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09.03.2011

15:08 Uhr

Zurück nach Finnland?

Wirtschaftskommissar Rehn vor dem Absprung

VonRuth Berschens

ExklusivOlli Rehn hat das wohl wichtigste Ressort in der EU-Kommission inne. Doch der Wirtschaftskommissar steht vor dem Absprung zurück in seine Heimat. Die Eurozone würden dann einen wertvollen Krisenmanager verlieren.

Olli Rehn - zurück nach Finnland? Quelle: dpa

Olli Rehn - zurück nach Finnland?

BrüsselEU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn zieht es nach Informationen des Handelsblatts in seine Heimat zurück. Der Finne denkt darüber nach, sich für das Amt des Staatspräsidenten zu bewerben. Offiziell erklärt hat Rehn seine Kandidatur zwar noch nicht. "Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass er es bald tun wird", erfuhr das Handelsblatt aus seiner Umgebung

Rehn liebäugelt mit dem hohen Amt, weil er in Finnland sehr populär ist. Laut Meinungsumfragen rangiert der liberale Politiker in der Beliebtheitskala derzeit auf Rang zwei hinter dem konservativen Sauli Niinistö. Die ebenfalls sehr populäre Präsidentin Tarja Halonen darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten

Falls Rehn tatsächlich kandidiert, müsste er schon bald aus der EU-Kommission ausscheiden. Die Präsidentschaftswahlen in Finnland finden Anfang 2012 statt und der Wahlkampf vorher dauert mindestens ein halbes Jahr. EU-Kommissionschef José Manuel Barroso müsste also spätestens Mitte dieses Jahres einen neuen Wirtschaftskommissar berufen. Das muss nicht notwendigerweise ein Finne sein. Barroso könnte die Gelegenheit auch für eine Rochade in seinem 27köpfigen Kollegium nutzen. Dann bekäme ein Kommissar anderer Nationalität das begehrte Wirtschaftsressort

Ein derartiger Aufgabentausch würde ganz neue Perspektiven eröffnen für die wohl wichtigste offene EU-Personalie dieses Jahres: den neuen Präsidenten der Europäischen Zentralbank. EZB-Chef Jean-Claude Trichet scheidet im November dieses Jahres aus. Seinen Nachfolger wollen die EU-Staats- und Regierungschefs beim ihrem Gipfeltreffen im Juni küren. Seitdem Bundesbank-Präsident Axel Weber aus dem Kandidatenrennen für die EZB ausschied, kamen eine Reihe neuer möglicher Bewerber ins Gespräch, darunter auch der finnische Notenbank-Gouverneur Erkki Liikanen. Der galt bisher als chancenlos, weil keine zwei Finnen Spitzenpositionen in der Europäischen Währungsunion einnehmen können.

Nach einem Ausscheiden Rehns aus der EU-Kommission könnten sich Liikanens Aussichten auf den EZB-Chefposten deutlich verbessern - zumal der 61-Jährige viel Erfahrung sowohl in der Geld- als auch in der Europapolitik vorweisen kann. Die finnische Notenbank leitet Liikanen seit 2004. Vorher war er neun Jahre EU-Kommissar. Eine führende Rolle spielte er auch bei den Beitrittsverhandlungen seines Landes mit der EU Anfang der 90er-Jahre.

Rehn ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Kommission. Seit Februar 2010 ist er Kommissar für Wirtschaft und Währung in der Kommission von Barroso. Sein jetziges Amt hat er in schwierigen Zeiten übernommen. Der Finne war gerade einen Tag im neuen Amt, als die EU-Staats- und Regierungschefs den weitreichenden Beschluss fassten, Griechenland könne im Fall des drohenden Staatsbankrotts mit Hilfen der Euro-Staaten rechnen.

Kommentare (12)

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Super_toll_dieser_Herr_Rehn

09.03.2011, 16:13 Uhr

Herr Rehn ein "wertvoller Krisenmanager" ??? Da lacht man sich tot, wenn's nicht so teuer gekommen wäre!
.
Herr Rehn steht für das unbegrenzte Verblasen deutscher Ressourcen und Arbeitsleistungen in halbkriminelle Banken und PIIGS-Staaten. Tolles "Krisenmanagement" !°

Account gelöscht!

09.03.2011, 16:20 Uhr

"Ein ertvoler Krisenmanager" Welcher Korrespondent vom HB schlöft denn da?
Oli Rehn it ein Diktator, der nur an deutschem Steurgeld interessiert ist und sich laufend anmaßt, Deutschland Vorschriften zu machen.

otto15

09.03.2011, 16:26 Uhr

Herr Rehn, der sich der Notwendigkeit einer Griechenland-Umschuldung mit Beteiligung privarter Gläubiger verschließt bzw. dafür kein Konzept hat: Der Rehn, der kann gehn!!

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