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17.12.2014

19:13 Uhr

Zu hohe Fangmengen

Umweltschützer kritisieren EU-Fischereipolitik

Die Gespräche der EU-Staaten über Fischfangmengen sind immer ein Tauziehen. Es geht um den Lebensunterhalt der Fischer. Allzu oft geht dieses Ringen zulasten der Meerestiere, beklagen Umweltschützer.

Deutschlands Kutter- und Küstenfischer zeigten sich zufrieden mit den neuen EU-Fangmengen. Umweltschützer gehen auf die Barrikaden. dpa

Deutschlands Kutter- und Küstenfischer zeigten sich zufrieden mit den neuen EU-Fangmengen. Umweltschützer gehen auf die Barrikaden.

Brüssel/HamburgDie Vereinbarungen der EU-Staaten zu Fischfangmengen für das Jahr 2015 sind bei Umweltschützern auf Kritik gestoßen. Die zuständigen Minister hatten sich am Dienstagabend in Brüssel auf Fangmengen für die Nordsee und den Nordostatlantik geeinigt. Bei vielen Beständen – also Fischarten nach Meeresregionen – beschlossen sie allerdings höhere Fangmengen als von der EU-Kommission vorgeschlagen.

Die deutschen Fischer dürfen dabei laut EU-Diplomaten im kommenden Jahr weniger Seelachs aus dem Meer holen. Zudem gebe es leichte Kürzungen beim Hering und Zuwächse bei der Scholle.

Deutschlands Kutter- und Küstenfischer zeigten sich zufrieden. Die in Brüssel beschlossenen Fangquoten ließen zu, dass die Zahl der bewirtschafteten Fische im kommenden Jahr weiter anwächst, sagte Claus Ubl vom Deutschen Fischerei-Verband am Mittwoch in Hamburg.

„Die nachhaltige Bewirtschaftung der Fischbestände ist mittlerweile zur Normalität geworden“, erklärte er. „Die Fischer können mit diesen Quoten leben: Langfristig ist es auch das einzig Vernünftige.“

Umweltschützer bewerteten das Ergebnis anders. „Nordseefisch ist vor der Politik nicht sicher“, kritisierte der WWF das Ergebnis.

EU-Fischereikommissar Karmenu Vella hatte gesagt, die EU-Staaten hätten sich bereiterklärt, gegebenenfalls weniger zu fangen als vereinbart, um Bestände in einem kritischen Zustand zu entlasten.

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