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30.12.2013

13:02 Uhr

Zum Jahresende

Stimmung in Italiens Wirtschaft hellt sich auf

Nach zuletzt turbulenten Zeiten ist die italienische Wirtschaft wieder auf dem Weg der Besserung. Der Geschäftsklimaindex ist zum Jahresende so positiv wie zuletzt Mitte 2012.

Mit Italien steckt die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone in der längsten Rezession seit Jahrzehnten. dpa

Mit Italien steckt die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone in der längsten Rezession seit Jahrzehnten.

RomDie Stimmung in den Chefetagen im rezessionsgeplagten Italien hat sich zum Jahresende aufgehellt und ist so gut wie zuletzt im Juli 2012. Das Barometer für das gesamte Geschäftsklima stieg im Dezember um 0,2 auf 83,6 Punkte, wie die Statistikbehörde Istat am Montag in Rom mitteilte. Die Daten umfassen die Industrie, den Einzelhandel, den Bausektor und die Dienstleister. Der Index allein für die Industrie kletterte um 0,2 auf 98,2 Zähler. Dies ist zwar weniger als von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen erwartet hatten, aber der höchste Stand seit August 2011.

Besser lief es zum Jahresende auch am Bau, wo sich die Auftragsbücher füllten. Bei den Dienstleistern zogen die Geschäfte leicht an, vor allem im Tourismus und in der IT-Branche. Im Einzelhandel blieb die Stimmung stabil, wobei sie sich bei kleineren und mittleren Geschäften etwas eintrübte.

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone steckt in der längsten Rezession seit Jahrzehnten. Im Sommer schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt noch um 0,1 Prozent. Zuletzt hatte sich die Kauflaune der Italiener kurz vor Weihnachten eingetrübt. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen war im Dezember überraschend gesunken.

Erst für 2014 rechnen Experten wieder mit einem spürbaren Anziehen der Konjunktur. Die EU-Kommission sagt Italien für nächstes Jahr ein Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent voraus. Commerzbank-Ökonom Marco Wagner hingegen gibt sich deutlich skeptischer. In Italien werde es nicht zum nötigen Durchbruch bei den Reformen kommen. „Deshalb wird man auch konjunkturell hinterherhinken und in der Euro-Zone 2014 und 2015 eines der schwächsten Länder bleiben.“ Wagner traut Italien im nächsten Jahr nur ein mageres Wachstum von 0,2 Prozent zu.

Am Finanzmarkt kann sich Italien trotz der Wirtschaftsflaute derzeit vergleichsweise günstig Geld leihen. Die Emission von langjährigen Anleihen am Montag spült 5,5 Milliarden Euro in die Staatskasse. Während die Rendite für zehnjährige Papiere leicht auf 4,11 von 4,01 Prozent stieg, fiel sie für fünfjährige Bonds auf 2,71 von 2,89 Prozent. Es war das letzte Mal, dass der italienische Staat den Kapitalmarkt in diesem Jahr angezapft hat. Komplett abgewickelt sein wird die Auktion Anfang Januar.

Von

rtr

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