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31.03.2006

15:09 Uhr

Zuspitzung im Nuklearstreit

Iran droht mit neuer Geheimwaffe

Der Iran kümmert sich wenig um die Warnungen des UN-Sicherheitsrats: Vielmehr setzt Teheran weiter auf Konfrontation. Die Revolutionären Garden verkündeten heute, sie seien im Besitz einer neuen gefährlichen Waffe. Diese sei bereits erfolgreich getestet worden.

Der Präsident und die Bombe: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad und eine Schahab-3-Rakete bei einer Parade im Herbst. Foto: dpa dpa

Der Präsident und die Bombe: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad und eine Schahab-3-Rakete bei einer Parade im Herbst. Foto: dpa

HB TEHERAN. "Iran hat die selbst entwickelte Fajr-3-Rakete erfolgreich getestet", verkündete Hossein Salami, ein hoher Offizier der Revolutionären Garden im iranischen Fernsehen. "Diese Rakete, die die Fähigkeit hat, dem Radar auszuweichen, kann gleichzeitig mehrere Ziele angreifen", verkündete er stolz. Die Rakete wurde während Manövern am Persischen Golf und am Arabischen Meer abgefeuert.

Ihre Reichweite hänge von den eingesetzten Sprengköpfen ab, erklärte Salami weiter. Der Rundfunk sprach von einer ballistischen Rakete, die in der Reichweite vergleichbar sei mit der Schabah-3-Rakete, die rund 2000 Kilometer weit fliegen kann. Sie könnte auch Atomsprengköpfe tragen. Die neue Rakete trägt den Namen Fadschr-3. Fadschr ist Farsi und bedeutet Sieg. Salami sagte, die Rakete sei extrem wendig und könne auch Abwehrraketen ausweichen. Ihre Entwicklung sei ein Durchbruch für die iranische Militärtechnik. Die Rakete kann nach Einschätzung von Experten Israel, aber auch Südosteuropa erreichen.

Die fünf Veto-Mächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschland hatten den Iran zuvor aufgerufen, die Forderung nach einem Stopp seines Atomprogramms innerhalb von 30 Tagen zu erfüllen. Der britische Außenminister Jack Straw hatte ebenso wie deutsche Regierungskreise Sanktionen für den Fall nicht ausgeschlossen, dass Iran sich der Forderung verweigert.

Der Iran bestreitet die ihm vorgeworfenen Ambitionen zur Entwicklung von Nuklearwaffen und erklärt immer wieder, sein Atomprogramm diene nur der Energiegewinnung. Der frühere iranische Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani kritisierte die ultimative Forderung des Weltsicherheitsrats. „Der Druck auf den Iran wird bloß eine weitere Krise in der Region auslösen, die schließlich allen beteiligten Seiten schaden wird“, sagte Rafsandschani in einer live im Rundfunk übertragenen Freitagspredigt in Teheran.

„Die Frist ist ungerecht, und die Vorwürfe gegen den Iran sind unfair. Wir können nur immer wieder sagen, dass wir nicht die Produktion von Massenvernichtungswaffen anstreben, sondern lediglich die friedliche Nutzung der Atomtechnologie." Rafsandschani (71) war von 1989-1997 Staatspräsident. Als einflussreicher Politiker leitet er den Schlichtungsrat, der bei Konflikten zwischen den verschiedenen Machtorganen vermittelt.

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