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09.07.2014

18:28 Uhr

Zusammenarbeit mit Terrorgruppe

Al-Maliki wirft Kurden im Irak Kollaboration vor

Seit Wochen steht Iraks Regierungschef Nuri al-Maliki in der Kritik. Die Mehrheit der Parteien verlangt seinen Rückzug. Er selbst lässt kein Einlenken erkennen – ganz im Gegenteil.

Iraks Premier Nuri al-Maliki: Verbale Angriffe gegen die Kurden anstatt Worte der Versöhnung in einem gespaltenen Land. dpa

Iraks Premier Nuri al-Maliki: Verbale Angriffe gegen die Kurden anstatt Worte der Versöhnung in einem gespaltenen Land.

BagdadIm Streit um die politische Zukunft des Iraks wird der Ton zwischen den Kontrahenten immer schärfer. Ministerpräsident Nuri al-Maliki warf den irakischen Kurden vor, sich mit der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) gegen das Land verschworen zu haben. Zugleich beschuldigte er sie, die Einheit des Landes zerstören zu wollen. Man könne nicht verschweigen, dass Erbil, die Hauptstadt der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak, zu einem Zentrum für Aktionen der Extremisten und ihrer Verbündeten geworden sei, sagte Al-Maliki am Mittwoch in seiner wöchentlichen Fernsehansprache.

Mit Blick auf die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden, erklärte Al-Maliki, einige im Land sprächen täglich „ohne Scham“ von der Teilung. Die Regierung in Bagdad werde jedoch einen „schicksalhaften Kampf“ führen, um die Einheit des Landes zu wahren.

Die Kurden im Nordirak bereiten derzeit ein Referendum über die Unabhängigkeit ihrer Autonomiegebiete vor. Der Präsident der Autonomiegebiete, Massud Barsani, hat mehrfach gesagt, der Zerfall des Landes sei nicht mehr zu stoppen. Dafür machte er Al-Maliki und dessen von Schiiten dominierte Regierung verantwortlich.

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Kurdische Peschmerga-Soldaten hatten den Vormarsch der Terrorgruppe Islamischer Staat dazu genutzt, die Vielvölkerstadt Kirkuk unter ihre Kontrolle zu bringen. Sie gehört nicht zu den kurdischen Autonomiegebieten, wird aber von den Kurden beansprucht. Kirkuk ist wegen seiner großen Ölvorkommen strategisch wichtig.

Zwischen Schiiten, Sunniten und Kurden tobt seit Wochen ein Streit um die künftige politische Führung des Landes. Al-Maliki möchte nach seinem Wahlsieg Ende April Regierungschef bleiben. Sunniten und Kurden, aber auch Schiiten fordern jedoch seinen Rückzug.

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