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16.06.2012

16:45 Uhr

Zu hohe Risiken

UN-Mission in Syrien unterbrochen

Nach zwei Monaten haben die UN-Beobachter ihren Syrien-Einsatz vorerst abgebrochen. Der Einsatz werde wegen "der Verstärkung der Gewalt" und der damit verbundenen Risiken für die Beobachter ausgesetzt.

UN-Beobachter stoppen Syrien-Einsatz wegen Gewalteskalation

Video: UN-Beobachter stoppen Syrien-Einsatz wegen Gewalteskalation

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BeirutDie Entscheidung teilte der Missionsleiter, der norwegische General Robert Mood, am Samstag mit: "Die Beobachter stellen ihre Patrouillen bis auf Weiteres ein." Die Mission werde wieder aufgenommen, wenn es die Situation erlaube.

Mood warf den Konfliktparteien vor, keinen Willen zu zeigen, "zu einem friedlichen Übergang zu kommen". Regierungstruppen und Aufständische wollten offenbar eine militärische Lösung des Konflikts erzwingen. Dadurch steige die Zahl der Opfer: "Unschuldige - Männer, Frauen und Kinder - werden jeden Tag getötet", erklärte Mood. "Das erhöht auch die Risiken, die von den Beobachter eingegangen werden." Die UN-Mission werde aber nun täglich überprüfen, ob ihre Arbeit wieder aufgenommen werde könne.

Aus Sicherheitsgründen wird die UN ihre Mission in Syrien vorerst beenden. dapd

Aus Sicherheitsgründen wird die UN ihre Mission in Syrien vorerst beenden.

Der UN-Sicherheitsrat hatte am 14. April die Entsendung von Beobachtern nach Syrien beschlossen. Tags darauf traf das erste Vorausteam in Syrien ein, nach und nach wurde die UN Supervision Mission in Syria (UNMIS) auf 300 Beobachter aufgestockt. Ihre Aufgabe ist es, die Einhaltung einer durch den internationalen Syrien-Gesandten Kofi Annan geforderten Waffenruhe zwischen den Aufständischen und den Sicherheitskräften von Präsident Baschar al-Assad zu überwachen. Die Mission konnte jedoch nicht verhindern, dass das Blutvergießen weiterging.

Syriens Präsident Baschar al-Assad lässt seit März 2011 die Protestbewegung in seinem Land blutig niederschlagen. Seitdem sind Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als 14.400 Menschen getötet worden.

Von

afp

Kommentare (11)

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leser

16.06.2012, 17:45 Uhr

ergo: selbst UN-Beobachter blicken nicht mehr durch.
Das müßte eigentlich reichen für eine militärische "Intervention" in Syrien.
Menschenrechte, Öl und Gas,
Das kann man nur Mixed Marple der Jetztzeit nennen.
Aber ganz gewiß doch, der Stumpfsinn Außenminister der FRG der Gegenwart wird sich für ein militärisches Eingreifen der "freien" Welt in Syrien verwenden.
Einmarschiren und Ordnung schaffen, wie die Uno das bei der Arabellion bislang doch immer hinbekommen hatte.

Gratulationen Damen und Herren!

wernerk

16.06.2012, 17:51 Uhr

Das mit der UN-Mission klingt ungefähr so: der Einsatz von Regenschirmen wurde abgesagt, weil die Gefahr bestand, dass sie bei Regen nass werden.

paul

16.06.2012, 18:00 Uhr

ich finde ja auch: weg mit diesen Problemen!
Das meinte G.W.Bush schließlich auch,als er seiner persönlichen Rachsucht folgend Saddam Hussein, skandiert von nunmdesdeutschen EdelIntellektuellen (Hussein ist Hitler) wie Enzensberger, hat exekutieren lassen.

Freiheit !
Freiheit !
Freiheit !

Hurra
Hurra
Hurra

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