammenstellen. Er traf unter anderem Le Maire, der angesichts seines guten Ergebnisses vom Wochenende künftig ein größeres Gewicht in der UMP bekommen dürfte, aber nach eigenen Angaben keinen Parteiposten will.

Ein Vorschlag Sarkozys, ein „Komitee früherer Regierungschefs“ aus den Reihen der UMP zu gründen, die ihn bei der Parteiführung beraten sollen, stieß am Montag jedoch auf eisige Reaktionen: Ex-Premier François Fillon – wie Juppé ein Sarkozy-Rivale mit Ambitionen auf das Präsidentenamt – lehnt nach Angaben aus seinem Umfeld eine Mitarbeit in einem solchen Komitee ab. Juppé wollte zunächst weitere Präzisierungen zu den Plänen abwarten.

Juppé, Fillon und Ex-Regierungschef Jean-Pierre Raffarin hatten die krisengeschüttelte UMP in den vergangenen Monaten übergangsweise geleitet, nachdem im Frühjahr der damalige UMP-Vorsitzende Jean-François Copé seinen Rücktritt erklärt hatte. Grund dafür war eine Affäre um Sarkozys Wahlkampffinanzen 2012, in der Copé unter Beschuss geraten ist – und die auch Sarkozy noch gefährlich werden könnte.

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afp

Kommentare (7)

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Herr Egon Olsen

01.12.2014, 14:09 Uhr

Die Schatten der Vergangenheit legen sich erneut über Frankreich. Warum werden wir diese Clowns einfach nicht los?
Die Franzosen sollten ihn, wie schon Napoleon, auf die Insel Elba verbannen. Dort kann er dann weiterhin sein Europafieber ausleben.

Frau Margrit Steer

01.12.2014, 14:32 Uhr

aja, auch wieder so einzwielichtiger Freund von Merkel

Herr C. Falk

01.12.2014, 14:48 Uhr

Nun, ein Nasenkuss von Sarko für Angela ist für unsere Kanzlerin bestimmt eine "wonnigliche" Vorstellung und Zukunftsaussicht.

Darauf hat sie lange verzichten müssen. Herr Hollande war da in "Hinblick" auf Frau Merkel wohl eher von einer gewissen "Sprödigkeit" beeinträchtigt. "g"

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