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05.06.2014

02:11 Uhr

Zu großer Besucherandrang

Bergdahls Heimatort sagt geplante Willkommensfeier ab

Fünf Jahre lang hoffte der kleine US-Ort Hailey auf die Rückkehr von Bowe Bergdahl. Jetzt ist der US-Soldat aus der afghanischen Gefangenschaft befreit. Kurz vor der Heimkehr wurde die Willkommensfeier nun aber abgesagt.

Freude in Hailey: Der kleine Ort im US-Bundesstaat Idaho hoffte fünf Jahre lang auf die Rückkehr von Bowe Bergdahl aus Afghanistan. ap

Freude in Hailey: Der kleine Ort im US-Bundesstaat Idaho hoffte fünf Jahre lang auf die Rückkehr von Bowe Bergdahl aus Afghanistan.

HaileyDer kleine Heimatort des von Taliban nach fünf Jahren Gefangenschaft freigelassenen US-Soldaten Bowe Bergdahl hat die für ihn geplante Willkommensfeier abgesagt. Hailey im US-Staat Idaho hatte seit Bergdahls Gefangennahme in Afghanistan 2009 mehrere Jahre lang Zusammenkünfte unter dem Motto „Holt Bowe zurück“ veranstaltet. Die für den 28. Juni geplante diesjährige Veranstaltung war nach dem Austausch des 28-jährigen Unteroffiziers gegen fünf in Guantanamo inhaftierten Afghanen zunächst zu einer Willkommensfeier umdeklariert worden.

Die Veranstalter erklärten am Mittwoch, wegen des Medienechos auf Bergdahls Freilassung seien wesentlich mehr Besucher zu erwarten - und zwar sowohl Unterstützer von Bergdahls Familie als auch Gegner des Austauschs. In der US-Öffentlichkeit wird über offene Fragen diskutiert, wie Bergdahl in die Gefangenschaft der Taliban geriet - einige Kritiker werfen ihm sogar Desertion vor.

Der 8000-Einwohnerort verfüge nicht über die Infrastruktur, eine Großveranstaltung auszurichten, erklärten die Organisatoren. Der Polizeichef von Hailey, Jeff Gunter, sagte, die geplante Veranstaltung sei in den Medien falsch dargestellt worden, so dass etliche glaubten, Bergdahl solle ein Heldenempfang bereitet werden. „Wenn man 10 000 Leute hat, 5000 auf der einen und 5000 auf der anderen Seite, dann weiß man wegen der nationalen Aufmerksamkeit nicht, was zu erwarten ist“, sagte Gunter.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hatte zuvor vor einer Vorverurteilung im Fall des freigetauschten Soldaten gewarnt. „Wir tun so etwas nicht in den USA“, sagte Hagel am Mittwoch bei einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. „Wir verlassen uns auf Fakten.“

Von

ap

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