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28.08.2011

15:05 Uhr

Zu wenig Kapital

IWF-Chefin sieht Europas Banken in Gefahr

Es ist ein Warnruf. Für IWF-Chefin Christine Lagarde sind die europäischen Banken in einer gefährlichen Lage. Es fehlt an Kapital. Es sei höchste Zeit, den Banken die Daumenschrauben anzusetzen, meint Lagarde.

IWF-Chefin Christine Lagarde sieht Europa in einer gefährlichen Phase. Reuters

IWF-Chefin Christine Lagarde sieht Europa in einer gefährlichen Phase.

Jackson HoleDie neue Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat angesichts der weltweiten Konjunkturrisiken eine bessere Kapitalausstattung europäischer Banken gefordert. „Die Entwicklungen in diesem Sommer haben gezeigt, dass wir uns in einer gefährlichen neuen Phase befinden“, sagte Christine Lagarde am Samstag bei der internationalen Wirtschaftskonferenz in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming. Die Institute müssten zu einer Rekapitalisierung gezwungen werden, sagte Lagarde. Dies solle möglichst durch den Privatsektor geschehen. Die neue IWF-Chefin brachte aber auch den Euro-Rettungsfonds EFSF dafür ins Gespräch. Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, betonte indes die Bedeutung der Preisstabilität als Voraussetzung für ein gesundes Wirtschaftswachstum.

„Wir laufen Gefahr, dass die schwache Erholung zum Erliegen kommt. Deshalb müssen wir jetzt handeln“, sagte Lagarde auf der Konferenz, auf der sich führende Notenbanker und Experten trafen. Sie forderte die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) auf, beim Treffen im November die Probleme der Weltwirtschaft überzeugend anzugehen.

Es war die erste Rede Lagardes seit sie in diesem Jahr den Chefposten von Dominique Strauss-Kahn übernahm. Sie warnte zudem die Industrieländer davor, zu viel zu sparen und das Wirtschaftswachstum damit zu gefährden. „Vereinfacht gesagt muss die gesamtwirtschaftliche Politik das Wachstum unterstützen“, sagte die frühere französische Wirtschaftsministerin.

Nach Lagardes Ansicht sollten die Notenbanken zudem bereit sein, den Geldhahn weiter aufzudrehen. Das Risiko eines Wirtschaftsabschwunges sei größer als das einer Inflation. Der Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke, hatte bei seiner mit Spannung erwarteten Rede am Freitag keine neue Geldspritze für die schwächelnde US-Wirtschaft angekündigt. Die Fed werde aber über weitere geldpolitische Lockerungen bei ihrer Sitzung im September sprechen.

Zwei Jahre nach dem Ende der Wirtschafts- und Finanzkrise gefährden die Schuldenkrisen auf beiden Seiten des Atlantiks die wirtschaftliche Erholung. So werden von europäischen Banken höhere Zinsen verlangt, weil ihre Geldgeber fürchten, dass die Institute von der Staatsschuldenkrise betroffen sein könnten. Kreditausfallversicherungen für die Branche sind inzwischen teurer als Anfang 2009, als die Finanzkrise ihren Höhepunkt erreichte. Hinzukommen die starken Ausschläge an den Finanzmärkten in den vergangenen Wochen.

Kommentare (5)

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Pendler

28.08.2011, 17:09 Uhr

hmmm, warum verläßt das Geld wohl die schöne €-Zone ???
Hat wohl einer Mist gebaut, wenn die Cashcow sich auf und davon macht.

Naja, es gibt eben immer noch Staaten, wo Vernunft und Interesse an einer Zukunft vorherrscht.

-27. August 2011

Während Otto Normalanleger verschreckt auf sein verlustreiches Aktiendepot starrt, haben langfristig orientierte Finanzfachleute einen großen Teil ihres Vermögens bereits in Gold umgeschichtet – auszuliefern in Zürich. Und während die deutsche Erbengeneration um das Eigenheim und das Depot der Eltern bangt, befassen sich einige Reiche nicht einmal mehr mit der Schweiz, die mittlerweile Steuervereinbarungen mit Deutschland und Großbritannien getroffen hat. Einige Vermögende und Banker schleusen ihr Kapital lieber nach Singapur und Kanada und hoffen auf ein wasserdichtes Bankgeheimnis.

rxm

28.08.2011, 17:37 Uhr

Wie muss man denn das verstehen? Der italienische Wirtschaftsminister Giulio Tremonti fordert Eurobonds, anderenfalls gibtt es Krieg? Sind wir schon so weit? Ich glaube, ich spinne!

Rainer_J

28.08.2011, 18:45 Uhr

Dabei ist der Vergleich falsch. Deutschland musste damals Reparationsleistungen bezahlen. Das ist bei Italien nicht der Fall. Oder zahlt Italien Deutschland oder einem anderen Land Reparationsleistungen?

Die sollen einfach nur in Eigenverantwortung haushalten! Durfte ein Deutscher Herr Tremonti wählen? Nein! Also hat er auch kein Recht auf deutsches Steuergeld!

No taxation without representation!

Herr Tremonti sollte sich die Slowakei als Beispiel nehmen. Die haben einen soliden Haushalt und mussten nach dem Bankrott des Kommunismus viele schmerzliche Reformen durchführen. Kam es zum Krieg? Nein!

Wenn jemand über seine Verhältnisse lebt, dann muß er das abstellen (einzige Lösung)

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